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Zoff im Kinderzimmer

Streit unter Geschwistern

Dass Geschwister streiten, ist ganz normal. Doch wenn ohne Ende gezankt wird, müssen Eltern helfen. Vor allem an Ferien- und Feiertagen sind Stimmungs-Rettungs-Maßnahmen gefragt.

Es gibt Tage, da läuft nichts mehr friedlich im Kinderzimmer. Vor allem jetzt in der Weihnachtszeit, streiten Sara (8) und ihr Bruder Max (6) ohne Unterlass – gerade dann, wenn alle zu Hause sind. „Schon beim kleinsten Anlass fliegen die Fetzen“, sagt ihre Mutter. „Ich weiß ja, dass Streit unter Geschwistern sein muss – aber doch nicht pausenlos. Wahrscheinlich zoffen sich die beiden auch am Heiligabend. Das muss ja wohl nicht sein.“ 

Sie hat Recht. Wenn es zwischendurch mal kracht und die Welt danach wieder in Ordnung ist, kann man das als Lernprozess für die Kinder abhaken. Doch Dauer-Gezanke muss nicht sein. 

Es hilft den Kindern wenig und geht vor allem den Eltern gewaltig auf die Nerven. Erste-Hilfe-Maßnahmen sind gefragt. Denn meist lassen die Kinder sich mit einfachen Mitteln dazubringen, das Kriegsbeil wenigstens vorübergehend mal zu begraben und den Familienfrieden wiederherzustellen. Hier ein paar Regeln, die kurzfristig helfen:

Eingreifen, nur wenn`s nötig ist. So viel wie möglich ignorieren. Kinder müssen lernen, Konflikte allein zu lösen. Kleine Zankereien sind die beste Übung dafür. Nur wenn ein Kind jünger als zwei Jahre ist, darf es nicht allein gelassen werden. 

Kompromisse vorschlagen. Kommen Kinder allein nicht klar, kann Eingreifen hilfreich sein – jedoch ohne Schimpfen und Schuldzuweisungen. 

Trennung auf Zeit. Wenn der Streit so eskaliert, dass kein Kompromiss mehr möglich ist, muss man die Streithähne eine Zeitlang trennen. Jedes Kind in ein anderes Zimmer, bis sich die Wut gelegt hat.

Ablenken. „Lasst uns doch zusammen einen Kuchen backen“ – in vielen Streit-Situationen sind die Kinder auf Hilfe von außen angewiesen. Nur wenn sie beschäftigt sind, lassen sie voneinander ab.

Geschwister, die wie Hund und Katze sind, brauchen Vorbilder, die es besser machen. Kinder können von den Eltern lernen, wie man sich produktiv streitet. Eltern sollten nicht versuchen, ihre eigenen Konflikte zu verbergen. Kinder spüren die dicke Luft ohnehin. 

Streit und Versöhnung gehören nun mal zusammen. Und wenn aus bösen Worten Taten werden? Raufereien sollte man nicht fördern, doch ist es unrealistisch, sie zu verbieten. Zumal ein Kind, das sich nicht wehrt, schnell zum Dauer-Opfer wird. 

Umso wichtiger: Ein Kind muss kämpfen können, ohne zu verletzen, es muss die Regeln der Fairness beherrschen und wissen, wann Schluss ist. Auch Schimpfworte im Eifer des Gefechts sollte man nicht verbieten (sie sind wichtig zum Dampf-Ablassen). Doch muss klar sein, dass sie nicht gegen die Eltern verwendet werden dürfen.

Die meisten Mütter kennen die Schwachstellen im Tagesablauf, an denen es häufig kracht – an langen Regentagen oder an Feiertagen, wenn die Erwartungshaltung besonders hoch ist. Eine Verabredung mit Freunden und deren Kindern hilft, wenn man nicht raus kann. 

Geht es ums Revier oder um Besitzansprüche?

Häufig lässt sich Zoff vermeiden, wenn man die Ursache kennt. Geht es um Revierabgrenzung oder Besitzansprüche? Dann sollte man klar festlegen, welche Spielsachen wem gehören. Auch ein gemeinsames Kinderzimmer lässt sich durch Möbel, Vorhänge oder Ebenen trennen, sodass jedes Kind sein Revier hat. Unser Tipp: Eltern sollten hin und wieder kleine Familienkonferenzen einberufen und dabei mit den Kindern auch über das Streiten reden.

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