Durchfall, Verstopfung oder Blähungen?

Bauchschmerzen beim Kind: Was hinter Bauchweh stecken kann

Kleine Kinder klagen oft über Bauchschmerzen. Doch was steckt genau dahinter? Brechdurchfall, Verstopfung, Blähungen oder ein entzündeter Blinddarm? Wie Eltern Symptome richtig deuten und ihrem Kind helfen.

"Mama!" Ninas Weinen weckt die Mutter in der Nacht auf. Die Zweijährige hat sich erbrochen, außerdem hat sie Durchfall und Bauchschmerzen. Erst gegen Morgen geht es Nina etwas besser. Später bestätigt die Kinderärztin den Verdacht der Mutter: Nina hat sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangen. Wichtig ist jetzt, die verlorene Flüssigkeit und die Mineralien wieder aufzufüllen. Denn je jünger Kinder sind, desto eher besteht die Gefahr, dass sie austrocknen. Besonders bei Babys kann das lebensbedrohlich werden. Deshalb sollten Eltern unbedingt zum Kinderarzt gehen, wenn ihr Baby länger als sechs Stunden Durchfall hat oder sich nach dem Trinken immer wieder erbricht.

Das hilft bei Bauchschmerzen:

Eine sanfte Massage, bei der du mit angewärmten Händen und in kreisenden Bewegungen über den Bauch deines Kindes streichst, tut jetzt gut. Auch Wärme wirkt Wunder, zum Beispiel eine Wärmflasche, ein warmes Kirschkernsäckchen oder ein Kamillenteewickel. Feuchte dazu ein Baumwolltuch mit lauwarmem Kamillentee leicht an und leg es flach auf den Bauch. Den Wickel mit einem trockenen Tuch fixieren und dann eine Wärmflasche darauf legen.

Bei Blähungen hilft Rotbuschtee. Dazu gießt du einfach einen Teelöffel Rotbuschspitzen oder einen Teebeutel mit 200 Milliliter kochendem Wasser auf. Das Ganze drei Minuten ziehen lassen, mit Milch mischen und ins Fläschchen oder eine Tasse füllen.-

Wenn dein Kind zu Verstopfung neigt, gibst du ihm noch vor dem Frühstück Saft aus eingeweichtem Trockenobst. Dazu abends fünf Trockenpflaumen und eine getrocknete Feige in einer Tasse mit so viel Wasser übergießen, dass sie gut bedeckt sind. Morgens abseihen. Als Alternative, auch bei Säuglingen, bietet sich Pflaumen- oder Birnensaft an. Ebenfalls für Babys geeignet ist Milchzucker: Gib einen Teelöffel davon ins Fläschchen.

Das hilft bei Durchfall

Bei starkem Durchfall verliert dein Kind Flüssigkeit und viele Mineralien. Dagegen helfen spezielle Glukose-Elektrolyt-Mischungen aus der Apotheke, die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Sie werden in Wasser aufgelöst und enthalten auch Traubenzucker. Ein Hausmittel ist Blutwurztee: Zwei Teelöffel zerkleinerte Blutwurz mit einem halben Liter Wasser aufkochen, zehn Minuten sieden und weitere 30 Minuten ziehen lassen. Das Kind kann mehrmals täglich eine Tasse von diesem Tee trinken. Auch Heidelbeeren stopfen. Koche drei Esslöffel getrocknete Beeren zehn Minuten lang in 400 Milliliter Wasser. Danach abseihen und dem Kind mehrmals täglich löffelweise den Sud anbieten.

Als Aufbaunahrung nach einer Teepause eignen sich für Babys Reisschleim und Karottensuppe. Reisschleim gibt es als Fertigprodukt. Die Karottensuppe ist im Handumdrehen zubereitet: Zwei geschälte Karotten in einem Viertelliter Gemüsebrühe weich kochen und pürieren. Gib deinem Kind diese Suppe über den Tag verteilt, eventuell im Wechsel mit einer zerdrückten Salzkartoffel. 

Das hilft bei Erbrechen

Einmaliges Erbrechen ist noch kein Grund zur Sorge. Die Kleinen können sich leichter als Erwachsene von Nahrung befreien, die sie schlecht vertragen. Erst wenn dein Kind sich mehrmals hintereinander erbricht, wenn es keine Flüssigkeit im Magen behalten kann und möglicherweise auch noch Fieber bekommt, solltest du mit ihm zum Arzt gehen.

Fertigtees aus Kamillenblüten oder Melissenblättern entspannen und beruhigen die gereizte Magenschleimhaut. Bei Übelkeit raten Ärzte zu Fencheltee.
Ein feuchtwarmer Wickel mit Heilerde entspannt die Magenmuskulatur und lindert Schmerzen. Verrühre dazu zwei Esslöffel Heilerde mit etwas lauwarmem Wasser zu einem Brei. Das Ganze auf ein feuchtes Tuch streichen und dem Kind mit der bestrichenen Schicht auf den Oberbauch legen. Den Wickel kannst du mit einem trockenen Handtuch und einem Wollschal fixieren.

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