Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen

Delfintherapie ohne Delfine: Wie funktioniert das?

Kleine Patienten erleben durch eine Delfintherapie wunderbare Verbesserungen bei Behinderungen, aber auch Autismus, ADHS, Entwicklungsverzögerungen, Sprach- und Wahrnehmungsstörungen. Wir haben mit einer Therapeutin gesprochen, die uns erklärt, wie eine Delfintherapie auch ohne Delfin funktioniert.

Delfintherapie ohne Delfine – wie soll das gehen? Das war wohl die erste Frage, die wir uns in der Redaktion stellten, als wir von diesem Thema hörten. Nichts kann doch die beeindruckenden Tiere ersetzen, von denen man schon oft gehört hat, dass sie auf den Menschen durchaus eine heilsame Wirkung haben können. Andererseits: das Delfinwohl. In Gefangenschaft kann wohl kaum eine artgerechte Haltung gewährleistet werden. Wir stellen euch eine Therapiemethode vor, bei der Patienten ganz ohne Delfin von den heilsamen Ultraschallwellen profitieren können.

Filip machte mit anderthalb Jahren zum ersten Mal eine Delfintherapie (ohne Delfine)

Die Physio- und Cranio-Sacral-Therapeutin Barbara Dietrich erzählt uns von Filip aus Männedorf in der Schweiz, der das Downsyndrom (Trisomie 21) hat und anderthalb Jahre alt war, als er das erste Mal zur Delfintherapie ohne Delfin kam. Von Geburt an litt er unter hoher Anspannung und hinkte in der Entwicklung seiner Zwillingsschwester Chiara deutlich hinterher. Vor Beginn der Delfintherapie war er motorisch und sprachlich nicht so weit wie seine Altersgenossen und hatte häufige Wutausbrüche.

Wie funktioniert Delfintherapie ohne Delfin?

Seit 2017 können Kinder mit Behinderungen und anderen Beschwerden dank eines Ultraschallfrequenzgenerators von den heilsamen Ultraschallfrequenzen, die auch Delfine aussenden, profitieren. Im Prinzip gilt das für jeden Menschen – man muss kein bestimmtes Krankheitsbild haben, um seine Lebensqualität zu verbessern. Das Gerät mit dem Namen "Neoos" wurde vom Ehepaar Simone und Josua Kohberg, einem Neurowissenschafter, entwickelt, inzwischen finden in der Südsteiermark in Österreich regelmäßig die sogenannten "Delphineoos"-Therapiewochen statt.

Die Familien reisen für eine Woche an und genießen ein umfangreiches Therapiekonzept. In erster Linie wird das Kind, während es von der Therapeutin gehalten im Wasser floatet, mit dem "Neoos" beschallt. Das kleine Gerät trägt es dabei am Körper, wodurch das Kind wunderbar entspannen kann. Die Behandlung wirkt im entspannten Zustand viel besser. Das Kind bekommt gleichzeitig im körperwarmen Wasser eines Naturteichs Cranio-Sacral-Therapie, um den Organismus wieder in Balance zu bringen, indem die Selbstheilungskräfte angeregt werden. Weitere Therapieformen wie Physiotherapie außerhalb des Wassers runden das Konzept ab. Und auch die Eltern oder andere Begleitpersonen dürfen es sich in dieser Woche gutgehen lassen, floaten und andere Behandlungen genießen.

In diesem Video seht ihr ein Interview mit der Delfintherapeutin Barbara Dietrich:

Delfintherapie ist auch zu Hause möglich

Dass die Ultraschallfrequenzen von Delfinen eine heilsame Wirkung auf den Menschen haben, ihn ins körperliche und seelische Gleichgewicht bringen und den Organismus regulieren können, ist wissenschaftlich bewiesen. Dies ist nun auch ohne Tiere und vor allem auch zu Hause möglich: Den "Neoos" nehmen die Familien mit nach Hause, um ihn daheim weiterhin anzuwenden. Das funktioniert auch ohne Wasser, zum Beispiel nachts, da er einfach an den Körper angelegt wird. Es gibt den "Neoos" inzwischen auch in Form einer Armbanduhr, die jeder tragen kann.

Erfolge durch die Delfintherapie bei Kindern

© Foto: Kosys/Delphineoos
Der kleine Filip mit seiner Zwillingsschwester Chiara und seiner Therapeutin Barbara Dietrich.

Der kleine Filip konnte sich durch die Ultraschallfrequenzen beim Floaten im Naturteich wunderbar entspannen, und sich dadurch gut auf die weiteren Behandlungen im Rahmen der Therapie einlassen. Nach der einen Woche "Delphineoos"-Therapie stellten seine Eltern und Therapeutin Barbara Dietrich bei ihm eine verbesserte Wahrnehmung, entspanntere Muskeln, verbessertes Ausdrucksvermögen, eine bessere Motorik, besseren Schlaf und weniger Wutanfälle fest.

Nachdem Filip den "Neoos" ein Jahr lang zu Hause angewandt hatte, also im Alter von 2,5 Jahren, war sein Gang stabiler geworden, er war insgesamt kräftiger, beweglicher, selbstständiger, konnte sich besser konzentrieren, interagieren, war ausdauernder und ausgeglichener. Auch Sprache und Schlaf hatten sich weiter verbessert.

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