"Kleine Kügelchen für kleine Patienten"

Wissenswertes rund um Globuli

Sie haben kaum Nebenwirkungen und sind für Kinder besonders gut verträglich: Globuli. Wie Globuli hergestellt werden, was es mit den Potenzen auf sich hat und welche für den Nachwuchs geeignet sind, erklärt Apotheker Wolfgang Gemple.

wireltern.de: Woraus bestehen Globuli?

Wolfgang Gemple: Sie enthalten als Trägerstoff – also als Hauptsubstanz – Rohrzucker oder Xylit. Wir stellen Globuli ausschließlich nach „Hahnemann-Tradition“ her, schließlich hat der Begründer der klassischen Homöopathie, der Arzt Samuel Hahnemann, für die Herstellung Rohrzucker als Trägerstoff empfohlen. Wir möchten dieser über 200 Jahre alten Arzneimittelherstellung treu bleiben, denn nur so können wir die bewährte Wirkungsweise voraussetzen. Zum anderen wird der Zuckeraustauschstoff Xylit kontrovers diskutiert.

Warum?

Weil in manchen Fällen eine abführende und blähende Wirkung beobachtet wurde, nachdem Xylit in größerer Menge eingenommen wurde.

Wie werden die Streukügelchen hergestellt?

Die homöopathische Mischung wird auf den Rohrzucker oder den Xylit aufgesprüht und anschließend getrocknet. Dabei verdunstet die Mischung und die homöopathische Information bleibt im Trägerstoff erhalten.

Sind sie besonders für Babys und Kinder geeignet?

Ja. Klassisch hergestellte Globuli enthalten weder Milchzucker – manche Kinder leiden ja unter einer Lactoseintoleranz–, noch Alkohol, noch sonstige unnötige Hilfsstoffe. Die Erfahrungsheilkunde zeigt, dass Kinder auf die Heilkräfte der Homöopathie besonders schnell ansprechen, weil ihr Körper über eine große Reaktionsfähigkeit verfügt. Hinzu kommt, dass die Kügelchen geschmacklich angenehm sind und nicht, wie so oft bei anderen Darreichungsformen, von den Kindern schnell wieder ausgespuckt werden.

Was hat es mit den Potenzen auf sich?

Unter „Potenzieren“ versteht man die schrittweise Verdünnung der sogenannten Urtinktur – zum Beispiel Kamille – mit einem medizinisch nicht wirksamen Trägerstoff. Nach jedem Verdünnungsschritt wird kräftig geschüttelt oder verrieben, dadurch findet ein dynamischer Prozess statt. Homöopathen machen diese schrittweise Verdünnung beziehungsweise das Verschütteln oder Verreiben dafür verantwortlich, dass die Heilwirkung gesteigert wird oder sich gar erst durch die Potenzierung entfalten kann, nach dem Motto „Weniger ist mehr“. D6 bedeutet beispielsweise, dass die Urtinktur sechsmal um 1:10 verdünnt und potenziert wurde. „D“ steht demnach für „Dezimal“.

Und welche Potenzen für Kinder?

Es hat sich gezeigt, dass der kindliche Organismus besonders gut auf D6- und D12-Potenzen anspricht. Diese werden übrigens generell am häufigsten verordnet.

Haben Sie noch einen Tipp für Mütter und Väter?

Eltern sollten großen Wert auf sanfte Therapiemethoden legen, um ihr Kind vor Nebenwirkungen zu schützen. Hier bieten Globuli die ideale Grundlage, nach dem Motto „kleine Kügelchen für kleine Patienten“. Väter und Mütter sollten aber auch die Grenzen der Selbstbehandlung beachten und bei akuten Beschwerden den Rat eines Arztes einholen. Natürlich darf die homöopathische Behandlung auch mit anderen naturheilkundlichen Maßnahmen kombiniert werden. Wenn Ihr Kind zum Beispiel unter Zahnungschmerzen leidet, können Sie ihm zusätzlich einen natürlichen Beißring, eine Wurzel der wilden Iris, erhältlich in Apotheken, anbieten.

Unser Experte

Wolfgang Gemple, Diplom-Biologe und Apotheker, Geschäftsführer Schuck GmbH Arzneimittelfabrik, www.schuck-arzneimittel.de

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