Tipps & Tricks

Dem Kind die Haare waschen: Ohne Gezeter, ohne Geschrei

Baden finden die meisten Babys und Kinder super – beim Haare waschen gibt es aber häufig Tränen. 15 Tipps, mit denen der Waschgang leichter wird.

Meistens finden Kinder Shampoo anfangs noch aufregend und lassen sich den Kopf gerne einschäumen. Doch irgendwann kommen fast alle Eltern an den Punkt, an dem Haare waschen zur nervenaufreibenden Prozedur wird.

Warum das Kind beim Haare waschen weint und schreit

Kleine Kinder haben ein sensibles Gleichgewichtsgefühl und bekommen leicht Panik, wenn ihnen plötzlich Wasser über Gesicht und Nase läuft. Dadurch verlieren sie ihren Orientierungssinn. Wenn dann auch noch versehentlich Schaum in die Augen gelangt und zu brennen beginnt, möchten sie dieser Situation so schnell wie möglich entkommen. Verständlich! Eltern sollten das Haare waschen daher auch immer wieder behutsam angehen ... auch wenn es nervt, dass das Kind sich jedes Mal aufs Neue mit Händen und Füßen wehrt.

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15 Tricks für ein entspannteres Haarewaschen beim Kind

1. Gemeinsam baden
Kinder ahmen gerne nach. Entweder können Mama oder Papa mit in die Wanne steigen und sich mit dem Nachwuchs gegenseitig die Haare einschäumen. Auch die wasserfeste Lieblingspuppe* oder der Teddy, der eh mal wieder in die Waschmaschine gehört, sind prima Bade-Buddies.

2. Kleine Schaumschläger
Spielen ist die beste Ablenkung. Und deshalb solltet ihr beim gemeinsamen Baden einen kleinen Wettbewerb starten: Wer kann die besten Schaumtiere auf dem Kopf des Gegenübers basteln? Und wer schafft den höchsten Schaumturm?

3. Keine bösen Überraschungen
Der Schreckmoment, wenn’s plötzlich in den Augen brennt, ist der Schlimmste! Ihr solltet eurem Nachwuchs daher immer Schritt für Schritt erklären, was ihr gerade macht, beispielsweise "Jetzt nehme ich die Duschbrause und spüle deine Haare aus." Eine ruhige Stimme entspannt die Atmosphäre zusätzlich.

4. "Ich kann das schon alleine!"
Wenn Kinder ein wenig älter sind, wollen sie ein Mitspracherecht haben. Wenn Mama oder Papa ihnen das Gefühl geben, dass sie alleine entscheiden dürfen, geht vieles besser. Auch das Haarewaschen. Lasst eure Kids also selbst entscheiden, welches Shampoo sie benutzen wollen und die Duschbrause selber halten. Später könnt ihr zeigen, wie man sich einen Handtuchturban macht – spätestens dann fühlen sich die Kleinen ganz groß!

5. Einmal waschen, bitte!
Kinder lieben Rollenspiele! Und heute werdet ihr zum Friseur. Fragt euren Nachwuchs, ob die Wassertemperatur angenehm ist und ob ihr einen Kindercappuccino nach dem Ausspülen anbieten dürft? Bei so viel Service vergessen viele Kinder, dass Haarewaschen eigentlich doof ist. Alternativ könnt ihr eurem Kind die Haare auch tatsächlich wie beim Friseur waschen – im Sitzen nach hinten gelehnt mit dem Kopf auf den Badewannenrand.

6. Ortswechsel
Manche Kinder lassen sich lieber unter der Dusche als in der Badewanne die Haare waschen. Klingt seltsam, ist aber so! Vielleicht weil sie das Gefühl haben, schneller flüchten zu können? Wie dem auch sei. Am besten einfach mal ausprobieren! Und wenn zu Hause wirklich gar nichts mehr geht, hilft vielleicht ein Badebesuch bei den Großeltern oder im Schwimmbad - sofern Corona es zulässt.

7. Coole Kiddie-Shampoos
Die Regale in der Drogerie sind voll mit Kindershampoos. Nehmt euer Kind mit und lasst es sich ein Produkt aussuchen. Glitzernde und toll duftende Shampoos haben nicht nur den Vorteil, dass sie von Kindern gerne benutzt werden, ihre milden Inhaltsstoffe brennen auch weniger in den Augen und reizen die Kopfhaut nicht.

8. "Das breeeeent!"
Wenn Kinder einmal Schaum in die Augen bekommen haben, ist der Fluchtreflex beim nächsten Waschgang vorprogrammiert. Das Einschäumen ist meistens nicht das Problem – sondern das Ausspülen. Hier hilft es, wenn die Haare kopfüber abgebraust werden. Die Augenbrauen wirken dann quasi wie eine Schaumbremse und das Wasser läuft von der Stirn über die Wangen bis zum Kinn. Positiver Nebeneffekt: Die Haare verknoten so weniger, sprich auch beim Kämmen gibt es später keine Tränen. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

9. Nicht rubbeln!
Apropos weniger Kletten: Das Shampoo sollte in den Handflächen aufgeschäumt und dann vom Ansatz bis in die Spitzen gestrichen werden. Am besten gebt ihr eurem Kind – je nach Haarlänge – einen hasel- bis walnussgroßer Klecks in die Hände und übertragt ihm dann die verantwortungsvolle Aufgabe, die Haare ordnungsgemäß einzuschäumen. So hochkonzentriert bleibt wenig Zeit für Angst.

10. Schutz für die Augen
Ein Waschlappen vor das Gesicht gehalten, verhindert, dass Wasser und Shampoo in die Augen gelangen können. Auch eine Taucherbrille tut hier gute Dienste. Der Porsche unter den Augenschützern ist eine Art Rundum-Schirmmütze mit Aussparung für den Haarschopf (gibt es z.B. hier für knapp 10 Euro zu kaufen*). Sieht seltsam aus – aber wenn’s hilft ... 

11. Gießen statt spülen
Kinder lieben Spielzeug. Kleine, bunte Becher oder Gießkannen sind nicht nur prima zum Planschen, sondern auch zum Ausspülen der Haare. Denn das Wasser läuft langsamer und zielgerichteter über den Kopf des Kindes und wird dadurch oft angenehmer empfunden. 

12. Tauchgang
Kinder probieren gerne Sachen aus – besonders, wenn man sie herausfordert. "Kannst du mit dem Kopf schon untertauchen?", fragt die Mama ganz lieb und freut sich insgeheim, dass dabei automatisch die Haare ausgespült werden. Oder: "Kannst du schon auf dem Rücken schwimmen? Und den Kopf soweit nach hinten halten, dass die Ohren unter Wasser sind?"

13. Lesen macht (Haarwasch)-Laune
Es gibt unzählige Bücher, die das Thema Haare waschen thematisieren. So kann man den Kids in einer ruhigen Minute erklären, was da eigentlich vor sich geht. Und in der Wanne kann man das Kind dann daran erinnern, wie mutig der Haarwasch-Held im Buch war. Toll ist z.B. "Badetag für Hasenkind"*, 8,95 Euro, Moritz Verlag.

14. Wirklich waschen?
Haare müssen nicht zwingend bei jedem Gang in die Badewanne gewaschen werden. Sonnencreme, Matsch oder andere grobe Verschmutzungen müssen natürlich mit Shampoo entfernt werden – ansonsten reicht es bei kleinen Kindern aber völlig aus, die Haare nur einmal pro Woche oder sogar nur alle 14 Tage zu waschen. Hartgesottenen Waschmuffeln kann man grobe Verschmutzungen übrigens auch ausbürsten.

15. Alles nur eine Phase
Wie so viele andere Dinge hört auch die "Ich will meine Haare nicht waschen"-Phase irgendwann wieder auf. Bei dem einen früher, bei dem anderen später. Eltern sollten möglichst gelassen damit umgehen – dann wird es für alle Beteiligten leichter. Wie so oft erzeugt Druck nur noch mehr Gegendruck. Und mal Hand aufs Herz: Es gibt doch wirklich Schlimmeres, als Haare, die länger nicht gewaschen wurden. Jedes Kind hat halt seinen eigenen Kopf ...

Dem Baby die Haare waschen

Babys Schopf ist häufig noch sehr dünn und kaum verschmutzt. Daher reicht es in den ersten Monaten auch aus, das Köpfchen mit einem Waschlappen und warmen Wasser zu reinigen. Erst wenn Verschmutzungen wie Breireste, Sonnencreme oder Sand in den Haaren oder auf der Kopfhaut kleben, sollte ein mildes Babyshampoo zum Einsatz kommen. Wenn Babys mit sehr dichten, langen Haaren auf die Welt kommen, kann es sinnvoll sein, schon früher Shampoo zu benutzen.

Beim Baden kommt es auf die richtige Haltung an: Mama oder Papa greift mit einem Arm unter dem Rücken des Babys durch und umfasst das Ärmchen auf der anderen Seite. Dann liegt das Kleine auf dem Unterarm und neigt seinen Kopf nach hinten. So können die Haare leicht mit Wasser und später Shampoo ausgespült werden, ohne das Schaum in die Augen gelangen kann.

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Unsere Autorin

Jana Kalla

Jana Kalla ist Chefredakteurin bei Leben & erziehen. Vorher war sie viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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