Der Alleskönner unter den Hausmitteln

Heilen mit Honig

Forscher bestätigen: Honig hilft! Denn er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. So setzen Eltern das Hausmittel Honig bei ihren Kindern am besten ein.

Warme Milch mit Honig: Das ist vielleicht das bekannteste Hausmittel überhaupt. Auch Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster, Dozent am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg, empfiehlt: Bei beginnendem Husten kann Honigmilch zur Lösung des Hustens beitragen. Dazu einen Teelöffel Honig in einem Achtelliter warmer Milch auflösen. Den Vorbehalt, dass Milch noch mehr „verschleimt“, rückt Dr. Renz-Polster ins rechte Licht: „Zwar liegt nach dem Milchtrinken eine Zeit lang eine Art Film auf den Schleimhäuten, aber der macht eine Erkältung oder den Husten nicht schlimmer.“

Honig nicht zu stark erhitzen

Wird Honig zu warm übergossen, verliert er seine antibakteriellen Kräfte. Deshalb Milch oder Tee auf Trinktemperatur (40 Grad) abkühlen lassen und dann den Honig einrühren. Oder dem Kind den Honig pur geben.
Dass das Hausmittel Honig auch gegen nächtlichen Husten genauso gut hilft wie manche Medizin, haben amerikanische Ärzte nachgewiesen. Sie gaben 105 Kindern im Alter von zwei bis 17 Jahren entweder Buchweizenhonig oder einen Sirup mit dem Wirkstoff Dextromethorphan. Ergebnis: Mit dem Honig besserte sich das Befinden der Kinder genauso wie mit dem Hustensirup. Buchweizenhonig wirkt möglicherweise besser als andere Sorten, weil er mehr Antioxidantien enthält.

Als Einschlafhilfe

Milch mit Honig gilt auch als heißer Tipp für Kinder, die nicht einschlafen können. Der Honig darin ist der Verstärker. Als eigentlichen Wirkstoff sehen die Wissenschaftler das Tryptophan, das vor allem in der Milch steckt. Es fördert die Bildung der beiden „Schlaf-Hormone“ Serotonin und Melatonin. Der Zucker im Honig sorgt dafür, dass das Tryptophan schneller ins Gehirn gelangt.

Besser als Antibiotika

Bei der Pflege von Wunden setzen Ärzte und Pfleger der Krebsstation der Bonner Universitäts-Kinderklinik auf das Hausmittel Honig. „Selbst Wunden, die über Jahre nicht heilen wollten, bekommen wir damit oft innerhalb weniger Wochen in den Griff“, hat der Wundpflege-Spezialist Kai Sofka beobachtet. Der Verbandwechsel tut nicht so weh und der Honig riecht gut. Besonders wichtig: Honig wirkt auch gegen Keime, die inzwischen gegen die meisten Antibiotika resistent sind. Die Ärzte verwenden einen „Medihoney“, den es auch rezeptfrei in der Apotheke gibt. Eltern können damit wie mit anderen Cremes kleinere Wunden bei Kindern behandeln. Aber keine Experimente mit "normalem" Honig aus dem Supermarkt machen!

Heilsam gegen Herpes

Geschwüre (Aphten) im Mund oder Mundfäule (Stomatitis aphthosa) tun Kindern oft so weh, dass sie weder trinken noch essen. Dann können Eltern ihnen Honig auf die entzündeten Stellen pinseln. Oft hilft das nicht nur kurzfristig, sondern heilt. Hinter Mundfäule stecken nämlich die gleichen Viren wie hinter Lippenherpes. Dagegen hilft Honig manchmal besser als der Standard-Wirkstoff Aciclovir. Das zeigte eine Studie von arabischen Ärzten, bei der die Patienten viermal täglich in Honig getränkte Kompressen 15 Minuten lang auf die wunden Stellen drückten.

Nicht für Babys!

Achtung: Im ersten Lebensjahr ist Honig tabu! „In sehr seltenen Fällen kann er Botulinumtoxin enthalten, der auf Nervensystem und Muskeln lähmend wirkt", erklärt Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster. Gefährdet sind vor allem Säuglinge unter einem Jahr, weil ihr Immunsystem mit den Bakterien noch nicht fertig wird. „Zum Kochen oder Backen kann Honig aber problemlos verwendet werden“, so Dr. Renz-Polster.

Als wirkungsvolles Hausmittel gegen Infekte eignet sich Honig dann ab dem zweiten Lebensjahr.

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