Expertenrat

Hepatitis E: Macht uns die Salami krank?

In Sachen Lebensmittel geht’s mal wieder um die Wurst. Diesmal: um Rohwürste. Oft lauern in Mettwurst, Salami und rohem Schweinefleisch nämlich Hepatitis E-Viren, die eine Leberentzündung auslösen können. Müssen sich Eltern Sorgen machen?

Frage: Dürfen wir ab sofort keine Salami, kein Mett etc. mehr essen, Herr Professor Johne? 

Antwort: Wer das Risiko einer Infektion mit dem Hepatitis E-Virus (HEV) auf ein Minimum reduzieren möchte, sollte auf Rohwürste und rohe Fleischprodukte verzichten, ja. Das gilt insbesondere für Schwangere, immungeschwächte Menschen und Menschen mit Schädigungen der Leber. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt außerdem, Fleisch und Innereien – vor allem Leber – von Schweinen und Wildschweinen immer vollständig und gleichmäßig durch Kochen oder Braten zu erhitzen. Kurzes Aufkochen oder Erhitzen in der Mikrowelle reichen nicht aus, da das Virus relativ hitzestabil ist. Auch das Einfrieren von Lebensmitteln tötet die Erreger nicht ab. Es besteht für Eltern aber kein Grund zur Panik. Denn: Nur wenige Infektionen führen zu einer Entzündung der Leber mit Oberbauchschmerzen und Gelbsucht. Untersuchungen haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der HEV-Infektionen unbemerkt und ohne Symptome verläuft.

Unser Experte

Professor Dr. Reimar Johne, Wissenschaftler am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), www.bfr.bund.de

 

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