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Infektion und Behandlung

Herpes bei Babys: Kleine Bläschen – große Gefahr!

50 Prozent aller Kinder haben schon Bekanntschaft gemacht mit dem Erreger von Lippenbläschen, dem Herpesvirus. Gerade im Kindergartenalter tritt Herpes häufig auf, da die Kleinen in engem Kontakt miteinander spielen. Infiziert sich ein Baby, so kann es sogar lebensgefährlich sein. Alle wichtigen Infos haben wir in folgendem Artikel zusammengefasst.

Wenn´s an der Lippe zwickt und kribbelt, wissen die Betroffenen schon Bescheid: Herpes ist wieder im Anmarsch. Die Bezeichnung "Herpes" stammt vom griechischen Wort "herpein", was so viel bedeutet wie kribbeln oder kriechen. Knapp 90 Prozent der Bevölkerung infiziert sich im Laufe des Lebens mit dem "Herpes labialis", dem Lippenherpes. Der erste Kontakt mit dem Virus, die eigentliche Ansteckung, erfolgt in der Regel bis zum fünften Lebensjahr.

Oft verläuft sie unbemerkt und ohne Krankheitsanzeichen, manchmal aber auch in Form der sogenannten Mundfäule mit schmerzhaften Bläschen im Mundraum. Durch winzige Hautverletzungen gelangen die Erreger in den Körper, zum Beispiel über das Berühren anderer Kinder oder den Kuss von Mutter oder Vater. Die Viren wandern in haut oder Nervengewebe und lauern dort lebenslang. 

Meist wird der Ausbruch als unangenehm und störend empfunden. Die hässlichen Bläschen sind einfach unschön, das Gefühl von Unreinheit macht sich beim Betroffenen und auch bei Außenstehenden breit. Doch dieser bleibt nach dem Abklingen in den meisten Fällen ohne Folgen. Richtig gefährlich, sogar lebensbedrohlich, können Herpesviren allerdings für Babys werden...

Herpes bei Babys: Infektion verhindern!

Aktuell liest und hört man immer wieder Berichte, in denen Eltern vom Tod ihres Neugeborenen in Folge einer Herpesinfektion erzählen. Eine schreckliche Vorstellung. Doch dies sind längst keine Einzelfälle mehr. Die Gefahr besteht defintiv – und ist nicht zu unterschätzen! Wir erklären euch, worauf ihr achten solltet, wie ihr im Falle einer Infektion vorgeht und welche Folgen eine solche für euer Baby haben könnte.

Das Immunsystem ist zu schwach

Im Zuge einer Infektion mit Herpesviren wird der kleine Körper enorm belastet. Gerade in den ersten Lebensmonaten sind Babys sehr anfällig und das noch nicht ausgeprägte Immunsystem kann entsprechend nicht ausreichend Gegenwehr leisten. Die Folge: Infiziert sich ein Baby mit Herpes, breiten sich die Viren schnell und weitreichend aus: es besteht höchste Lebensgefahr. 

Entzündungen, Grippe, Organversagen...

Eine Herpesinfektion äußert sich beim Baby oft schnell und meist unter folgenden Symptomen: Je nach Verlaufsform treten Bläschenwurf auf Schleimhäuten und Mund, eine Bindehautentzündung, zunehmende Trinkschwäche oder eine Trübung des Sehvermögens auf. Auch grippeänhliche Begleiterscheinungen, Fieber sowie gefährliche Hirnhautentzündungen können im Rahmen einer Infektion folgen. Ist diese im Körper des Babys bereits weit fortgeschritten, kann – trotz sofortiger Behandlung – eine daraus resultierende Blutvergiftung zu folgenschwerem Organversagen führen. 

Bei Infektion: Umgehend mit Behandlung beginnen

Fällt euch bei eurem Baby eines der oben genannten Symptome auf, so konsultiert bitte direkt einen Arzt. Wurde Herpes diganostiziert, beginnt dieser zeitnah mit der entsprechenden Behandlung unter Nutzung moderner Medikation. Hier ist Eile geboten, denn die Krankheit breitet sich rasch aus. 

Infektionen vorbeugen: Schützt euer Neugeborenes

Menschen, bei denen nachweislich Herpes ausgebrochen ist / war, sollten – sofern möglich – den Kontakt zu Babys gänzlich meiden oder minimieren. Bei Kontakt ist das Tragen eines Mundschutzes angebracht. Desweiteren – dies gilt übrigens auch für alle anderen – ist es absolut ratsam, sich im Vorfeld Hände und, wenn möglich, von der Infektion betroffene Stellen zu desinfizieren. Dass direkter Hautkontakt wie Küssen oder anderer körperlicher Austausch unbedingt vermieden werden sollte, steht außer Frage. Letztlich wichtig: Seid euch der Gefahr für euer Baby bewusst und unterschätzt ein für euch harmloses Herpesbläschen nicht. Prophylaktisch zu arbeiten ist hier, wie in den meisten Fällen, der richtige Weg. 

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Keine dicke Lippe riskieren: Herpes bei Kindern und Erwachsenen

Der Ausbruch von Herpes ist nie direkt vorauszusagen. Die Viren können jederzeit aktiv werden. Erst ab der Reaktivierung tritt dann das bekannte Krankheitsbild der nässenden Lippenbläschen auf. Die Auslöser sind vielfältig: Erkältungen, Ekel etwa vor unappetitlichem Essen, Stress oder bei Frauen Hormonschwankungen während der Menstruation oder Schwangerschaft.

Bei Kindern führt auch eine zu intensive UV-Bestrahlung schnell zur Bläschenbildung. Schützen können sich Betroffene nicht wirklich. Vorbeugend wirkt alles, was das Immunsystem stärkt: Viel Vitamin C, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf.

Ist Herpes jedoch einmal da, ist er eine unangenehme Plage – speziell, wenn Kinder betroffen sind, die noch nicht verstehen, dass sie an den juckenden Stellen nicht kratzen dürfen und Küsschen tabu sind. Genau wie das gemeinsame Nutzen von Gläsern, Besteck oder Zahnbürste. Denn, solange sich auf der Lippe keine Krusten gebildet haben, sind die nässenden Bläschen hoch ansteckend und können zu neuen Infektionen im Mundraum und Gesicht führen.
 

Die Viren im Zaum halten: Behandlungsmethoden

Ohne Behandlung platzen die Bläschen nach einigen Tagen auf, bilden Krusten und heilen in ein bis drei Wochen ab. Jedoch stehen zahlreiche Produkte und Hausmittel zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf verkürzen und die Virenvermehrung hemmen. Das A und O ist dabei, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

Der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff ist Aciclovir. Beim Lippenherpes wird er vor allem als Crème mehrmals täglich aufgetragen. Für Kinder eignen sich vor allem Hausmittel wie Zink, Melisse, Zahnpasta oder Honig. Sie trocknen die Wunden aus und lindern den Schmerz.

In letzter Zeit etablieren sich zudem neue Methoden der Herpesbehandlung – etwa ein Wärmestift oder ein ph-Wert-senkender "Lippenstift", die – bei erstem Kribbeln und Spannen angewendet – den Ausbruch der lästigen Herpesbläschen verhindern können und dabei ohne Chemie "arbeiten". Geeignet sind diese Behandlungsgeräte daher auch für Kinder und Schwangere. Solange der Lippenherpes während der Schwangerschaft auf den Mund der Mutter beschränkt bleibt, können Frauen auch Salben verwenden. Nervig, jedoch harmlos.

Fazit

Für ein Neugeborenes ist eine Infektion mit dem Herpesvirus, wie oben beschrieben, sehr gefährlich. Betroffene Eltern sollten ihr Kind daher nicht küssen und Schnuller, Sauger oder Löffel des Kindes nicht in den Mund nehmen. Denn auch, wenn die meisten Menschen sich früh mit dem Herpesvirus infizieren, sollte das unter allen vermeidbaren Umständen nicht im Säuglingsalter geschehen (!).

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