Vorsicht!

Gefahrenquelle Hochbett: Extreme Unfälle im Kinderzimmer

Die meisten Kinder lieben sie. Für manche Familien sind sie aufgrund von Platzmangel unabdingbar. Aber: Eine Mom-Bloggerin macht jüngst aufmerksam auf die Gefahren, die von einem Hochbett ausgehen können. Unfall-Geschichten, die Eltern erschauern lassen.

Ich hatte früher ein Hochbett. Meine Schwester auch. Viele meine Freunde ebenfalls. Über Gefahren haben wir uns in unseren kindlichen Köpfen natürlich nie Gedanken gemacht. Mussten wir auch nicht. Denn glücklicherweise ist nie etwas passiert. Wir fanden das Stockbett einfach cool. Und gemütlich. Punkt. 

Nun, als Mutter von drei Kindern, sehe ich das Ganze etwas anders. Etwas kritischer. Ein Hochbett für unseren Großen, der gerade fünf Jahre alt geworden ist? Darüber haben wir tatsächlich nachgedacht. Denn auch er findet so ein Bett ziemlich spannend. Aber mein Mann und ich haben die Idee schnell wieder verworfen. Zu groß ist uns das Risiko des nächtlichen Herausfallens. Des zu wilden Tobens auf dem Bett. Mit seinen Freunden oder Brüdern. Als ich vor ein paar Tagen einen Post auf Instagram sah, erinnerte dieser mich nochmal sehr deutlich an die Gefahren.

Mom-Bloggerin macht auf Risiko aufmerksam: "Mir persönlich kommt kein Hochbett ins Haus!"

Laura Niemeyer folgen über 115.000 Menschen. Sie hat eine sehr rege Community, die sich aktiv in Diskussionen einschaltet und bereitwillig echte Geschichten aus ihrem Leben teilt. Als die Bloggerin, selbst Mama von drei kleinen Kindern, das Thema "Hochbett" und die damit einhergehenende Gefahr anspricht, erreichen sie unzählige Kommentare und zum Teil erschreckende Erfahrungsberichte.

Nur ein kleiner Auszug aus den schrecklichen Nachrichten, die die Influencerin erreicht haben:

"Ich bin als Kind (6 Jahre) bei meiner Tante kopfüber aus dem Hochbett gefallen. Hatte eine sehr schwere Gehirnerschütterung und habe laut meinen Eltern 2 Tage nicht mehr geredet."

"Hatte auch ein Hochbett, bin mit 4 Jahren runtergefallen und mit dem Arm hängen geblieben. Fazit Ellenbogen gebrochen! Wird's hier nicht mehr geben."

"Mein Cousin ist aus dem Hochbett gefallen und hat sich die ZUNGE abgebissen! Never ever Hochbett"

"Never ever! Kleiner Bruder meiner besten Freundin mit 3 Jahren kopfüber runtergefallen. Pflegefall. Hat die Familie fast zerbrochen."

"Vor kurzem ist die Tochter einer Bekannten (6 Jahre alt) gestorben, weil sie auf dem Hochbett gehüpft und runtergefallen ist... Also ganz ehrlich, das ist scheiß gefährlich."

Hochbetten für unter Dreijährige tabu:

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor dem Einsatz von Hochbetten vor dem Vorschulalter! Eine Studie aus den USA belegt, dass vor allem unter Sechsjährige von Unfällen betroffen sind. Kinder unter drei Jahren haben sogar ein über 40 Prozent höheres Risiko sich im Zusammenhang mit Hochbetten zu verletzen. "Ihr Körperschwerpunkt liegt höher und sie tendieren dazu, mit dem Kopf voraus zu fallen", erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte auf der Website des Verbandes. Aber auch Teenager erleiden noch schwere Unfallverletzungen, belegt die Studie. 

Platzmangel: Was, wenn nur ein Hochbett ins Kinderzimmer passt?

Wenn beispielsweise aus Platzgründen nicht auf ein Etagenbett verzichten werden kann, raten Experten auf folgende Dinge zu achten: 

  1. Das Hochbett sollte das GS-Prüfzeichen tragen.
  2. Es sollte eine ausreichend hohe Brüstung haben, um ein Herausfallen im Schlaf zu verhindern: mindestens 16 Zentimeter über der Matratze.
  3. Auf Federkernmatratzen lieber verzichten. Sie animieren Kinder zum Hüpfen und Toben.
  4. Keine scharfen Kanten.
  5. Ein für das Kind zu bewältigender Stufenabstand der Leiter.
  6. Eine Lampe direkt am Bett anbringen, damit die Kids auch nachts sicher aus dem Bett klettern können.
  7. Bett an der Wand sicher befestigen bzw. festschrauben.
  8. Und: Kein Herumalbern und wildes Spielen im Stockbett erlauben.
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