Hygiene beim Schwimmen

Kann ich mich im Schwimmbad mit Corona anstecken?

Im Sommer lieben wir es im Freibad. Und im Winter im Hallenbad. Aber ist es überhaupt sicher, in Corona-Zeiten schwimmen zu gehen? Oder stecken wir uns an? Diese und weitere Hinweise für die richtige Hygiene vor und nach dem Baden.

1. Warum sollte man gründlich duschen, bevor man ins Schwimmbecken springt?

Manchmal ist die Dusche im Schwimmbad sooooo kalt oder man möchte einfach so schnell wie möglich ins Wasser... vor allem Kinder haben wenig Lust auf das Duschen vor dem ersten Planscher. Aber ein kurzes Abbrausen vor dem Baden reicht nicht aus und ist Hauptverursacher von Bakterien im Schwimmbecken. Chlor verhindert zwar die Ausbreitung, aber gegen einige Keime ist es auch so gut wie machtlos. Daher sollte vor dem Sprung ins Becken immer gründlich geduscht werden – und zwar mit Duschgel. Dadurch kann auch der typische Schwimmbadgeruch eingedämmt werden. Denn Chlor an sich ist eigentlich geruchsneutral – trifft es aber auf Harnstoff, der in Schweiß und Urin enthalten ist, bildet sich Stickstoffchlorid. Das sorgt nicht nur für den typischen Geruch, es kann auch zu Allergien und Hautreizungen führen. Also: Unbedingt den Achsel- und Imtimbereiche ordentlich abseifen. 

2. Nach dem Baden Haare und Körper waschen

Wer denkt, dass er nach zwei Stunden im Schwimmbecken super sauber sein müsste, irrt gewaltig. Man denke nur an Chlor, Stickstoffchlorid, Keime und Pilze. All diese Dinge möchte man sicherlich nicht aus dem Schwimmbad mit nach Hause nehmen. Chlor kann außerdem Haut und Haare austrocknen

3. Bleiben Corona-Viren im Schwimmbad ansteckend?

Jein. Auf die Abstandsregeln sollte auch im Schwimmbad nicht verzichtet werden. Denn über die beim Sprechen, Husten oder Niesen verteilten Aerosole kann man sich auch hier anstecken. Aber nicht durch das Wasser. Die "Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V." klärt auf, dass dank des Chlor-Anteils in Schwimmbädern, Corona-Viren nicht überleben können. Ratsam ist es also, den Schwimmbad-Besuch mit kleineren Kindern eher auf die nicht ganz so gut besuchten Zeiten zu legen. 

3. Was bringen Badeschlappen im Schwimmbad?

Früher haben Desinfektionsduschen für die Füße Fußpilz verhindert. Mittlerweile wurden sie fast überall abgeschafft, da bei regelmäßiger Nutzung Resistenzen entstehen können. Auch Warzen sind häufig ein Problem in Schwimmbädern: "Die Viren sind unglaublich umweltresistent und allgegenwärtig", so Professor Ulrike Wieland von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikobiologie. "Mit üblichen Desinfektionsmitteln kann man Warzen kaum beikommen. Das Ansteckungsrisiko lässt sich im Schwimmbad nur durch das Tragen von Badeschlappen verringern." Um sich vor einer Infektion mit Fußpilz oder Warzen zu schützen, sollten Füße und Zehen zudem nach dem Baden gründlich gewaschen und abgetrocknet werden. Im feucht-warmen Milieu von Socken und Schuhen haben Pilze und andere Keime es ansonsten besonders leicht, sich zu vermehren. Praktischer Nebeneffekt von Badeschlappen im Sommer: Sie schützen im Freibad auch vor Wespenstichen. Für Kinder sind geschlossene Badeschuhe* praktisch, da sie nicht so locker sitzen wie Badeschlappen. 

5. Das bisschen Pipi im Wasser!?

Eltern wissen natürlich, dass man nicht ins Becken pinkeln darf. Kindern sollte man es so früh wie möglich beibringen und regelmäßig mit ihnen zur Toilette gehen. Außerdem sollte man darauf achten, möglichst kein Wasser zu schlucken bzw. gar nicht erst in den Mund zu bekommen. Zwar macht das Chlor Urin unschädlich, dennoch können sich im Wasser Keime befinden, die krank machen können. Schwimmwindeln halten beispielsweise "Kaka" zurück, dennoch kann es gut passieren, dass Colibakterien ins Wasser gelangen. Und die können im schlimmsten Fall zu Durchfall und Erbrechen führen.

6. Und danach: Handtücher heiß waschen!

Unter der Dusche hat man im besten Fall alle Keime von sich gewaschen. Im Handtuch kann man sie aber dennoch nach Hause tragen. Badebekleidung sollte man auf höchstmöglicher Temperatur waschen (meistens 40 Grad), wenn möglich in den Trockner packen oder in der Sonne bzw. im Winter auf der Heizung trocknen. Bleibt die Wäsche lange feucht, bildet sie einen idealen Nährboden für Keime. Handtücher wäscht man am besten bei 60 bis 90 Grad und gibt sie anschließend ebenfalls in den Trockner. 

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