Studienergebnisse

Seltsame Krankheit bei Kindern nach Corona-Infektion: neue Fakten

In den letzten Monaten tauchte bei einigen Kindern in mehreren Ländern ein rätselhaftes Krankheitsbild auf. Mediziner vermuteten einen Zusammenhang mit dem Coronavirus, konnten das Krankheitsbild aber nicht richtig einordnen. Nun gibt es Klarheit.

Update 1. Juli 2020: Nachdem weltweit bei einigen Kindern –  vermutlich nach einer Corona-Infektion – ein weiteres Krankheitsbild auftrat, herrschte zunächst große Unsicherheit. Zwei US-Studien zeigen nun, um welche Krankheit es sich handelt: das sogenannte pädiatrische entzündliche Multisystem-Syndrom, kurz MIS-C, wie focus.de berichtet. Zu den Symptomen gehören Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, aber auch Hautauschlag, Herz- und Kreislaufprobleme. Die knapp 300 in den USA untersuchten Kinder und Jugendlichen hatten zuvor alle (zumindest wahrscheinlich) eine Corona-Infektion durchgemacht. MIS-C trat ein paar Wochen nach der Sars-CoV-2-Infektion auf.

Wichtig zu wissen ist, dass MIS-C sehr selten ist. So seien laut der Studien nur zwei von 100.000 Mensch unter 21 Jahren davon betroffen. Die Ursache von MIS-C sei noch nicht abschließend geklärt. Die Forscher vermuten, dass das Immunsystem in diesen Fällen überreagiert.

Bereits im Mai berichtete der Deutschlandfunk, dass bei mindestens 73 Kindern im US-Bundesstaat New York Symptome aufgetreten seien, die an das Kawasaki-Syndrom oder auch das Toxic-Shock-Syndrom erinnern und die durchaus Ähnlichkeit mit MIS-C haben.

Drei Kinder, die im Mai mit entzündeten Blutgefäßen und Herzproblemen im US-Bundesstaat New York gestorben waren, wurden positiv auf Covid-19 getestet, zeigten aber keine typischen Coronavirus-Symptome.

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Zuvor wurden auch in Europa und anderswo in den USA Fälle von Kindern gemeldet, die mit schweren Entzündungskrankheiten auf der Intensivstation behandelt werden mussten. Ob ein Zusammenhang mit dem Coronavirus besteht, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt.

Auch in Großbritannien hatte es bereits vor einigen Monaten ähnliche Fälle gegeben. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sei sehr besorgt, wie die englische Zeitung "The Guardian" Ende April berichtete. Bei einigen der in Großbritannien intensiv-medizinisch behandelten Kinder wurde das Coronavirus nachgewiesen, bei anderen nicht. Bis dato war noch unklar, ob es sich bei den schweren Verläufen um Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Krankheiten handelt, bei denen das Immunsystem möglicherweise überreagiert.

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