Bellender Husten

Erste Hilfe bei einem Pseudokrupp-Anfall

Jedes Kind hat mal Husten. Aber manchmal kann sich aus einer normalen Erkältung ein Pseudokrupp-Anfall entwickeln. Was Eltern dann tun können.

Die Symptome sind eindeutig: Plötzlich am späten Abend oder in der Nacht hat das Kind einen Anfall von trockenem, heiseren, bellendem Husten – der wie ein Seehund klingt. Möglicherweise macht es auch hörbare, oft ziehende, pfeifende Geräusche beim Einatmen oder leidet sogar unter Atemnot. In manchen Fällen kommt leichtes Fieber hinzu. Einige Kinder wirken auch panisch oder verängstigt, weil sie schlecht Luft bekommen. Pseudokrupp tritt vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf, denn oft ist er die Folge einer Erkältung. Und gerade nachts ist der Körper anfällig für einen Anfall, da er weniger entzündungshemmendes Cortisol produziert.
Die Ursache für den Pseudokrupp-Husten ist eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmbänder (daher auch die "kehlige" Stimme bei den kleinen Patienten). Die angeschwollene Schleimhaut verengt dabei teilweise die Luftröhre und das kann zu Atemnot führen. Betroffen sind hauptsächlich Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen 18 Monaten und fünf Jahren. Bis zu einem Drittel aller Kinder vom neunten Lebensmonat bis zu etwa viereinhalb Jahren erkranken mindestens einmal an Pseudokrupp – Jungen sind laut Statistik häufiger betroffen als Mädchen, dicke Kinder öfter als schlanke. Bei zehn bis 20 Prozent von ihnen wiederholt sich der Anfall. 

Pseudokrupp-Anfall – was tun?

Auch wenn so ein Pseudokrupp-Anfall Eltern Angst macht, ist die erste Regel: Bewahrt bitte Ruhe! Reagieren Mama oder Papa panisch, bekommt auch das Kind Angst, es atmet dadurch schneller und so verschlimmert sich die Atemnot.
  • Nehmt euer Kind in den Arm – in aufrechter Position fällt das Atmen leichter – und sprecht beruhigend mit ihm.
  • Auch Ablenkung kann helfen, damit das Kind wieder besser atmen kann.
  • Kühle Luft am offenen Fenster oder vor der Haustür oder auch kalte Luft aus dem Kühlschrank lindern das Engegefühl im Hals und erleichtern das Atmen. Wickelt euer Kind vorher in eine warme Decke oder Jacke. Wasserdampf im Badezimmer hilft nicht – die Luft ist zu warm und lässt die Schleimhäute nicht abschwellen. 
  • Ein mit kaltem Wasser angefeuchtetes Tuch auf dem Hals unterstützt das Abschwellen der Schleimhäute. Auch abschwellende Nasentropfen können helfen.
  • Gebt eurem Kind etwas kühles zu trinken, wenn es dazu in der Lage ist.

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Wann Eltern besser den Notarzt rufen

Manchmal muss beim Pseudokrupp-Anfall der Notarzt verständigt werden: Wenn das Kind gleichzeitig hoch fiebert, die Atemnot nicht nachlässt, die Lippen blau werden oder sich die Haut zwischen den Rippen beim Einatmen stark nach innen zieht. In jedem Fall sollten Eltern am nächsten Tag zum Kinderarzt. Er kann dann als Erste-Hilfe-Maßnahme Medikamente (meistens Kortison in Form eines Zäpfchens) verschreiben, sollte sich der Pseudokrupp-Anfall wiederholen.

Normaler Husten oder Pseudokrupp?

Ein normaler Erkältungshusten verläuft in zwei Phasen: Zuerst ist er trocken, einige Tage später wird er lockerer, der Schleim löst sich. Pseudokrupp-Husten ist trocken, rau und bellend und tritt vor allem spätabends und nachts auf. Neben Pseudokrupp gibt es auch noch "echten" Krupp. Dabei handelt es sich um eine sehr gefährliche Kehlkopfentzündung, die während einer Diphterie-Erkrankung auftritt. Sind Kinder nach STIKO geimpft, sind sie vor Diphterie und somit auch vor "echtem" Krupp geschützt. 

Wie lange dauert Pseudokrupp?

Ein Pseudokrupp-Anfall tritt meistens sehr plötzlich auf und kann mitunter sehr heftig sein. Genauso schnell kann sich zumindest das Hauptsymptom, der bellende Husten, wieder bessern. Meistens hört der Spuk nach wenigen Minuten auf und das Kind beruhigt sich. Der Pseudokrupp-Husten wird in der Regel durch Erkältungsviren ausgelöst. Er heilt meist von selbst innerhalb weniger Tage aus. In dieser Zeit kann es jedoch sein, dass es in mehreren Nächten hintereinander zu einem Pseudokrupp-Anfall kommt. Nach und nach verringert sich aber die Schleimbildung und auch die Intensität der Hustenanfälle nimmt ab. 

Ist Krupp-Husten ansteckend?

Pseudokrupp wird durch Virusinfektionen, allen voran Masern, Influenza oder RS-Viren (espiratorisches Synzytialvirus) hervorgerufen. Durch eine Tröpfcheninfektion – also z.B. Niesen, Husten, Sprechen oder dem Berühren von Gegenständen – kann das Virus übertragen werden. Es muss aber nicht zwangsläufig zu einem Pseudokrupp-Husten kommen. Letztlich ist dieser nur ein Sympton der Viruserkrankung. Babys und Kleinkinder trifft es besonders häufig, weil der Kehlkopf und die Luftröhre noch sehr eng sind. Sammelt sich hier der Scheim, kann es zum Krupp-Husten kommen. Genau deshalb erkranken Erwachsene auch nur sehr selten an Psudokrupp. 

Kann man einem Pseudokrupp-Anfall vorbeugen?

Trockene Luft kann das Auftreten von Pseudokrupp begünstigen. Wenn Kinder erkältet sind, sollte daher immer auf ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Feuchte Waschlappen auf der Heizung oder ein Luftbefeuchter können dabei helfen. Wissenschaftlich bewiesen ist mittlerweile auch, das viele Schadstoffe in der Luft, wie z.B. Feinstaub oder Nikotin, Pseudokrupp-Anfälle begünstigen. Kinder, die in Rsucherwohnungen aufwachsen und  "passiv rauchen", sind daher häufiger betroffen. Eltern sollten weder in der Wohnung noch im Auto rauchen, um das Risko eines Anfalls so gering wie möglich zu halten. In seltenen Fällen kann Pseudokrupp auch durch eine Allergie gegen Katzenhaare oder Hausstaubmilben ausgelöst werden.

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