Verbrennungsgefahr

Achtung: Rutschen können glühend heiß werden!

Wenn ihr im Sommer mit euren Kids auf den Spielplatz geht, passt bitte besonders gut auf. Denn Spielgeräte, die in der prallen Sonne stehen, können sich extrem erhitzen.

Rutschen stehen in Deutschland genauestens auf dem Prüfstand. So sind die Fallhöhe und der Seitenschutz bis auf den Millimeter genau vorgeschrieben. Nur wie heiß die Rutschen werden dürfen – dafür gibt es bislang keine Regelung. Leider! 

Denn wenn die Sonne unbarmherzig vom Himmel brennt, können Spielgeräte glühend heiß werden. Rutschen erreichen bei intensiver Sonnenbestrahlung mitunter Werte zwischen 50 und 60 Grad. Und dabei ist es egal, ob sie aus Metall oder Plastik bzw. Kunststoff bestehen. 

Kinderhaut ist besonders anfällig für Verbrennungen

Kinderhaut ist dünner und empfindlicher als die von Erwachsenen. Bei Temperaturen von über 44 Grad wird Gewebe zerstört. Dauert die Hitzeeinwirkung länger, reichen schon Werte ab 40 Grad. Das Gemeine an Rutschen: Sitzt das Kind erst einmal, kann es die heiße Oberfläche nicht so schnell wieder verlassen. Anders zum Beispiel als bei einem heißen Griff, den das Kind instinktiv loslässt, wenn der Schmerz einsetzt. Daher kann es bei Rutschen sogar zu Verbrennungen zweiten Grades kommen.

So erging es vor einigen Jahren auch der kleinen Annalena. Bei einem Ausflug mit ihren Eltern in den Münchner Westpark zog sich die damals Vierjährige auf einer 15 Meter langen Rutsche schlimme Verbrennungen zu. Die Rutsche war so heiß, dass sie am Ende sogar mit der Haut auf dem Metall kleben blieb – wie auf einer heißen Herdplatte. Die Ärzte diagnostizierten am Gesäß Verbrennungen zweiten Grades, an den Händen ersten Grades. Das kleine Mädchen musste sogar operiert werden – sie benötigte eine Hauttransplantation. 

Spielgeräte im Sommer immer auf Temperatur testen

Wenn ihr im Hochsommer also den Spielplatz besucht, checkt bitte immer vorab mit eurer Hand, wie heiß Spielgeräte sind. Auch Griffe von Wippen, Schaukeln oder Klettertürme können sich so stark aufheizen, dass eure Kinder schlimme Verbrennungen davon tragen können. 

Im Netz wird häufig dazu geraten, den Kindern zum Rutschen eine Decke zu geben. Denkt aber bitte daran, dass diese Unterlagen auch wegrutschen können und euer Kind dann trotzdem mit dem heißen Spielgerät in Berührung kommt. Und da Kids im Sommer für gewöhnlich kurze Kleidung tragen, ist die bloße Haut dann direkt dem glühend heißen Untergrund ausgesetzt. Außerdem sind auch die Seitenteile einer Rutsche, die mit den Händen angefasst werden, aufgeheizt. Wenn draußen tropische Temperaturen herrschen und der Spielplatz nicht im Schatten liegt oder durch ein Sonnensegel abgeschirmt wird, ist es besser ihn ganz zu meiden! 

Manchmal ist das Wärmeempfinden von uns Erwachsenen auch anders als das von Kindern, wie dieses Beispiel einer Mama aus den USA zeigt. Obwohl sie die Temperatur vorab checkte, verbrannte sich ihr Kind dennoch auf der Rutsche und musste im Krankenhaus behandelt werden. 

Nicht vergessen: Verbrennung kann auch durch Reibung passieren

Selbst wenn die Temperaturen nicht tropisch sind, droht beim Rutschen im Sommer noch eine andere Gefahr: Wenn Kinder kurze Kleidung tragen, kann die Haut auch durch die Reibung verbrennen. Röcke und Kleider rutschen auch gerne nach oben, sodass das Kind auf der nackten Haut die Rutsche hinunter saust. Um das zu vermeiden, sollten eure Kids auf Rutschen möglichst lange Hosen tragen. 

Wann zum Arzt?

Verbrennungen könnt ihr wie folgt erkennen:

Verbrennung ersten Grades: 
Die Haut eures Kindes ist gerötet ubd geschwollen. Meistens tun die betroffenen Stellen auch weh – sie brennen und ziehen. Verbrennungen dieser Art könnt ihr am besten lindern, indem ihr sie vorsichtig kühlt. Nach fünf bis zehn Tagen sollten die Stellen abgeheilt sein, es beliben keine Narben zurück. 

Verbrennung zweiten Grades
Wenn zu den oben genannten Symptomen zusätzlich eine Blasenbildung eintritt, solltet ihr auf jeden Fall einen Kinderarzt aufsuchen. Ist die Wunde nur oberflächlich (feuchter und durchbluteter Wundgrund), heilt sie in den meisten Fällen nach zwei bis drei Wochen ohne Narben. Ist sie jedoch tiefer (trockener und weißlicher Wundgrund) wird voraussichtlich eien Narbe zurückbleiben und es ist ggf. sogar eine Operation beziehungsweise Hautransplantation nötig. 

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