Dein Leben-und-erziehen.de-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Augenerkrankungen

Sieht mein Kind gut?

Viele Probleme, die den Blick des Nachwuchses trüben, kann man in den Griff bekommen. Wenn sie rechtzeitig erkannt und fachmännisch behandelt werden.

 

Lavinia geht in die erste Klasse und ist ein aufgewecktes Mädchen.  Ihrer Lehrerin Carina Viereck ist jedoch aufgefallen, dass die Sechsjährige die Augen oft zusammenkneift, wenn sie während des Unterrichts auf die Tafel guckt. Ein Indiz, das auf Kurzsichtigkeit hindeutet.

 

Signale, die aus Sehstörungen hindeuten, offenbaren sich früh

Solche Indizien machen sich oft schon früh bemerkbar: Wenn der Nachwuchs zum Beispiel häufig über Kopfschmerzen am Abend klagt oder das Geschehen im Fernsehgerät stets aus nächster Nähe verfolgt. Fakt ist: Sehstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für einen Arztbesuch. Besonders Kinder, deren Augen sich noch in der Entwicklung befinden, und die mit dem Rest des Körpers mitwachsen müssen, können unter Umständen schnell eine Sehschwäche entwickeln. Eltern müssen hier mitunter auf indirekte Hinweise ihrer Kinder achten. Denn: Jungen und Mädchen sind häufig nicht in der Lage zu artikulieren, dass sie schlecht sehen.

 

Scharfes Sehen will gelernt sein

Eine weitere häufige Ursache für Sehstörungen bei Kindern ist das Schielen. Hierbei besteht meist ein Missverhältnis zwischen den Muskeln, die das Auge führen. Die Folge: Die Augen fixieren einen Punkt nicht gleichmäßig und bilden nicht – wie es normalerweise der Fall sein sollte – das gleiche Bild ab. Viele Kinder behelfen sich damit, nur noch mit einem Auge, nämlich dem „starken“ zu sehen und das „schwache“ Auge zu unterdrücken. Diese Entwicklung bezeichnen Augenärzten als Amblyopie. Sie sollte so früh wie möglich behandelt werden, da sich diese Störung, rechtzeitig entdeckt, gut behandeln lässt. Dabei tragen die Kinder eine Augenklappe, um das „starke“ Auge auszuschalten und das „schwache“ Auge zum Sehen zu zwingen. Ein Augenarzt und ein Orthopist, also ein Spezialist zur Behandlung schielender Kinder, begleiten Kinder und Eltern während der Therapie. Ziel ist es, das „schwache“ Auge zu stärken und, zusammen mit eventuell weiteren Therapiemaßnahmen, ein normales und gesundes Sehen zu erreichen.

 

Wenn die Augen rot sehen

Entzündete Augenlider beeinträchtigen zwar nicht die Sehfähigkeit, stehen jedoch einem ausgelassenen Kinderalltag mitunter empfindlich im Wege. Sie fallen in den meisten Fällen als schmerzhafte Gerstenkörner oder Hagelkörner auf. Ursache sind entzündete Drüsen an den Lidern. Die Kinder haben das Gefühl, ständig etwas „im Auge“ zu haben. Der Augenarzt ist hier der richtige Ansprechpartner für die Beurteilung und Behandlung dieser meist harmlosen, jedoch unangenehmen Erkrankung des äußeren Auges. Ein weiteres häufiges Problem, mit dem Eltern sich konfrontiert sehen, ist ein gerötetes Auge der Kinder. Meist sind die Ursachen harmlos. Zu den klassischen Auslösern gehören das Chlorwasser im Schwimmbad oder Shampoo, das sich in die Augen verirrt hat. Allerdings kann ein gerötetes Auge auch ein Signal für eine Erkrankung des Sehorgans sein – zum Beispiel eine Entzündung der Bindehaut. Schuld sind Bakterien oder Viren, die für ein schmerzhaftes, gerötetes Auge und mitunter verklebte Augenlider sorgen. Ein starker Juckreiz des geröteten Auges, meist kombiniert mit einer laufenden Nase, kann auf eine Allergie des jungen Patienten hindeuten. In jedem Fall ist bei einem roten Auge, dessen Ursache unklar ist, ein Besuch beim Augenarzt ratsam. Denn nur der Spezialist vermag zwischen einer ungefährlichen, vorübergehenden Rötung und einer ernsthaften Erkrankung des Sehorgans zu unterscheiden. Die Diagnose „Bindehautentzündung“ bedeutet meist eine gute Nachricht – zumindest für die Kinder: schulfrei für einige Zeit! Denn eine Bindehautentzündung überträgt sich ähnlich leicht wie ein Schnupfen.

 

Verletzungen, die ins Auge gehen

Eltern kennen das: Gerade im Kindergarten- und Schulalter kommen Kinder schon mal mit einem roten Auge nach Hause. Besonders, wenn die Rötung nur bei einem Auge auftritt, sollten Eltern auch an eine Verletzung denken. Die Ursachen sind vielfältig: ein Fremdkörper, wie Sandkörner, Holzspäne, winzige Metallteile oder andere kleine Objekte könnten sich in das Auge verirrt haben und kleine schmerzhafte Abreibungen auf der Bindehaut zur Folge haben, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Auch Schulhofraufereien oder ungestümes Spielen gehen manchmal „ins Auge“. Eltern, die ein rotes oder auch blaues Auge bei ihrem Sprössling ausmachen, sollten sofort einen Augenarzt aufsuchen. Nur mit Hilfe der dort vorhandenen Untersuchungsinstrumente kann das Auge auf Verletzungen untersucht werden, um mögliche Schäden zu entdecken und Spätfolgen zu verhindern. Das Entfernen von Fremdkörpern sollten Eltern ebenfalls dem Experten überlassen.

Teile diesen Artikel: