Dein Leben-und-erziehen.de-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Lufthoheit

Unbeschwerter Alltag trotz Asthma

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung bei Jungen und Mädchen. Es ist zwar nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln.

 

Zufrieden lächelnd beobachten Lenas Eltern, wie ihre Tochter auf ihrem neuen Fahrrad munter vor ihnen herradelt. Es ist noch gar nicht lange her, da haben sie sich Sorgen um die Sechsjährige gemacht.

Der Grund: Nächtliche Hustenattacken und immer wieder Situationen, in denen ihr Sprössling nach Atem rang und offensichtlich nicht genug Luft in seine Lungen bekam. Die Ursache für Lenas Beschwerden hatte der Kinderarzt rasch gefunden: Das Mädchen leidet an Asthma – eine Erkrankung, die sie und ihre Eltern dank sorgsamer Therapie aber inzwischen gut im Griff haben.

 

Lebensstil und Umweltfaktoren spielen eine Rolle

Asthma ist die häufigste chronische Kinderkrankheit – nahezu jedes zehnte Kind in Deutschland ist betroffen. Die Symptome variieren von pfeifenden Atemgeräuschen, Husten oder einem Engegefühl in der Brust bis hin zu einem akuten Anfall mit Atemnot.

Nicht selten treten die Beschwerden nachts oder in den frühen Morgenstunden auf. Kinder leiden häufig unter der allergischen Form des Asthmas. Die steigende Zahl der neu an Asthma erkrankten Jungen und Mädchen erklären Experten auch mit der Zunahme von Allergien in der Bevölkerung allgemein. Aber auch Lebensstil und Ernährung spielen eine Rolle: Übergewicht und salzreiche Kost erhöhen das Risiko für die chronische Atemwegserkrankung. Gleiches gilt für Kinder, deren Eltern bereits an Asthma leiden. Und: Jungen und Mädchen, die zu Hause regelmäßig elterlichem Zigarettenrauch ausgesetzt sind, entwickeln ebenfalls schneller eine Allergie oder Asthma.

Wissenschaftler haben übrigens Unterschiede zwischen Stadt- und Landkindern ausgemacht: Wer von Kindesbeinen an regelmäßig Kontakt beispielsweise zu Tieren hat, ist Allergenen gegenüber toleranter. Gleiches gilt für Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, wie verschiedene Studien zeigen.

 

Kein Grund, auf Sport zu verzichten

Kindern mit einer chronischen Erkrankung der oberen Atemwege bleibt ein sportlicher Alltag versagt – könnte man meinen. Stimmt aber nicht! Viele Eltern und Lehrer glauben, asthmakranke Kinder müssten sich besonders schonen und seien besser auf dem Sofa als auf dem Sportplatz aufgehoben. Ganz im Gegenteil: Sie sollten sogar regelmäßig Sport treiben, raten Experten.

Bevor der Nachwuchs jedoch sportlich loslegt, heißt es für die Eltern, mit dem behandelnden Arzt über das Thema „Sport“ zu sprechen. Ebenfalls wichtig: Freunde, Lehrer und Trainer über die Erkrankung des Kindes informieren und über nötige Maßnahmen im Falle eines Asthmaanfalls aufklären.

 

Aufatmen mit der richtigen Therapie

Für kleine Patienten mit leichtem Asthma und selten auftretenden Symptomen reicht häufig ein Notfallspray aus. Es enthält ein Medikament zum Einatmen, das die Bronchien entspannt und das Atmen erleichtert. Bei schwereren Symptomen empfiehlt der Arzt oft zusätzlich, regelmäßig zu inhalieren. Diese Behandlung bedarf einer ausführlichen Beratung und guten Betreuung durch den Kinderarzt.

Aktuelle Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass eine intensive ärztliche Begleitung und Schulung die Anzahl der Krankheitstage senken kann, die Kinder an weniger Symptomen leiden und seltener ins Krankenhaus müssen. Aber auch die Eltern können viel tun, damit ihr Kind unbeschwert den Alltag genießen kann. Mitunter helfen bereits einfache Maßnahmen: Kleidung waschen, wenn sie mit Allergenen in Kontakt gekommen ist, Fenster während des Pollenflugs schließen und – um den Hausstaub zu reduzieren – Polstermöbel und Teppiche regelmäßig reinigen.

Auch wenn Asthmakinder prinzipiell aktiv sein sollen: Eltern sollten darauf achten, dass der Nachwuchs bei einer Erkältung, oder sobald ihm das Atmen schwerer fällt, den Sport einmal ausfallen lässt. Und: Bei starkem Pollenflug ist der Birkenwald kein guter Ort zum Versteckenspielen und eine Gräserwiese nicht geeignet für ein Fußballmatch.

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Im Laufe des Kinderlebens werden die Asthmasymptome bei den meisten Patienten tendenziell weniger und nehmen nach der Pubertät häufig eher ab als zu.

 

Surftipp zum Thema:
www.daab.de
Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V.

Teile diesen Artikel: