Endlich

Kindesmissbrauch soll als Verbrechen bestraft werden

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, um "sexualisierte Gewalt gegen Kinder", also zum Beispiel Kindesmissbrauch und Kinderpornografie, härter zu bestrafen.

23.10.2020: In diesem Jahr hörte und las man ständig von neuen Kindesmissbrauchsfällen: der Kinderschänder-Ring in Münster, Bergisch Gladbach, Christian B. ... Vor allem wir als Eltern können nicht ansatzweise nachvollziehen, wie diese Triebtäter mit oft milden, ja lächerlichen Strafen davonkommen. Gibt es etwas Schlimmeres, als einem Kind etwas anzutun, es sogar sexuell zu missbrauchen und es damit für sein Leben lang zu traumatisieren? Immerhin sollen die Strafen nun verschärft werden.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte Ende August einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Kindesmissbrauch stärker bestrafen will. Während Kindesmissbrauch zuvor als Vergehen galt, soll er nach diesem Entwurf nun als Verbrechen eingestuft werden, was mit längeren Haftstrafen einhergeht.

Laut der Tagesschau werde es nach dem Gesetzentwurf im Strafgesetzbuch zukünftig "sexualisierte Gewalt gegen Kinder" statt wie bisher "sexueller Missbrauch von Kindern" heißen, um das Unrecht der Taten besser hervorzuheben.

Auf Verbrechen wie Kindesmissbrauch würden dann ein bis 15 Jahre Gefängnis stehen. Auch Kinderpornografie soll laut dem Gesetzentwurf höher eingestuft werden. Auf dem Besitz stehen dann ein bis fünf Jahre, auf der Verbreitung ein bis zehn Jahre Haft.

Dieser Entwurf wurde jetzt vom Bundeskabinett beschlossen, muss aber noch durch den Bundestag.

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Vielen geht der Entwurf nicht weit genug. So müssen die Länder nun zur Verfolgung dieser Verbrechen nachziehen und Polizei und Justiz personell aufstocken, so Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung, gegenüber der Tagesschau.

Sabine Andresen, Vize-Präsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes, fordert eine kindgerechtere Justiz, in der betroffene Kinder besser versorgt und nicht mehr so oft vor Gericht angehört werden.

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Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Contentmanagement.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

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