Konfliktpotenzial

Mit diesen Sätzen bringt ihr die Erzieher eurer Kids auf 180

Ob ihr es glaubt oder nicht: Wir Eltern können für die Betreuer unserer Kinder manchmal ganz schön anstrengend sein. Achtet mal darauf.

Wenn wir unsere Kinder morgens in die Kita bringen, geben wir damit für einige Stunden das Kostbarste ab, was wir haben. Für eine bestimmte Zeit und in bestimmten Bereichen übertragen wir damit auch die Verantwortung für unsere Kinder auf andere. Dass das mitunter auch mal überhandnimmt, davon können wohl die meisten Erzieher ein Lied singen. Zum Beispiel, wenn die Eltern erwarten, dass die Erzieher beim Abholen noch schnell die Windel des Kindes wechseln, das sei doch schließlich ihr Job ...

Natürlich geben wir uns Mühe, schließlich wollen wir auch, dass die Betreuer unser Kind mögen. Wir bedanken uns regelmäßig für ihre Arbeit, bemühen uns, nach einem stressigen Arbeitstag das Kind keine Minute zu spät abzuholen und kümmern uns auch um ein Weihnachtsgeschenk für die Erzieher. Und dennoch: Wir haben Situationen gesammelt, in denen ihr vielleicht lieber zweimal überlegt, was bzw. ob ihr etwas sagt.

  1. Das Kind macht gerade sein großes Geschäft in die Windel, wenn ihr zum Abholen kommt und ihr erwartet, dass die Erzieher noch den Windelwechsel übernehmen. Ganz klar: Das geht gar nicht. Sobald ihr vor Ort seid, seid ihr als die Erziehungsberechtigten verantwortlich für euer Kind und kümmert euch. Das gilt auch fürs Anziehen. Sicher zeigen euch die Betreuer gern, wo zum Beispiel die Windeln liegen und natürlich dürft ihr den Wickeltisch in der Einrichtung benutzen. Alles andere ist an euch!
  2. Erwarten, dass das Kind gefüttert wird und niemals hinfällt. So verständlich dieser Anspruch aus Elternsicht sein mag, so unrealistisch ist er leider – auch aufgrund des Betreuungsschlüssels. Erzieher kümmern sich in der Regel um mehrere Kinder gleichzeitig und geben sicherlich ihr Bestes. Einzelne Bedürfnisse kommen da leider manchmal zu kurz. Dennoch könnt ihr sicher sein, dass euer Kind schnell lernen wird, selbst zu essen. Und kleine Stürze (durch die man das Wieder-Aufstehen lernt) gehören nun mal zum Aufwachsen dazu.
  3. Die Erzieher weisen euch auf mögliche Entwicklungsschwierigkeiten eures Kindes hin, doch ihr ignoriert das. Natürlich hört niemand gerne, dass das eigene Kind möglicherweise ziemlich spät dran sei, etwas Bestimmtes zu lernen, sich nicht in die Gruppe einfüge, extrem aggressiv sei und so weiter. Doch wenn solche Themen angesprochen werden, ist es an uns Eltern, uns mit dem Thema zu beschäftigen. Und es weder zu ignorieren, noch so zu tun, als würden wir es angehen, dann aber einfach nur abwarten. Damit helfen wir weder dem Kind noch dem Kita-Personal.
  4. Nicht genügend Material bereitstellen. Ihr wurdet mehrmals aufgefordert, neue Windeln für euren Schatz mitzubringen? Dann tut das bitte auch. Die Betreuer in der Kita wollen sich bestmöglich um die Kinder kümmern, aber wenn bestimmte Dinge fehlen, ist das schwer.
  5. Das Kind auf den letzten Drücker abholen, dann aber noch eine Million Fragen stellen. Natürlich wollen wir am liebsten alles wissen, was an jedem Tag mit unserem kleinen Liebling los war. Doch auch die Erzieher möchten mal Feierabend haben. Daher: Bitte nicht zwei Minuten vor Schließzeit angerannt kommen und die Betreuer mit Fragen löchern. Besser: entweder früher kommen oder fragen, wann eine gute Zeit wäre, über euer Kind zu sprechen.
  6. Beim Bringen und Abholen nicht mal "Hallo" und "tschüs" sagen. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein und gehört einfach zum guten Benehmen dazu, dennoch tun es nicht alle Eltern: Das Personal morgens begrüßen und sich nachmittags/abends verabschieden. Wie gesagt, die Erzieher haben beim Bringen und Holen keine Zeit für lange Gespräche, doch ein kurzer Gruß sollte wohl drin sein.
  7. Dem Kind teure Sachen anziehen und sich dann beschweren, wenn etwas schmutzig wird. Bewahrt die guten Klamotten lieber für Familienfeste oder andere Gelegenheiten auf, bei denen ihr dabei seid. Die Betreuer in der Kita können nicht immer überall gleichzeitig sein. Außerdem sollen Kinder unbeschwert spielen können, und dabei werden sie halt auch mal schmutzig.
  8. Infrage stellen, dass ein Kind wirklich abgeholt werden muss, wenn die Erzieher anrufen und uns dazu auffordern. Viele von uns Eltern arbeiten und geben unsere Kinder auch deshalb in die Kita. Und sicher können viele von uns es nicht gebrauchen, von der Arbeit früher weg zu müssen, weil unser Kind plötzlich krank wird. Das wissen die Erzieher. Doch wenn sie anrufen, sollten wir sie ernst nehmen und unserem Kind zuliebe zusehen, dass wir es schnellstmöglich abholen.
  9. Kinder krank in die Kita schicken. Euer kleiner Schatz hat grünen Schnodder und fiebert? Ganz ehrlich: Dann hat er in der Kita nichts zu suchen. Bitte behaltet ihn zu Hause, auch wenn die Betreuungssituation dann schwierig ist. Es findet sich immer ein Weg. Vielleicht können die Großeltern einspringen, oder ihr reicht einen Kind-krank-Tag bei der Arbeit ein. Und wechselt euch mit eurem Partner ab, sollte euer Kind länger krank sein. Eure Kleinen brauchen Ruhe, eure Fürsorge und die Eins-zu-eins-Betreuung, wenn sie krank sind.
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