Kolumne @elbfamilienglück

"Mama, ich will nicht in die Kita!"

In unseren Kolumnen lassen wir Eltern zu Wort kommen, die aus ihrem Alltag berichten. Der ist mal laut und mal leise, mal nervenaufreibend und mal gemütlich, mal chaotisch und mal organisiert, aber auf jeden Fall immer eins: einzigartig. Heute erzählt Marei, wie sie mit dem Satz "Mama, ich will nicht in die Kita!" umgeht.

Aufgewacht, gekuschelt, angezogen und mit frisch geputzten Zähnen sitzen wir am Frühstückstisch. "Seid ihr fertig?", frage ich, "Dann lasst uns anziehen, es geht in den Kindergarten!" Während Kind 1 los läuft und "Juhuuuu!" ruft, bleibt Kind 2 neben mir sitzen: "Mama, ich will nicht in den Kindergarten."

"Warum denn nicht", frage ich, obwohl wir diese Unterhaltung nun zum fünften Mal die Woche führen. Und ich wusste schon Montag: "warum" bringt uns nicht weiter: Es sei langweilig da, zu Hause sei es schöner.

Montag hatte ich versucht, es ihm logisch zu erklären: "Hier ist es doch auch super langweilig, Papa und ich müssen arbeiten und können nicht mit dir spielen."

Dienstag wollte ich es ihm schmackhaft machen: "Es ist doch immer toll da! Im Kindergarten wartet bestimmt schon xy auf dich und will mit dir spielen."

Mittwoch wurde ich ganz einfühlsam: "Was brauchst du, um gut anzukommen?"

Gestern war ich frustriert und hatte keine Lust zu diskutieren: "Geht aber leider nicht anders ..."

Heute wusste ich nicht mehr weiter und versuchte es mit Druck: "Wenn du nicht in die Kita gehst, kann ich nachher auch nicht mit dir spielen!"

Oje. Immer wenn ich anfange mit Wenn-Dann-Sätzen bedeutet das, ich bin überfordert und weiß nicht weiter. Ich nahm mein Kind also ganz doll in den Arm: "Du möchtest im Moment nicht so gerne in den Kindergarten." "Ja!" "Das kann ich verstehen." – Seufz – "Soll Papa mal mit dir hin und gucken, wie es sich da dann anfühlt?" "Weiß nicht." "Was brauchst du gerade?" Er kuschelt sich an mich.

Es gibt Momente, da gibt es keine Lösungen. Ich kann da sein. Ich kann Verständnis haben. Ich kann dich ernst nehmen. Ich kann eventuell einen Pausentag möglich machen. Ich kann noch mal mit den ErzieherInnen sprechen und schauen, ob dir vor Ort etwas fehlt. Vielleicht finden wir ein schönes Teil, das du dir von zu Hause mitnehmen kannst. Mehr kann ich gerade nicht tun. Mit Papa ziehst du los ...

Als du mittags fröhlich nach Hause kommst und erzählst, wie viel Spaß du hattest, bin ich erleichtert. Und ich weiß, nächste Woche hast du vielleicht trotzdem keine Lust.

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Unsere Gastautorin

Marei Theunert ist Diplom-Pädagogin und begleitet mit ihrer Onlineberatung "Elbfamilienglück" Familien durch ihre Herausforderungen. Als Mama von drei Kindern, Pädagogin und Familientherapeutin ist sie Expertin für die Themen Babyschlaf, Schreibabys, Regulationsstörungen, highneed und gefühlsstarke Kinder.

Mehr von Marei auf Instagram: instagram.com/elbfamilienglueck/

Zur "Elbfamilienglück"-Website: elbfamilienglueck.de

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