Horrornachricht für Eltern

Ohne Impfstoff keine reguläre Kita-Öffnung

Die Hoffnung vieler Kita-Eltern hat sich zerschlagen. Ohne Impfstoff wird es vermutlich keine reguläre Öffnung der Kitas geben. Was Eltern jetzt wissen müssen.

Seit fast sieben Wochen sind die Kindertagesstätten in Deutschland geschlossen. Nun gab es am Dienstagabend (28.4.2020) erstmals einen Plan für die schrittweise Öffnung. Ein Lichtblick für Eltern? Leider nicht.

Der Vier-Stufen-Plan

Das von den Jugend- und Familienministern entwickelte Konzept sieht vier Stufen für die Wiedereröffnung der Kitas vor. Nach der Notbetreuung soll es eine flexible und stufenweise Erweiterung der Notbetreuung, schließlich einen eingeschränkten Regelbetrieb und dann einen vollständigen Regelbetrieb geben.

Wann und wie geöffnet wird, bleibt Ländern und Kommunen überlassen

Einen konkreten Zeitplan legten die Minister nicht fest. Jedes Bundesland, jede Kommune soll je nach Entwicklung der Infektionszahlen selbst entscheiden, wann es in die nächste Phase wechselt. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel wurde die Notbetreuung schon mehrfach ausgeweitet. Damit befindet sich das Land bereits in Stufe zwei.

Alleinerziehende und Eltern mit systemrelevanten Berufen und die mit "körperlichen und sonstigen Beeinträchtigungen" sollen bevorzugt ein Betreuungsangebot bekommen. Priorität haben auch Vorschulkinder, Kinder mit besonderem Förderbedarf sowie Kinder, die in "beengten Wohnverhältnissen" leben und deren Betreuung infolge einer familiengerichtlichen Entscheidung nötig ist.

Leben & erziehen Abo + Geschenk

Dein Begleiter von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Alltag mit Kindern. Jetzt mit 25% Rabatt testen!

Kein Kita-Regelbetrieb ohne Impfstoff

Was nun sicher ist: Einen vollständigen Regelbetrieb, wie wir ihn vor Corona hatten, wird es in absehbarer Zeit nicht geben. So lange bis "wir den Imfpstoff haben", so der in Nordrhein-Westfalen zuständige Minister Joachim Stamp. Denn wie die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di schreibt: "Eine vollständige Wiedereröffnung der Kitas erscheint unter Berücksichtigung von Gesundheits- und Hygienestandards absehbar nicht realistisch." Stamp geht aber davon aus, dass es einen eingeschränkten Regelbetrieb "nach den Sommerferien" geben wird, zumindest in Nordrhein-Westfalen. Für Eltern heißt das: weiter ausharren.

Was Eltern machen können, deren Kinder nicht in die Kita zurückdürfen

Die Hoffnung auf eine normale Öffnung der Kitas in absehbarer Zeit hat sich zerschlagen – vor allem für Kinder ohne Förderbedarf, deren Eltern weder "systemrelevant" noch alleinerziehend sind. Für diese Eltern und Kinder gibt es eine mögliche Alternative: eine "von Familien selbständig organisierte Kinderbetreuung". Eltern könnten sich, so der Plan der Länder, wieder zusammentun und ihre Kinder gegenseitig mitbetreuen. Da sei es nur wichtig, dass immer die gleichen Kinder betreut werden und die Eltern sich abwechseln.

Das von den Familienministern vorgestellte Konzept muss nun von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten abgesegnet werden.

Autorin: Svjetlana Pulkowski

Teile diesen Artikel: