Tagesmutter, Au-pair oder Krippe

Die richtige Kinderbetreuung für mein Baby

Wer soll sich um das Kleine kümmern, wenn Mama und Papa arbeiten? Die Großeltern, eine Tagesmutter, ein Au-pair-Mädchen? Oder ist eine Krippe sinnvoller? Vor- und Nachteile der Betreuungs-Modelle

Betreuung durch die Großeltern

So funktioniert's: Familien, die Großeltern in der Nähe haben, werden von diesem Glück ein Lied singen können: Egal, ob Oma für alle kocht, im Haushalt hilft, der Opa die Familie finanziell unterstützt oder beide hin und wieder auf die Enkel aufpassen – ohne die Großeltern würde der Alltag in vielen Familien nicht funktionieren. Ehe Eltern aber Oma und Opa regelmäßig für die Betreuung des Kindes einspannen, sollten sie sich kritisch fragen, ob diese der alltäglichen Belastung gewachsen sind.

Vorteile:
Keine Frage – für Kinder sind die Großeltern die Größten. Kaum jemand wird so liebevoll und fürsorglich mit den Kleinen umgehen wie die stolzen Omas und Opas. Außerdem genießen es Kinder, wenn sie von den Großeltern verwöhnt werden und bei ihnen andere Regeln gelten als bei Mama und Papa.

Nachteile:

Je häufiger die Großeltern auf die Enkel aufpassen, desto klarer müssen die Absprachen sein. Denn es ist ein Unterschied, ob das Kind ab und zu von Oma verwöhnt wird oder ob dauerhaft Ausnahmezustand herrscht. Ihr solltet euch also möglichst genau mit Eltern und Schwiegereltern besprechen und euch in grundlegenden Erziehungsfragen abstimmen.

So viel müsst ihr zahlen:
Finanziell gesehen natürlich das attraktivste Betreuungsmodell, weil meist ganz umsonst. Trotzdem ist es wichtig, mit Eltern und Schwiegereltern genau zu klären, wer welche Kosten übernimmt. Über eine kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön freuen sie sich bestimmt.

Gesucht – gefunden:
Bei Großeltern gilt: Wohnen sie in der Nähe, hat man Glück. Wenn nicht, helfen so genannte Leih-Großeltern. Inzwischen gibt es immer mehr Vereine und Organisationen, die Leihomas und Leihopas an Familien vermitteln. Von diesen Patenschaften profitieren Jung und Alt.

Kinderbetreuung durch die Tagesmutter

So funktioniert's:
300.000 Kinder in Deutschland werden nach Schätzungen des Bundesfamilienministeriums von Tagesmüttern betreut. Die meisten Jungen und Mädchen dürften unter drei Jahren alt sein, denn nach wie vor sind Betreuungsplätze vor dem Kindergartenalter rar. Viele Eltern sind deshalb darauf angewiesen, ihr Kind von einer anderen Mutter betreuen zu lassen. Eine Tagesmutter kümmert sich zu Hause um bis zu fünf Kinder. Wichtig: Die Chemie zwischen euch und der Tagesmutter muss stimmen, schließlich wird sie viel Zeit mit eurem Baby verbringen und auch Einfluss auf die Erziehung nehmen. Gut, wenn ihr über grundsätzliche Erziehungsfragen (Welche Regeln gelten? Fernsehen ja oder nein?) vorher sprecht. Auch ganz praktische Dinge wie den Speiseplan oder die Schlafenszeiten müsst ihr abstimmen.

Vorteile:
Euer Kind wird in einem privaten Umfeld betreut und hat in der Tagesmutter immer dieselbe feste Bezugsperson. Außerdem kommt es mit anderen Jungen und Mädchen unterschiedlichen Alters zusammen, was seiner Entwicklung gut tut. Ihr könnt mit der Tagesmutter eine ganz individuelle Betreuung vereinbaren – etwa für wenige Stunden pro Woche oder aber an mehreren Tagen.

Nachteile:
Wird eine Tagesmutter krank, wird sie eventuell keinen Ersatz besorgen können. Sprecht vorher über solche Notfälle und sichert euch zusätzlich ab.

So viel müsst ihr zahlen:
Tagesmütter arbeiten auf freiberuflicher Basis. Das heißt, ihr handelt mit der jeweiligen Tagesmutter die Bezahlung selbst aus. Der Stundenlohn liegt in der Regel zwischen vier und acht Euro, hängen aber stark vom jeweiligen Ort ab. Muster-Verträge und Infos zu rechtlichen Fragen bietet der Tagesmütter-Bundesverband.

Gesucht – gefunden:
Über die Tagesmutter-Börse des Jugendamtes, den Kinderschutzbund oder auch über den Bundesverband für Kindertagespflege.

Betreuung in der Kinderkrippe

So funktioniert's:
Es wird zwar gebaut, was das Zeug hält, aber Krippenplätze für Knirpse unter drei sind - auch je nach Wohnort - immer noch schwer zu ergattern. Meist wird nach sozialen Kriterien entschieden. Fragt möglichst früh bei Krabbelgruppen oder Kinderkrippen an. Meist werden Babys ab sechs Monaten aufgenommen.

Vorteile:
Eine Krippe bietet eine sichere und zeitlich meist sehr umfangreiche Betreuung. Ausgebildete Erzieherinnen oder Kinderpflegerinnen versorgen euer Kind – auch wenn eine Betreuerin ausfällt. Die Einrichtung ist speziell auf die Bedürfnisse von Säuglingen und Kleinkindern ausgerichtet. Euer Kind lernt früh, mit Gleichaltrigen umzugehen.

Nachteile:
Ihr seid abhängig von den Öffnungszeiten. Wird die Kinderkrippe von einer Elterninitiative betrieben, müsst ihr damit rechnen, zum Beispiel bei Renovierungsarbeiten oder beim Zubereiten des Mittagessens zu helfen.

So viel müsst ihr zahlen:
Die Kosten schwanken je nach Bundesland und Träger der Einrichtung – ähnlich wie bei einem Kindergartenplatz. Sie müssen mit 50 bis 500 Euro je nach Betreuungsumfang rechnen. Das hängt auch vom Einkommen der Eltern ab. Seid ihr Geringverdiener, könnt ihr auch eine Beitragsbefreiung beantragen.

Gesucht – gefunden:
Das Jugendamt nennt Krippen in der Nähe. Weiterhelfen kann eine Ortsgruppe der Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen e.V.

Die Kinderfrau

So funktioniert's:
Eine Kinderfrau kommt, im Gegensatz zu einer Tagesmutter, zu euch nach Hause. Meist sind es ältere Frauen, deren eigene Sprösslinge bereits groß sind; vielleicht bringt die Kinderfrau aber auch ein eigenes Kind mit. Je nach Absprache erledigt sie auch kleinere Einkäufe, übernimmt das Kochen oder Arbeiten im Haushalt. Eine Kinderfrau ist ideal, wenn ein Kind unter drei Jahren und ältere Geschwister betreut werden müssen, die aus Kindergarten oder Schule nach Hause kommen, während ihr arbeitet.

Vorteile:
Euer Kind wird in seinem gewohnten Umfeld betreut. Das ist stressfrei, denn ihr müsst es nicht täglich pünktlich abliefern und abholen. Sehr praktisch, wenn ihr zum Beispiel das Haus verlassen müsst, wenn die Kleinen noch schlafen.

Nachteile:
Ihr braucht großes Vertrauen zu der Kinderfrau. Schließlich wird sie sehr viel Zeit mit eurem Kind in eurem Zuhause verbringen. In wichtigen Themen (Erziehung, Ernährungsplan etc.) solltet ihr darum unbedingt einer Meinung sein. Fällt die Kinderfrau aus, müsst ihr selbst für Ersatz sorgen.

So viel müsst ihr zahlen:

Eine Kinderfrau ist die teuerste Lösung. Übersteigt ihr Einsatz die Grenzen eines Mini-Jobs, müsst ihr die Betreuerin fest anstellen und somit renten- und sozialversichern. Auch wenn die Entlohnung 400 Euro im Monat nicht übersteigt, müsst ihr die Kinderfrau bei der Minijob-Zentrale (Tel. 08000/200504, www.minijob-zentrale.de) der Knappschaft anmelden und 12 Prozent Abgaben für Renten- und Krankenversicherung sowie Steuern zahlen. Vielleicht könnt ihr euch Kinderfrau und Kosten mit einer anderen Familie teilen. Fragen zu euren Pflichten als Arbeitgeber beantwortet das Arbeitsamt.

Gesucht – gefunden:
Am besten über Empfehlungen. Fragt beim Kinderarzt oder bei einem Mütterzentrum nach. Auch die Tagesmutter-Börse des Jugendamtes ist eine gute Adresse. Oder ihr schaltet eine Anzeige in der Tageszeitung.

Das Au-pair-Mädchen

So funktioniert’s:
Die Bezeichnung Au-pair kommt aus dem Französischen und heißt auf Gegenseitigkeit. Au-pair-Mädchen oder -Jungen unterstützen Eltern bei der Kinderbetreuung, gleichzeitig sollen sie aber Kultur und Sprache des Landes kennen lernen. Maximal 30 Stunden pro Woche darf ein Au-pair arbeiten, mindestens einen Tag pro Woche muss es frei haben. Außerdem müsst ihr ihm ein Zimmer zur Verfügung stellen und Deutschkurse sowie Treffen mit anderen Au-pairs ermöglichen.

Vorteile:
Au-pairs sind meist zwischen 18 und 25 Jahren. Es kommt also ein junges Mitglied in die Familie, von dem euer Kind spielerisch erste Worte in einer anderen Sprache lernen kann. Da das Au-pair bei euch lebt, sind Absprachen zur Betreuung meist schnell und unproblematisch.

Nachteile:
Anfangs kann es Verständigungsprobleme geben. Ob sie dem Au-Pair einen Säugling anvertrauen können, müssen Eltern selbst entscheiden. Als alleiniges Betreuungskonzept ist ein Au-pair nicht geeignet, eher zur Ergänzung neben Krippe oder Kindergarten. Ein zusätzliches Familienmitglied braucht auch Aufmerksamkeit und Unterstützung bei der Eingewöhnung. Au-pairs bleiben nur für ein Jahr. Kindern fällt die Trennung oft schwer.

So viel müsst ihr zahlen:
Neben Unterkunft und Verpflegung fällt ein monatliches Taschengeld von derzeit 205 Euro an sowie eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem müsst ihr für das Au-pair-Mädchen eine Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung abschließen.

Gesucht – gefunden:

Am einfachsten geht’s über eine professionelle Au-pair-Vermittlung. Seriöse Anbieter nennt Ihnen das Arbeitsamt.
Infos gibt’s auch im Internet unter:  www.au-pair-society.org oder www.au-pair-agenturen.de.

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