Schlafenszeit

Mittags schlafen im Kindergarten

„In einem Raum mit 15 anderen Kindern? Da schläft mein Sohn nie!“ Eltern können sich oft nicht vorstellen, wie ihr Kind im Kindergarten Ruhe finden soll. Aber in den allermeisten Fällen klappt das und unsere Expertin weiß, wie.

Dass es mit dem Schlafen im Kindergarten nicht klappt, bereitet Tanja Scholz (29)  zurzeit einige Sorge, denn sie wird in wenigen Wochen in ihren Beruf zurückkehren. Für ihren Sohn Yannis (2 ¾) steht daher die Eingewöhnung im Kindergarten an - inklusive Mittagsschlaf, den der Kleine noch braucht. Aber zu Hause klappt das meist nur, wenn Mama sich zum Einschlafen neben ihren Sohn legt. 

„Das Schlafen im Kindergarten ist ein großes Eltern-Thema“, weiß die Leiterin der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Augsburg, Maria Marberger. „Die Kinder tun sich in der Regel damit nicht so schwer.“

Nur wer mitisst, geht zum Schlafen

Allerdings versuchen die Erzieherinnen auch, den Kita-Neulingen den Einstieg zu erleichtern, indem sie den Kleinen nicht zu viel Neues auf einmal zuzumuten. „Wir beginnen mit dem Schlafen erst, wenn das Kind ohnehin bis zum Mittagessen bleibt“, erklärt Maria Marberger. So erfährt es den Mittag mit anschließender Siesta als festen Ablauf: Erst wird gemeinsam gegessen, dann gehen die Schlafenskinder zum Zähneputzen und anschließend ganz ruhig in den Schlafraum. Begleitet werden sie dabei von der Gruppen-Erzieherin, die „ihre“ Kinder noch ins Bett bringt und zudeckt.

Natürlich darf auch der Schnuller mit, das geliebte Kuschelkissen oder der Schmuseteddy. Damit der Schlafkamerad aber zu Hause nicht schmerzlich vermisst wird, weil er im Kindergarten vergessen wurde, rät Erzieherin Maria Marberger den Eltern, das Kind vor dem Kindergarten-Start an ein zweites Kuscheltier oder Schmusetuch zu gewöhnen, das dann für den Mittagschlaf in der Einrichtung bleiben kann. „So haben die Kinder auch etwas dabei, das nach Zuhause riecht“, so Maria Marberger.

Dagegen ist es unnötig, die Kinder vorher auf den zeitlichen Ablauf des KiTa-Alltags vorzubereiten. Denn in der Regel ergibt sich ein ganz neuer Rhythmus, wenn die Kleinen morgens früher raus müssen oder wegen der vielen Erlebnisse am Tag abends früher müde sind.

Die Windel ist kein Problem

Kein Problem ist es übrigens, wenn Kinder noch eine Windel brauchen - die wird einfach vor dem Schlafen angezogen. Außerdem sind Kindergarten-Matratzen meist mit wasserdichten Auflagen ausgestattet, so dass ein kleines Malheur keinen großen Schaden anrichten kann.

Es kommt auch vor, dass Kinder, die zu Hause nicht mehr schlafen, im Kindergarten wieder die mittägliche Ruhepause brauchen. Maria Marberger weiß aus Erfahrung: „Gerade die Kleineren sind nach dem Essen müde, wenn sie seit 8.30 Uhr mit anderen Kinder spielen, toben und basteln." Braucht ein Kind den Mittagsschlaf doch wieder oder möchten Eltern im Gegenteil, dass der Junior nicht mehr schläft, damit er abends früher ins Bett geht, kann das in einem kurzen Gespräch mit der Erzieherin geklärt werden. Auch geben die KiTa-Mitarbeiterinnen ihre Eindrücke in der Regel an die Eltern weiter, zum Beispiel, wenn ein Kind immer länger braucht, um einzuschlafen.
Eltern sollten sich jedoch am besten schon vor der Anmeldung über die Schlafgewohnheiten in der jeweiligen Einrichtung informieren. Denn es gibt Kindertagesstätten, in denen etwa alle Kinder bis zum dritten Lebensjahr schlafen müssen.

Das Schmusetuch hilft

Nach einem Gespräch mit Yannis‘ zukünftiger Erzieherin hat Tanja Scholz für ihren Sohn identische Schmusetücher gekauft, die der kleine Mann jetzt schon zum Einschlafen nimmt und von denen dann eines seinen Platz im Kindergarten-Bettchen haben wird. Außerdem durfte er sich einen „extra-coolen“ Schnuller nur für den Mittagsschlaf in der KitA aussuchen.

Maria Marberger: „Manche Eltern können nicht glauben, das ihr Kind schon nach drei Tagen problemlos bei uns schläft. Die dürfen dann gerne in unseren Schlafsaal spitzeln und sind hinterher sprachlos!“

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