Regeln in der Coronazeit

Mit Schnupfen in die Kita?

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Für Eltern kleiner Kinder war es schon immer problematisch, die vielen Infekte, die der Nachwuchs mit nach Hause schleppt, mit Job und Kinderbetreuung zu vereinbaren. Doch im Coronajahr 2020 spitzt sich die Lage für Familien kritisch zu. 

Klassische Erkältungssymptome sind den Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus sehr ähnlich. Daher haben die Einrichtungen ihre Richtlinien verschärft. Für Eltern bedeutet das: Mit Erkältungssymptomen, die früher in Kindergärten und Kitas noch toleriert wurden, dürfen Kinder diesen Herbst vielerorts nicht in die Betreuung gebracht werden. Aber wann genau muss ein Kind nun zu Hause bleiben?

Schnupfnasen dürfen in die Kita – aber nicht bundesweit!

Die gute Nachricht zuerst: Eine laufende Nase bedeutet nicht automatisch, dass das Kind nicht in den Kindergarten darf. Die schlechte Nachricht: Leider gibt es (noch) keine bundeseinheitliche Regelung dafür, wann ein Kind in die Einrichtung gebracht werden darf und wann nicht.

Vertreter des Robert-Koch-Instituts haben auf Anfrage des Nachrichtenradios MDR Aktuell geäußert, dass man die Entscheidung, ob Schnupfen ein Kita-Verbot bedeute, den Ländern überlassen wolle. Der Corona-Kita-Rat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berät seit dem 1. September monatlich, um unter anderem eine bundesweit abgestimmte Vorgehensweise zum Umgang mit Erkältungssymptomen zu erarbeiten.

Bis diese vorliegt, ist es wichtig, die Regeln und Richtlinien des eigenen Bundeslandes und auch der jeweiligen Einrichtung zu erfragen.

Für viele Regionen gibt es übersichtliche Schaubilder, die Eltern bei der Einschätzung helfen, ob ihr Kind in die Kita gehen darf oder nicht. Dieses Beispiel aus Berlin zeigt, dass es sogar Einrichtungen gibt, in denen neben Schnupfnasen auch andere unspezifische Erkältungssymptome wie leichter Husten "erlaubt" ist. In Hamburg hingegen dürfen Kinder mit trockenem Husten (der nicht durch chronische Krankheiten verursacht wird) nicht in die Betreuung.

Bundesweit einheitlich gilt natürlich (wie auch schon vor der Coronapandemie): Kinder mit Fieber dürfen nicht in die Betreuung.

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Das Kind nicht zum Lügen animieren!

Die aktuelle Situation erfordert von Eltern viel Entscheidungskraft, Mitarbeit – und Ehrlichkeit. Und die gilt es auch dem Nachwuchs entgegenzubringen.

Vermeidet deshalb Drohungen oder Bestechungen nach dem Motto "Aber nicht in der Kita sagen, dass du gehustet hast!". Formulierungen dieser Art können das Kind verängstigen. Im schlimmsten Falle sorgen sie dafür, dass es sich so dafür schämt, krank zu sein, dass es gar nicht mehr Bescheid sagt, wenn es ihm schlechtgeht.

Erklärt eurem Kind stattdessen die besondere Situation. So kann es viel besser verstehen, warum ein kleiner Husten gerade so viel Panik bei Mama und Papa auslöst. Und wir wünschen, dass euch das diesen Herbst möglichst selten passiert.

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Unsere Autorin

Silke Schröckert

Silke Schröckert wollte Journalistin werden, seit sie im Alter von acht Jahren das erste Mal Lois Lane in "Superman" gesehen hatte. Mit 23 wurde sie Chefredakteurin eines Kinderzeitschriftenverlages.

Heute ist Silke spezialisiert auf Familienthemen und textet für Kinder- und Comic-Magazine. Das freut vor allem Sohn Tom und Tochter Mina. Auf ihrer eigenen Seite schreibt sie für die Generation Großeltern. Bei leben-und-erziehen.de nimmt sie sich aktuellen Themen aus Sicht einer Zweifach-Mama an.

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