Deutsche Kinderhilfe fordert mehr Sicherheit

Nach Tod einer Dreijährigen: Webcams in Kitas?

Am 4. Mai 2020 starb die dreijährige Greta im Krankenhaus, nachdem sie wenige Tage zuvor nach Atemstillstand eingeliefert worden war. Unter Mordverdacht steht die zuständige Erzieherin. Die Ermittlungen gegen sie dauern an. Die Deutsche Kinderhilfe fordert indes ein umfassendes Sicherheitskonzept für Kitas.

Sicherheitsfirmen sollen Vorfälle verhindern

Nachdem in Viersen eine Erzieherin wegen Mordverdachts an der dreijährigen Greta festgenommen wurde, fordert nun die Deutsche Kinderhilfe mehr Sicherheit in Kitas und Krippen. Dafür sollen externe Sicherheitsfirmen beauftragt werden, die sich unter anderem mit Webcams einen besseren Einblick in den Kita-Alltag verschaffen und so möglichen Vergehen an Kindern nachgehen, beziehungsweise diese verhindern sollen.

"... höhere Kontrolldichte ..."

Laut Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Kinderhilfe, seien vor allem die Expertise und Einschätzungen Außenstehender ein wichtiger Grund, Sicherheitsunternehmen einzubeziehen. So äußert sich Becker gegenüber dem Spiegel folgendermaßen: "Wir brauchen mehr Verbindlichkeit und eine höhere Kontrolldichte, um die Wahrscheinlichkeit einer Aufdeckung von Schwachstellen im System zu erhöhen". Jugendämter seien meist bereits zu nah an den jeweiligen Fällen dran und könnten diese nicht mehr passend beurteilen.

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Webcams sollen Aufschluss geben

Die geforderten Sicherheitsmaßnahmen sollen unter anderem den Gebrauch von Webcams in jenen Räumen umfassen, in denen sich einzelne Erzieher mit Kindern aufhielten und ohne weitere Aufsicht mit diesen in Kontakt treten. Dabei sollen die Vorgänge jeweils in Tageslänge dokumentiert und die Aufnahmen nach Analyse – im Falle eines ausbleibenden Vorfalls – wieder gelöscht werden. 

Außerdem sollen in diesem Zusammenhang umfangreichere Prüfungen bezüglich der fachlichen und menschlichen Qualifikationen der Erzieher erfolgen. Ob dieses neue Sicherheitskonzept Anklang findet und in naher Zukunft umgesetzt wird, ist noch unklar.

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