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Lesen und schreiben – doch kein Kinderspiel?

Immer mehr Kinder können am Ende der Grundschulzeit nicht richtig lesen und schreiben – und haben in den weiterführenden Schulen echte Probleme. Woran das liegen kann und wie Eltern den Spaß an Büchern fördern...

"Fert", "Pfährd", "Pfert" – in manchen Grundschulen ist es keine Seltenheit, dass eine Lehrerin beim Aufsatz diese drei Varianten des Worts "Pferd" liest. Aber es ist kein Fehler. Denn nach der "Lesen durch Schreiben"-Methode lernen Abc-Schützen die Wörter so zu schreiben, wie sie sie sprechen.

Die "Lesen durch Schreiben"-Methode

Die Idee: Das freie Schreiben soll wie ein Spiel Spaß machen, denn die Schüler können einfach drauflosschreiben. Und: das Lesen wird gleich mitgelernt. Die Methode des Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen funktioniert mit einer sogenannten Anlauttabelle, auf der alle Buchstaben und Umlaute vermerkt sind. Außerdem gibt es für jeden Buchstaben einen passenden Gegenstand. Zum Beispiel steht eine Lampe für das "L", eine Rakete für das "R". Die Wörter werden in einzelne Laute zerlegt, dann aus der Tabelle die in den Ohren der Schüler passenden Buchstaben herausgesucht. Deshalb heißt die Methode auch "Schreiben nach Gehör". 

Korrekturen gibt es am Anfang nicht, erst ab der dritten Klasse werden Rechtschreibregeln eingeführt. Der Duden erstmal zweitrangig. Viele Erwachsene schütteln dabei den Kopf – wie soll so etwas funktionieren? 

Die "Fibel"-Methode

Haben die meisten doch nach der "Fibel"-Methode Lesen und Schreiben gelernt. Hierbei läuft alles Schritt für Schritt, die Buchstaben und Wörter werden nach festen Vorgaben eingeführt. Erst wer "Mimi" und "Oma" zig-fach gemalt hat und perfekt beherrscht, darf sich an "Papa" wagen. Dabei wird Wert auf eine ordentliche Handschrift gelegt und jeder Fehler korrigiert. Kritik: Die Kinder müssen jeden Buchstaben lange Üben, bis er sitzt. Wer schon so weit ist und die Buchstaben perfekt schreiben malen, dem ist schnell langweilig. Außerdem kann das ständige Korrigieren die Motivation dämpfen.

Die "Rechtschreibwerkstatt"

Etwas lockerer geht es bei der dritten Methode, der "Rechtschreibwerkstatt" zu: Auf Ebenen soll das "Haus der Rechtschreibung" Kindern die Ordnung der Rechtschreibung verdeutlichen. Es gibt keine feste Abfolge, die Kinder sollen sich in ihrem eignen Tempo die Lernbereiche "zimmerweise" erarbeiten. Sich über Erfolge freuen und sich dadurch selbst motivieren.

Welche Methode ist die beste?

Mehrere Studien haben die verschiedenen Lehrmethoden untersucht, dabei schneidet die "Lesen durch Schreiben"-Methode am Schlechtesten ab, die "Fibel"-Methode am besten. Allerdings können Eltern keinen Einfluss nehmen, wie ihre Kinder Lesen und Schreiben lernen. Die Lehrmethode ist bundesweit nicht einheitlich vorgeschrieben, von Bundesland zu Bundesland und sogar von Schule zu Schule unterschiedlich. Allerdings haben mehrere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg die "Schreiben-nach-Gehör"-Methode mittlerweile aus dem Lehrplan gestrichen. 

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Die Welt der Bücher entdecken

Was können Eltern dann tun, um die Kinder aufs Lesen und Schreiben vorzubereiten, damit sie es in der Vorschule oder Schule leichter haben? 

Den Kindern schon von klein auf vorlesen, raten Experten der Lernplattform "Lernando". Durchs Vorlesen finden Kinder schon früh den Kontakt zu Büchern, das ermutigt sie später, sich die Welt der Buchstaben zu erobern. 

Schon Babys lieben es, auf dem Schoß der Eltern zu sitzen und der Stimme von Papa und Mama zu lauschen. Und für Kleinkinder ist es das Größte, jeden Abend vor dem Schlafengehen die geliebte Gute-Nacht-Geschichte zu hören. Das kann kein Hörspiel, keine App ersetzen. Wie Eltern das Vorlesen zum festen Ritual im Alltag machen sowie Tipps für spannende und altersgerechte Bücher hat Lernando hier zusammengestellt. Viel Spaß beim Schmökern! 

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