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Schulranzentrends: Schick und nachhaltig

Rucksäcke aus recycelten Plastikflaschen oder Higtech-Schulranzen mit LED-Lichtleiste: Wir zeigen, was Schüler heute auf dem Rücken haben.

Wer früher seine Sachen umweltverträglich mit sich tragen wollte, musste sie in einen farblosen Jutebeutel stecken. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei – in vielerlei Hinsicht: Rucksäcke und Ranzen für die Schule sind heutzutage Hightech­produkte, die nicht nur gut aussehen und den Rücken ihrer jungen Träger schonen, sondern auch nachhaltig sind. Die Hersteller machen sich bei ihren Produkten zusehends mehr Gedanken, wie sie bei der Wahl der Rohstoffe und bei der Produktion möglichst umweltschonend arbeiten können.

Ein gutes Beispiel liefert das aus dem Outdoor-Bereich stammende Unternehmen Deuter. Bergsteiger vertrauen seit über 120 Jahren auf die Produkte des Herstellers aus dem schwäbischen Gersthofen. Aber auch für Schüler hat die Firma etwas im Angebot: Das Modell "Ypsilon" passt Kindern ab 1,35 Meter Körpergröße, ab 1,45 Meter kommt der "Strike" zum Einsatz. Details wie ein abnehmbarer Bauchgurt, eine Helmhalterung oder ein gut belüfteter Rücken beruhen dabei auf der Erfahrung von Deuter im Bergsport.

Ranzen-Reparaturservice lebenslang

Eine Besonderheit der Produkte ist der lebenslange Reparaturservice – eine sehr umweltfreundliche Dienstleistung. Denn kaum etwas schont Natur und Ressourcen mehr als die lange Lebenszeit eines Produkts. Die Näherinnen und Näher der Firma flicken Nähte und Löcher und bauen auch einen neuen Reißverschluss ein, sollte das nötig sein. Und das, falls es sich lohnt, auch bei teilweise jahrzehntealten Rucksäcken. Die Preise für diesen Service sind fair und liegen weit unter dem einer Neuanschaffung.

Auch der Hersteller Step by Step hat die Nachhaltigkeit seiner Produkte im Blick. Die Firma nutzt Recyclingmaterialien in der Herstellung, für einen Schulranzen des Modells "Space" kommt das ­Material aus 37 gebrauchten PET-Flaschen zum Einsatz. Aus Abfall wird so ein hochwertiges neues Produkt. Beim Schulranzen-Set "Cloud Ocean" wird sogar Plastik verwendet, das aus den Meeren gefischt wurde – rund ein Kilogramm Müll wird so sinnvoll recycelt. Bei der wasserabweisenden Imprägnierung verzichtet Step by Step zudem auf die schädlichen Stoffe PFC, und Produktion und Transport der Produkte sind dank einer CO2-Kompensation klimaneutral.

In unserer Bildergalerie findest du die Top-Ranzentrends

Nachhaltigkeit und langes Leben der Ranzen

Auf recycelten Kunststoff für seine Schulrucksäcke setzt seit Jahren auch Ergobag. Unglaubliche 42,5 Millionen PET-Flaschen hat der Hersteller nach eigenen Angaben auf diese Weise schon wiederverwertet, was rund eine halbe Million Liter Erdöl eingespart hat.

Natürlich wünschen sich Eltern ein möglichst langes Leben eines Schulrucksacks. Beckmann etwa bietet zu den üblichen zwei Jahren Garantie zwei weitere Jahre, wenn man sich mit seinem neu erworbenen Produkt auf der Seite des Herstellers im Internet registriert. Vier Jahre lang also kümmert sich Beckmann bei Produktions- und Materialfehlern um Ersatz. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. "In den vergangenen Jahren hat das Umweltbewusstsein deutlich zugenommen", erklärt Inger Lise Schou-Nilsen, Design-Managerin bei Beckmann Norway. "Das wirkt sich auch auf unser Design aus. Die gute Qualität der Rucksäcke sorgt dafür, dass man sie über einen langen Zeitraum nutzen kann."

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Und sie werden flexibler genutzt. Schulrucksäcke bieten heute eine Vielzahl unterschiedlicher ­Staumöglichkeiten, wie Schou-Nilsen erklärt: "Ein Rucksack begleitet Schüler heute über viele Stunden und muss im Laufe des Tages diversen Anforderungen gerecht werden. Dabei haben sich in vielen Ländern aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung die Anforderungen wesentlich verändert: Da in den Schulen inzwischen häufig Tablets verwendet werden, müssen die Schüler zum Beispiel oft weniger Bücher tragen."

Hingucker und gute Sichtbarkeit

Für die Kinder hingegen war schon immer die Optik das Hauptkriterium für die Wahl des Lieblingsrucksacks. Ein echtes Highlight gibt es diesbezüglich von Scout. Und das ist wortwörtlich zu verstehen: In Zusammenarbeit mit Osram wurde einem Modell der Serie "Alpha" eine LED-Lichtleiste verpasst. Neben den üblichen reflektierenden Einsätzen leuchtet der Schulranzen so aktiv und sorgt nachts für noch bessere Sichtbarkeit – und einen kaum zu schlagenden Coolness-Faktor. Betrieben wird das System mit einer wiederaufladbaren Batterie (Powerbank), die zugleich Taschenlampe ist und zum Laden von Smartphones genutzt werden kann. Echtes Hightech im Schulranzen.

Wurden früher Ranzen und Federmäppchen noch selbst mit dem Filzstift "verschönert", kann man dies heute Profis überlassen. Der Produzent Satch lädt zu Veranstaltungen, bei denen Graffiti-Künstler nach Motivwünschen der Kinder die Schulranzen zu Unikaten veredeln.

Eine einfachere Methode, seinen Kindergartenrucksack oder Schulranzen zu verschönern, sind Sticker, die per Klettverschluss angebracht werden. Solche Patches bieten mittlerweile viele Hersteller an. Großer Vorteil: Der Look kann über die Jahre dem sich ändernden Geschmack angepasst werden. Einhörner oder Bärchenmotive sind nicht mehr angesagt? Dann runter damit, und das Lama oder der Rennwagen wird in nächster Zeit zum Begleiter. Tipp: Die Patches sind auch prima Geschenke, zum Geburtstag oder als Belohnung für gute Schulleistungen.

Im Ranzenset ist alles mit dabei

Passend zum Rucksack wird auch jede Menge Zubehör angeboten, in Farbe und Design perfekt auf­einander abgestimmt: Neben Turnbeuteln und Schlampermäppchen gibt es Regenschirme, Trinkflaschen und sogar Armbanduhren (z. B. von Ergobag). Tipp: Oft gibt es die Schulranzen im Set, beispielsweise mit Federmäppchen und Turnbeutel, so lässt sich beim Kauf meist ein wenig Geld sparen.

Ob nachhaltige Produktion oder individuelles Design, es tut sich sehr viel bei modernen Schulranzen. Deshalb lohnt es sich, sich bei einem Fachhändler beraten zu lassen. Dafür sollte man übrigens ein bisschen Zeit mitbringen. Denn der Entscheidungsprozess von Kindern wie Eltern kann dauern. Das ist auch gut so. Denn schließlich soll der Schulrucksack eine ganze Weile halten.

Autor: Philipp Radtke

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