Sicher zur Schule

Richtiges Verhalten auf dem Schulweg spielerisch üben

Toll, wenn Grundschüler gemeinsam mit ihren Freunden zur Schule oder Bushaltestelle laufen können. Kinder und Eltern sollten aber vor der Einschulung den Schulweg üben.

Endlich ein Schulkind! Die kleinen ABC-Schützen freuen sich auf den Tag der Einschulung. Und auch darauf, gemeinsam mit Freunden zur Schule zu laufen oder im Schulbus zu fahren. Aber Schüler leben gefährlich: Rund 120.000 Unfälle werden jedes Jahr der Schüler-Unfallversicherung gemeldet. Besonders gefährdet sind Schüler im Alter von neun bis 16 Jahren.

„Kinder sind heutzutage viel Lärm und Hektik auf dem Schulweg ausgesetzt“, sagt DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich. Sie sind von ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung aber noch nicht in der Lage, den Straßenverkehr vollständig zu überblicken und vorauszuschauen. Und sie lassen sich noch leicht ablenken.“

Gute Vorbereitung ist das A und O

Wichtig sei deshalb, Kinder gut vorzubereiten und sie mit dem Schulweg und der neuen Gegend vertraut zu machen. Erst, wenn sie diese und die damit verbundenen Verkehrsregeln sicher kennen, können sie auch alleine gehen. „Falls mehrere Wege zur Schule führen, sollte immer der sicherste gewählt werden, auch wenn er länger ist“, rät Dr. Bleich. Außerdem: Straßen nur an einer Ampel oder einem Zebrastreifen überqueren. „Am besten die Kinder finden sich in kleinen Gruppen zusammen und gehen gemeinsam. So werden sie auch nicht so leicht übersehen.“
Auch die Hektik am Morgen birgt Unfallgefahr. Dr. Bleich empfiehlt, früher als notwendig loszugehen und noch einen Zeitpuffer für den Weg zu haben. „Wer es eilig hat, macht Fehler.“

Vorsicht beim Radfahren

Übrigens: Die häufigsten Unfälle passieren mit dem Fahrrad, die wenigsten mit dem Schulbus. „Gerade jüngere Kinder überfordert das Multitasking des Radfahrens noch“, so die DAK-Ärztin. „Erst ab der vierten Klasse, nach abgeschlossener Fahrradprüfung, sollten Kinder mit dem Rad zur Schule fahren.“ Die meisten Grundschulen schreiben das auch vor. In Begleitung von Mama oder Papa dürfen sie natürlich schon vorher zur Schule radeln.

Aufs Elterntaxi besser verzichten

Für Schulanfänger ist das Elterntaxi zwar bequem. Auf Dauer ist es aber eher hinderlich. „Denn die Kinder lernen nicht, wie man sich sicher im Straßenverkehr bewegt“, weiß Dr. Bleich. „Besser ist es, sie direkt mit den Gefahren vertraut zu machen.“ Außerdem stellen die vielen parkenden und wendenden Autos vor dem Schulgebäude ebenfalls ein Risiko für die Schulkinder dar. Denn die Situation kann schnell unübersichtlich werden und wenn die Klassenkameraden in der Nähe sind, sind Kinder schnell abgelenkt. Das sollten sich Eltern bewusst machen!

Kinder reagieren im Straßenverkehr anders

Für Erstklässler stellt nicht nur das Sitzen und Aufpassen im Klassenraum eine neue Situation dar, auch der Straßenverkehr konfrontiert sie mit ganz neuen Herausforderungen. Denn oft sind die Schulanfänger zum ersten Mal alleine im Straßenverkehr unterwegs. Dabei nehmen sie den Verkehr anders wahr als Erwachsene und schätzen Verkehrssituationen häufig noch nicht richtig ein. So unterschätzen sie oftmals die Geschwindigkeiten und Bremswege von Fahrzeugen. Aufgrund ihrer Körpergröße können viele Kinder zudem noch nicht über Hindernisse, wie zum Beispiel parkende Autos, hinwegsehen. "Kinder sehen, hören und denken anders - sie reagieren häufig nicht so, wie man das als Erwachsener erwarten würde", fasst Andreas Tiedtke, Experte für die Absicherung von Familien bei AXA, zusammen.

Risikosituationen üben und Gefahren erkennen

"Trotz aller Gefahren ist es wichtig, dass Kinder lernen, den Weg zur Schule oder zu Freunden selbst zu bewältigen", sagt Tiedtke. Mit einer Kindersicherheits-Checkliste zum Ausmalen möchte der Versicherer AXA Familien unterstützen, Gefahrensituationen auf dem Schulweg zu vermeiden. 

Mit dieser Checkliste lässt sich das Verhalten im Straßenverkehr auf spielerische Weise trainieren: Jede Gefahrenstelle ist in einem Bild mit einem Gefahrensymbol markiert. Vater oder Mutter erläutern zuerst die Gefahrensituation und lassen sie dann von dem Kind einkreisen. Anschließend kann das Kind das Bild vollständig ausmalen, während die Eltern hilfreiche Erläuterungen und Sicherheitstipps erhalten.

Bis zur Einschulung können Eltern und Kind den künftigen Schulweg dann öfter gemeinsam ablaufen und und auf Gefahrenstellen hin überprüfen. Eltern können ihren ABC-Schützen auch dazu ermutigen, mögliche Gefahren selbst zu erkennen.

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