Spaß statt Mitleid

Puppen mit Handicap: Dieses Spielzeug zeigt, wie vielfältig Kinder wirklich sind

Kinder mit Handicap haben es oft nicht leicht im Alltag. Zum Glück gibt es Menschen mit ganz besonderen Ideen, die anpacken, statt diese Kinder nur zu bemitleiden. Eine davon ist Nicoletta: Sie näht ganz besondere Puppen für ihre kleinen Kunden!

Diese Puppe gehört der fünfjährigen Nomine. Nomine ist seit November 2016 querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl – genau wie ihr "Little Me" Marie.
© Fotos: privat
Diese Puppe gehört der fünfjährigen Nomine. Nomine ist seit November 2016 querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl – genau wie ihr "Little Me" Marie.

Nicole Sarripapazidis nennt ihre eigene Idee "verrückt". Mehr sogar: Es sei "die verrückteste Idee, die ich je hatte". Die Mutter zweier Kinder näht individuell gestaltete Puppen mit Handicap, Behinderung oder anderen Einschränkungen. Die "Nicoletta´s Handicap Dolls" tragen zum Beispiel Schienen, eine Magensonde oder haben einen Herzfehler – sichtbar gemacht durch ein großes, auf die Brust genähtes Herz mit Narbe. Dabei sehen die Puppen ihren jungen Besitzern und Besitzerinnen auch in jeder anderen Hinsicht so ähnlich wie möglich: Sie haben dieselbe Augen- und Haarfarbe, die Lieblingsfrisur und den gleichen Kleidungsstil. Als "Little Me" bezeichnet Nicole Sarripapazidis die Puppen auch; ein Doppelgänger im Miniformat. Der Gedanke dahinter: "Die Kinder spüren, dass sie nicht mehr allein auf der Welt sind mit ihrem Handicap", erklärt die 39-jährige. 

Die Kuschel-Puppen sind Seelentröster

© Foto: Thomas Koschel
Nicole Sarripapazidis mit ihren Puppen.

Auf dem regulären Spielzeugmarkt wird man bislang kaum fündig: "Es gibt eine Barbie, die im Rollstuhl sitzt, eine Playmobil-Figur, die ein Gipsbein trägt, doch das war es dann auch schon." Mit ihren einzigartigen Puppen aber kann Nicole Sarripapazidis wirklich jede Besonderheit abbilden. Und das ist gerade für Kinder sehr wertvoll. Denn Kuscheltiere spielen im Leben der Kinder ohnehin eine ganz besondere Rolle: Sie sind die ersten selbst gewählten Freunde, gleichzeitig Tröster und ständige Begleiter. Ein Stofffreund, der genauso aussieht wie sein Besitzer oder seine Besitzerin, vermittelt zusätzliche Sicherheit und Geborgenheit: "Endlich ist jemand da, der genauso ist wie sie selbst. So lernen die Kids von Anfang an sich leichter mit ihrer Behinderung anzufreunden, sie zu akzeptieren und sich mit ihrem Selbst zu identifizieren", weiß Nicole Sarripapazidis.

Der wundervolle Nebeneffekt: Ein "Little Me" steigert ganz automatisch Selbstbewusstsein und seelische Widerstandsfähigkeit seines Besitzers oder seiner Besitzerin. Warum also bezeichnet die Erfinderin dieser großartigen Puppen ihre eigene Idee als "verrückt"? Ganz einfach: "Ich konnte noch nie in meinem Leben nähen. Ich bin Linkshänderin und habe es nie kapiert." Trotzdem hat sie es geschafft, sich erfolgreich mit der Nähmaschine anzufreunden. Ein Glück!

Alle Infos unter nicolettas-handicap-dolls.de 

 

 

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