Spielzeug mit Schwung

Balance Boards für Kinder

Ein geschwungenes Holzbrett ist das wohl am vielseitigsten bespielte Ding in unserem Haushalt, stellt unsere Autorin Merle von Kuczkowski fest. Und das seit Jahren! Ein Balance Board für Kinder ist kein x-beliebiges Spielzeug, es ist ein Multifunktions-Lieblingsstück.

Balance Boards für Kinder fördern Körper und Kreativität

"Erwachsene wissen oft gar nicht, was das ist. Kinder wissen es sofort", sagt Lisa Zimmermann über Balance Boards für Kinder. Die Kinderkrankenschwester arbeitet in Frankfurt am Main als Kursleiterin für Eltern und Kinder (www.likila-liebenlernenwachsen.de) und hat sowohl privat als auch beruflich viele positive Erfahrungen mit dem geschwungenen Balancierbrett gesammelt.

Welche Vorteile bringen Balance Boards mit sich?

Die Liste der Vorteile ist lang. Das alles können Balance Boards für Kinder: 

  • Es fördert das Körperempfinden und die Konzentrationsfähigkeit.
  • Es trainiert den Gleichgewichtssinn. 
  • Es stärkt die Muskulatur von Beinen, Becken und Rücken. 
  • Es verfeinert die Fußmotorik.
  • Es regt die Kreativität an. 
  • Es lädt zum gemeinsamen Spielen ein.

"Und es macht auch einfach total Spaß", berichtet Lisa Zimmermann. "Als ich das erste Balance Board für einen Kurs angeschafft habe, haben meine Töchter es direkt für sich beschlagnahmt." Und die Mädchen haben mit dem Board natürlich nicht nur geturnt: Ob als Auto-Rennbahn, Puppenbett, umgedreht als Höhle oder als Verkaufstresen für den Flohmarkt – mit einem Balance Board können Kinder immer wieder Neues spielen. Meine beiden nutzen das Board zum Beispiel gern als Rutsche für das Sofa und als Stall für ihre Kuscheltiere. Aber sie wollen auch einfach viel "wobbeln", so wird das Schaukeln und Balancieren auf und mit dem Balance Board häufig genannt.

Das sind die besten Marken für Balance Boards

Durch die Marke "Wobbel"* wurden Balance Boards für Kinder überhaupt erst populär. Mittlerweile gibt es zahlreiche Wettbewerber wie "Meowbaby"* und "Mamoi"*, die ebenfalls gute Qualität liefern, allerdings ist das Material nicht ganz so hochwertig (was man aber auch dem Preis anmerkt). Explizit für Kinder werden die Balance-Boards von Ehrenkind* hergestellt, die Marke ist auch bekannt für die Herstellung von Kletterdreiecken nach Emmi Pickler (für Kinder ab 10 Monaten).

Ein Balance Board aus Holz lässt sich auf dem Boden besser drehen, allerdings kann euer Holzfußboden Kratzer bekommen und auf Fliesen ist das "Wobbeln" dann lauter. "Eine rutschfeste Unterlage wie eine Yoga- oder Isomatte hilft, auch als Stabilisator", rät Zimmermann. Es gibt die Wackelbretter aber auch mit Belag, entweder aus Filz oder aus Kork. Filz ist weich und in vielen Farben erhältlich*, Kork hingegen ein natürlicher Stoff. Ohne Belag ist das Wobbel Board aber günstiger.

Balance Boards – ganz individuell

Handwerklich Begabte können sich ein Balance Board sogar selbst bauen – und Individualisten können Unikate auf zum Beispiel etsy.com erwerben. Im Endeffekt ist die optische Wahl schlicht Geschmackssache.

Worauf Eltern allerdings noch achten sollten, ist die Größe des Boards. Die Größe des Bretts sollte auf die Beinlänge abgestimmt sein, damit die Füße am äußeren Rand platziert werden können. Heißt: Je länger die Beine, desto länger darf das Brett sein.

Ab welchem Alter werden Balance Boards für Kinder empfohlen?

Ein Balance Board wird grundsätzlich für Kinder ab zwei Jahren empfohlen. "Sobald Kleinkinder sicher laufen können, können Eltern ihnen ein Balance Board nahe bringen", berichtet die Kinderkursleiterin von ihren Erfahrungen. "Ich habe früher Kurse im 'Wobbelturnen' gegeben, bei denen Kinder schon ab 18 Monaten mitgemacht haben. Die Kleinen sind balanciert, runter gesprungen, darüber gelaufen. Ältere, bis vier Jahren, konnten darin knien und schaukeln, auf einem Bein stehen, sich damit drehen, drunter durch kriechen – und auch entspannen. Denn mit einer Kuscheldecke wird das Board ganz schnell zur gemütlichen Wiege." Wer noch mehr Anregungen sucht: Die Marke "Wobbel" bietet sogenannte "Wobbel Cards" an, auf denen verschiedene Turnübungen mit dem Brett vorgestellt werden

Runde Balance Boards und andere Varianten

Es gibt Balance Boards auch als runde Variante*, was aber deutlich herausfordernder ist. Mit etwas Übung meistern aber auch Kinder (ab etwa drei Jahren) diesen Balanceakt. Hierbei gilt: Je weiter das Brett vom Boden entfernt ist, desto höher der Schwierigkeitsgrad. Für Anfänger sollte man daher ein eher flaches Board mit einer kleinen Halbkugel unter dem Brett wählen.

Am schwierigsten sind "Surf-Balance-Boards"* in Form eines Surfbretts, bei denen nur eine schmale Rolle unter dem Board liegt.

Nur barfuß auf das Balance Board

Egal, welche Form es hat, für alle Gleichgewichts-Bretter gilt: "Kinder müssen einen sicheren Stand haben und sollten deshalb nur barfuß auf das Board", rät Kinderkrankenschwester Lisa Zimmermann. "Die Kleinen sollten zudem nie unbeaufsichtigt damit spielen, denn das Balance Board kann im Seitenstand zum Beispiel umkippen. Außerdem sollten Eltern ihren Kindern zeigen, dass sie Finger und Füße nie unter das Brett schieben dürfen, sonst klemmen sie sich und tun sich weh."

Das gilt vor allem, wenn zwei Kinder als Piraten im Boot, äh, Board sitzen und auf stürmischer See über die Wellen reiten, wie ich aus meiner jüngsten Erfahrung berichten kann...

Autorin: Merle von Kuczkowski

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