Luftiger Spaß im Herbst

Tipps zum Drachensteigen lassen

Die kühle Herbstluft ist kein Grund, sich zu Hause zu verkriechen. Im Gegenteil, denn jetzt ist die Zeit, um Drachen steigen zu lassen. Und die Bewegung an der frischen Luft tut nicht nur den Kindern gut.

Geeignete Drachen für Kinder

Kinder haben am meisten Spaß mit sogenannten Einleinerdrachen, die nur eine Schnur haben. Sind sie einmal in der Luft, müssen sie nicht mehr gelenkt werden – durch Zug an der Schnur kann man sie steigen und sinken lassen. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Formen und mit verschiedensten Motiven. Bereits Kinder mit drei oder vier Jahren können mit Unterstützung ihrer Eltern einen Einleinerdrachen steigen lassen.

Mit einem Lenkdrachen, der meistens zwei Schnüre hat, lassen sich Loopings, Schrauben und andere tolle Figuren fliegen. Das ist toll anzusehen, der Umgang mit mehreren Leinen ist aber nur etwas für Geübte. Je stärker der Wind, desto mehr Kraft braucht man zudem, um den Lenkdrachen unter Kontrolle zu halten. Daher eignen sie sich auch erst für Kinder ab ca. acht Jahren. Zudem sollte immer eine Aufsichtsperson dabei sein, die ggf. helfen kann.

Der richtige Platz

Eine große Wiese, ein abgeerntetes Feld oder ein alter Sportplatz – zum Drachensteigen braucht man viel freie Fläche. Grundsätzlich gilt: Drachen darf man in Deutschland überall steigen lassen – laut Luftverkehrsordnung müssen mindestens 600 Meter Abstand zu Hochspannungsleitungen, Strommasten oder Oberleitungen eingehalten werden. Das gilt auch für Bahnstrecken, Autobahnen und andere viel befahrene Straßen. Zu Flughäfen oder Segelflug-Plätzen sind es sogar drei Kilometer. Und: Drachenleinen dürfen laut Gesetz nicht länger als 100 Meter lang sein. Sollte sich der Drachen doch einmal in einer Stromleitung verfangen, versuche bitte auf keinen Fall, ihn herunterzuholen – dabei besteht Lebensgefahr! Stattdessen so schnell wie möglich den Störungsdienst des Stromversorgers informieren.

Leben & erziehen Abo + Geschenk

Dein Begleiter von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Alltag mit Kindern. Jetzt mit 25% Rabatt testen!

Die passende Windstärke

Je leichter der Drachen, desto weniger Wind benötigt er, um aufzusteigen. Die meisten Drachen, die man im Geschäft kaufen kann, fliegen am besten bei einer Windstärke von zwei bis drei. Alles was darüber liegt, kann ganz schön an den Kräften zehren und den Drachen mitunter wild durch die Lüfte wirbeln lassen. Kleine Anfänger sollten daher bei Windstärken, die über drei liegen, besser die Finger vom Flugobjekt lassen. In Wetter-Apps lässt sich die Windstärke nachschauen, ansonsten tut es auch ein Blick in die Baumkronen: Wenn dünne Äste leicht schaukeln, ist der Wind ideal, um einen Drachen steigen zu lassen. Am Strand, beziehungsweise am Meer, weht für gewöhnlich das ganze Jahr über Wind. Beim Urlaub an der Nord- oder Ostsee also auf jeden Fall den Drachen einpacken!

Sicherheit geht vor

Im Herbst ziehen gerne mal Stürme oder Unwetter heran. Bei dunklen Regenwolken oder einem aufziehenden Gewitter solltest du deinen Drachen gar nicht erst steigen lassen oder aber schnellstens vom Himmel holen. Bei einem Gewitter kann der Drachen – besonders wenn du dich auf einer freien Fläche befindest  – zum gefährlichen Blitzableiter werden.

Extra-Tipp

Packe am besten ein Paar Handschuhe für dich und die Kinder ein. Die dünne Drachenschnur kann nach einiger Zeit unangenehm in die Hände einschneiden.

Anleitung zum Drachen steigen lassen

Der Start ist immer das Schwierigste. Es geht nämlich darum, den passenden Moment zu finden, in dem der Wind den Drachen in die Lüfte trägt. Mit zwei Personen geht es am einfachsten: Einer hält die Schnur, der andere nimmt den Drachen und geht so weit weg, bis sich die Leine spannt. Kommt dann ein Lüftchen auf, wird er mit einem leichten Schubs gen Himmel geschickt. Bei Einlenkdrachen funktioniert es auch häufig, dass die Person mit dem Drachen ein wenig läuft und den Drachen dann in die Luft schickt. Wichtig: Der Drachen darf erst losgelassen werden, wenn er von selbst an der Leine zieht. Dann wird er vom Wind nach oben getragen – ansonsten kracht er direkt auf den Boden.

Autorin: Jana Kalla

Drachen bauen: Bunter Himmelstürmer zum Selbermachen

Was ist noch schöner als einen gekauften Drachen steigen zu lassen? Genau: Einen selbst gebastelten Drachen in die Lüfte zu schicken. An kalten Herbsttagen zaubert dieser Regenbogen-Drachen Farbe zwischen all die grauen Wolken – und den Kleinen ein Strahlen ins Gesicht. Mit unserer Bastelanleitung könnt ihr den Drachen step by step selber bauen. 

Das braucht ihr:

  • Ripstop Nylon in Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Lila (je 25 cm x 150 cm)
  • 2 Fichtenrundholzstäbe (ø 5 mm, 1 m lang) p 4 Metallösen zum Einschlagen (ø 5 mm) p doppelseitiges Klebeband (5 mm breit)
  • Waagschnur (2 m lang)
  • Drachenschnur
  • Nähmaschine und Nähgarn
  • Stecknadeln
  • Stoffschere

So wird’s gemacht:

  1. Schneidet zuerst die Stoffstreifen zu. Ihr benötigt sechs Streifen à 18 cm x 120 cm.
  2. Entlang einer Längskante des roten Stoffs das doppelseitige Klebeband aufkleben und die Schutzfolie abziehen. Die Kante einschlagen und festkleben, dann mit der Nähmaschine und Zickzackstich (Stichbreite 4 mm, Stichlänge 2 mm) absteppen.
  3. Roten Stoffstreifen mit der Oberseite nach oben auf den Tisch legen. Den orangefarbenen Streifen darunter legen und auf der gesamten Länge der Oberkante doppelseitiges Klebeband anbringen. Das Schutzpapier abziehen und den roten Streifen 1 cm überlappend aufkleben. Dadurch wird der Stoff für das Nähen fixiert, sodass er nicht verrutschen kann und nicht mit Stecknadeln perforiert werden muss. Mit der Nähmaschine im Zickzackstich beide Stoffstreifen zusammennähen.
  4. Die anderen Streifen ebenso annähen. Die Reihenfolge der Farben ist: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Lila. Zuletzt die untere Kante des lila Streifens wie in Schritt 2 beschrieben einschlagen und versäubern.
  5. Als Nächstes werden die Tunnel für die Stäbe genäht. Dazu das Stoffstück längs in der Mitte zur Hälfte falten – die Oberseite liegt innen. Von der Faltkante 26 cm Richtung Seitenrand abmessen und parallel zur Faltkante eine Linie markieren. Auf der anderen Hälfte ebenso eine Linie markieren.
  6. Den Stoff an den markierten Linien falten (die Oberseite liegt innen) und jeweils einen 1 cm breiten Tunnel nähen. Dazu den Stoff auf der Nahtlinie mit Stecknadeln fixieren. Am lilafarbenen Ende die Tunnel durch mehrfaches Vor- und Zurücknähen verschließen. Die Rundhölzer einschieben.
  7. Den Stoff wieder längs in der Mitte falten, die Stäbe liegen jetzt aufeinander. Nun wird der Punkt ausgemessen, an dem später die Öse für die Waage befestigt wird. Dazu vom oberen Stoffende (rot) 26 cm am Stab entlang nach unten messen und den Punkt markieren. Von diesem Punkt 28 cm im rechten Winkel zu den Stoffkanten nach außen messen, das ist die äußerste Drachenspitze. Den Punkt markieren.
  8. Mithilfe der letzten Markierung wird nun die Drachenform zugeschnitten. Dazu zunächst das doppelseitige Klebeband in einer geraden Linie vom oberen bzw. unteren Ende der Holzstäbe bis zur Markierung aufkleben. Ein weiteres Stück Klebeband in der Ecke anbringen.
  9. Schneidet den Stoff 1 cm neben dem Klebeband ab; an den äußeren Spitzen als Verstärkung für die Öse etwas mehr Stoff stehen lassen. Die Schutzfolie abziehen, die Stoffkanten einschlagen und festkleben. Von der Vorderseite mit Zickzackstich festnähen.
  10. In die beiden Spitzen je eine Öse einschlagen, dabei der Anleitung des Herstellers folgen. Die 2 m lange Waagschnur an den Ösen festknoten und in der Mitte (die Ösen aufeinander legen) eine Schlaufe binden, an der die Drachenschnur befestigt werden kann.
  11. Für die Drachenschwänze aus den Stoffresten etwa 30 Quadrate (5 cm x 5 cm) zuschneiden und wie abgebildet mit der Nähmaschine aneinander nähen (Geradstich, Stichlänge 3 mm). Die Gesamtlänge des Schwanzes sollte jeweils mindestens 1,20 m betragen. Zur Befestigung zwei Ösen an den unteren Ecken neben den Stäben einschlagen und die Schwänze anbinden.

Buchtipp

Niedliche Waldtiere, gruselige Gesellen zu Halloween, stimmungsvolle Deko für kalte Tage: die schönsten Kreativideen für die ganze Familie.

"Handmade Herbst", frechverlag, 12,99 Euro

Teile diesen Artikel: