Es rappelt in der Box!

Tigerbox oder Toniebox: Welche ist besser?

Erst vor fünf Jahren kam die Toniebox auf den Markt, zwei Jahre später zog die Konkurrenz mit der Tigerbox nach. Inzwischen kommt kaum ein Familien-Haushalt ohne eine der beiden Varianten aus. Unsere Autorin Nora hat beide Boxen mit ihrer dreijährigen Tochter unter die Lupe genommen und klärt, welche denn nun besser ist: Tigerbox oder Toniebox?

Toniebox vs. Tigerbox

Zwei Boxen, ein Ziel: Audioangebote für Kinder zugänglich machen. Ein Vergleich von Toniebox und Tigerbox ist jedoch gar nicht so einfach, denn die Funktionsweise beider Systeme ist grundverschieden. Die Toniebox verzichtet bewusst auf "flimmern und blinken", setzt stattdessen auf kindgerechte Figuren, die zu den Hörspielen passen. So können Kinder auch haptisch und visuell wahrnehmen, was sie gerade anhören.

Zwar gibt es für die Tigerbox Touch mit den Tigercards eine ähnliche Variante, das Herzstück sind aber die Tigertickets: Diese werden einmal hinten in die Box eingesteckt und aktiviert, anschließend hat man Zugriff auf den hauseigenen Streamingdienst – bis obenhin voll mit Titeln für Kinder, kuratiert und sortiert nach Alter sowie Themengebieten. Vorteil gegenüber Streaming-Apps auf dem Smartphone: Ihre Tigerbox können Kinder selbstständig bedienen und dabei weder versehentlich einen Notruf noch private Bilder an den Chef senden.

Kinderhelden und Kita-Musik

Stichprobenartig habe ich in beiden Systemen nach den Lieblingen meiner Tochter gesucht. Feuerwehrmann Sam, Biene Maja, Grüffelo – check. Kita-Hits, Einschlaflieder – kein Problem.

Natürlich hat niemand alle 250 Tonies zu Hause, was die Auswahl im Alltag stark reduziert. Wir leihen uns deshalb regelmäßig neue Tonies aus der Bücherhalle aus, zudem sind sie auch ein tolles Geschenk für kleinere Anlässe. Für einige Tonies, etwa Benjamin Blümchen, können mittlerweile auch neue Folgen nachgekauft und auf den vorhandenen Tonie geladen werden. Das haben wir allerdings noch nicht ausprobiert.

Mit den über 6.000 Titeln der Tigerbox, die auch zu Hause jederzeit verfügbar sind, kann das natürlich nicht mithalten: Viele Werke von Axel Scheffler, die Geschichten vom kleinen Siebenschläfer, Paddington Bär – einzig Pippi Langstrumpf habe ich nicht gefunden. Da die Titel hier oft mit Buchcover dargestellt werden, findet meine Tochter ihre Lieblinge selbstständig wieder und kann sich die Geschichten auch dann anhören, wenn wir Eltern nach der fünften Wiederholung mal keine Lust mehr aufs Vorlesen haben.

Damit Kinder von dem großen Angebot nicht erschlagen werden und wirklich nur altersgerechte Inhalte angezeigt bekommen, sollten Eltern in der App einige Voreinstellungen treffen. Generell lässt sich eine Altersspanne festlegen, sodass sich auf der Box nur noch entsprechende Inhalte und Themenwelten befinden. Da das immer noch ganz schön viel ist, habe ich einige Titel auf die Tigerbox geladen und dann das WLAN ausgeschaltet. Alle paar Tage wechsle ich durch, sodass meine Tochter auch immer mal etwas Neues zum Anhören findet.

Bedienung durch Eltern und Kinder

Beide Boxen werden über eine App auf dem Eltern-Smartphone bedient. Hier lassen sich jeweils grundlegende Dinge wie die maximale Lautstärke einstellen. In der Tiger-App lassen sich darüber hinaus auch die Inhalte suchen und festlegen sowie, z.B. im Auto, direkt über das Smartphone abspielen.

Für Kinder ist die Toniebox deutlich einfacher zu handhaben. Figur aufstellen und los geht's – das Prinzip verstehen selbst Einjährige. Die Tigerbox wird über ein modernes Touch-Display bedient. Meine Dreijährige beherrscht das ebenfalls problemlos, jedoch ist die Tigerbox nach meiner Erfahrung etwas fehleranfällig: Es dauert recht lange, bis sie hochgefahren ist und vereinzelte Abstürze des auf Android basierenden Systems sorgten gelegentlich für ein enttäuschtes "Oh, kaputt" aus dem Mund meiner Tochter. (Anmerkung: Dieses Problem soll mit dem letzten Update behoben worden sein.)

Die Toniebox

Die Toniebox ist ein tragbarer Lautsprecher. Zusammen mit den Tonie-Figuren oder Kreativtonies bilden sie ein Audiosystem für Kinder. 

  • Hersteller: Boxine GmbH
  • erhältlich in vielen verschiedenen Farben
  • für Kinder ab ca. 3 Jahren
  • Preis: Starterset inkl. einem Kreativtonie ca. 75 Euro, über Amazon*

Die Tigerbox Touch

Mit der Tigerbox Touch streamen Kinder sicher und werbefrei Hörspiele und Musik mit ihrer eigenen Streamingbox. 

  • Hersteller: Tigermedia
  • erhältlich in fünf verschiedenen Farben
  • für Kinder ab 3 Jahren
  • Preis: Starterset inkl. Tigercard und 1 Monat Tigerticket ca. 80 Euro, über Amazon*

Was ist denn nun besser – Tigerbox oder Toniebox?

Ist die Tigerbox nun eine Alternative zur Toniebox? Jein. Obwohl beide Boxen erst ab drei Jahren empfohlen werden, kommen die Tonies in vielen Familien schon deutlich früher zum Einsatz. Ob Puppenhaus oder Feuerwehrstation, oft werden die Figuren nicht nur angehört, sondern auch bespielt – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen!

Die Tigerbox hingegen ist eher für größere Kinder geeignet, gerade auch weil es tolle Wissenswelten zu entdecken gibt. Ja, meine Dreijährige hat ihren Spaß damit und auch ich bin dankbar für die große Auswahl an Titeln, die ich über mein Smartphone schnell austauschen kann – das geht mit Tonies nun mal nicht. Die Bedienung ist für kleinere Kinder jedoch noch etwas knifflig und für eine reibungslose Funktion (sofern die Titel nicht heruntergeladen wurden) ist gutes WLAN nötig.

Eine echte Alternative zur Toniebox ist die Tigerbox in meinen Augen nicht, eher eine Ergänzung bzw. der Nachfolger. Steht ihr vor der Wahl, empfehle ich für Dreijährige eindeutig die Toniebox. Spannend wird die Tigerbox für Kinder ab dem Vorschulalter – und wird sie dann viele Jahre begleiten.

Die Unterschiede von Toniebox und Tigerbox auf einen Blick

  Toniebox Tigerbox
Kosten

Box: 79,95 Euro (inkl. Kreativtonie)

Tonies: 14,99 Euro

Kreativtonies (frei bespielbar): 11,99 Euro

Box: 99,99 Euro (inkl. Tigercard + 1 Monat Tigerticket)

Tigerticket 6 Monate: 39,99 Euro

Tigercard: ab 5,99 Euro

Wildcard (frei bespielbar): 21,99 Euro (3 Stück)

Idee Inhalte für Kinder bildschirmfrei und unkompliziert zugänglich machen Streamingdienst mit kuratierten Inhalten und passendem Endgerät
Alter

Empfohlen ab drei Jahren, kann aber auch von jüngeren Kindern schon gut bedient werden.

Empfohlen ab drei Jahren, generell aber eher ab Vorschule geeignet – dafür auch noch für Zwölfjährige gut.

Vorteile
  • sowohl die Box als auch die Tonies sind sehr robust
  • einfach zu bedienen
  • Tonies gibt es in vielen Bibliotheken auszuleihen
  • Figuren dienen auch als Spielzeug
  • sehr große Auswahl an Titeln
  • viele Kinderbücher als Audioversion, die durch Buchcover schnell wiedererkannt werden
  • Inhalte sind auch über die App hörbar, z. B. im Auto
  • Tigercards sind vergleichsweise günstig
Nachteile
  • Figuren sind recht teuer
  • geringe Auswahl (niemand hat alle Tonies zu Hause)
  • wird ab der Grundschule "uncool"
  • kurze Akku-Laufzeit
  • Bedienung für Kleinkinder nicht ganz einfach
  • laufende Kosten durch Ticketsystem (kein Abo, jedoch keine Inhalte ohne regelmäßigen Nachkauf der Cards)

 

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Unsere Autorin

Nora Ritzschke

Als Kind wollte Nora Ritzschke Lektorin werden, doch dann kam das Internet dazwischen. Ob Artikel für die Website, Instagram oder der eigene Blog – online fühlt sie sich zu Hause.

Als Mama einer Dreijährigen kann sie Lieder über stundenlange Einschlafbegleitung, Kita-Eingewöhnung oder die ersten Schimpfwörter singen – als Teil des Content-Teams nun auch hier!

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