"Mama! Papa! Was machen wir heute?"

3 coole Ideen, was ihr im Herbst mit euren Kids machen könnt!

"Mama! Papa! Was machen wir heute?" – kaum eine Frage hören Eltern häufiger. Birk Grüling liefert in seinem gleichnamigen Buch 100 kreative Antworten – für jedes Wetter und Alter, viele kostenlos oder für Mini-Budget. Ein paar Aktivitäten für den Herbst mit euren Kids verraten wir hier.

In die Sterne schauen

Alter: ab 2 Jahren

Wo: Überall

Kosten: keine

Seit meiner Kindheit liebe ich "Star Wars" und träume von fremden Planeten. Deshalb verfolge ich auch schon mal mitten in der Nacht die Landung eines Mars-Rovers im NASA-Livestream. Aber Sterne gucken? Das eigene Teleskop im Zimmer war mir als Kind schon zu verschroben. Meine Haltung zur Sternenbeobachtung änderte sich, als unser Hund Fiete einzog. Welpen haben bekanntlich eine kleine Blase, und so stand ich in den ersten Monaten oft mitten in der Nacht im Garten.

Mit etwas Glück ist der Himmel über der schlafenden Reihenhaussiedlung wolkenlos und voller winziger Lichter. Das ist nicht nur wunderschön, sondern bei genauer Überlegung auch ziemlich atemberaubend. Jeder dieser hellen Punkte ist ein Stern wie unsere Sonne. Dass sie wie kleine Lichter aussehen, liegt an der Entfernung. Die meisten Sterne sind viele Billionen Kilometer weit weg und oft sogar größer, heller und heißer als unsere Sonne. Die Hitze ist auch der Grund, warum die Sterne leuchten. Doch bis dieses Licht bei uns ankommt, muss es viele Jahre durch das Weltall reisen. Wenn wir auf die Milchstraße blicken, sehen wir also ein Bild, das seit 100.000 Jahren vergangen ist. Das klingt nach langer Zeit, ist im Weltall aber nur ein Augenblick.

Und plötzlich ist die Sternenbeobachtung gar nicht mehr verschroben – vor allem, weil ich in meinem Sohn einen weiteren Weltraumenthusiasten gefunden habe. Gemeinsam schauen wir gerade im Winter oft vor dem Einschlafen in den Sternenhimmel oder vergleichen den zu- und abnehmenden Mond. Sternenkarten oder ein Teleskop haben wir trotzdem noch nicht gekauft, dafür aber zahlreiche Bücher über Weltraumabenteuer und echte Astronauten gelesen. Genau darin liegt der große Reiz: Sternegucken ist ein super unkompliziertes und günstiges Hobby, an dem auch schon kleine Kinder große Freude haben. Im Prinzip braucht man dazu nicht mehr als das bloße Auge und eine klare Nacht. Bei wolkenlosem Himmel sieht man selbst aus dem Kinderzimmerfenster viele ferne Sterne.

Wer auf Nummer sicher gehen und die Sternenbeobachtung mit etwas Abenteuer verbinden möchte, kann auch in die Natur fahren. Auf einer leichten Anhöhe ohne störende Straßenlaternen ist der Blick noch freier. Nehmt dann ruhig ein Fernglas mit, damit könnt ihr zum Beispiel die nahen Planeten in unserem Sonnensystem ausmachen, also Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Weil sie näher an unserer Erde liegen und von der Sonne angestrahlt werden, leuchten sie deutlich heller als die Sterne und sind auch etwas größer. Ebenfalls gut sichtbar ist die Internationale Raumstation ISS (International Space Station). Sie ist ungefähr so groß wie ein Fußballfeld und kreist in 400 Kilometer Höhe um unsere Erde – nah genug, um sie mit bloßem Auge zu entdecken. Ein- bis zweimal pro Nacht ist sie zu sehen, ihr Überflug von West nach Ost dauert allerdings nur wenige Minuten. Man muss sich also beeilen. Ein Tipp: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt zeigt auf Livekarten im Internet, wo sich die ISS gerade befindet und wann man sie am besten wo beobachten kann. Im Juli und August oder im Oktober sieht man außerdem häufig Sternschnuppen, dann fliegt die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne durch besonders große Gesteinswolken.

Noch ein bisschen Wissen zum Angeben

Sternschnuppen sind kleine Gesteinsbrocken aus dem All, die mit hoher Geschwindigkeit in der Erdatmosphäre verglühen. Ihre Reste rieseln als Sternenstaub auf die Erde – völlig unbemerkt von uns.

Geschichten erfinden und mönkeln gehen

Alter: ab 5 Jahre

Wo: draußen

Kosten: keine

Als unser jüngster Sohn ins Grundschulalter kam, wurden die immer gleichen Wege, auf die man gleich von der Haustür aus starten kann, langsam langweilig. Er kannte jede Ecke, jeden Baum, jeden Hügel, jede Bushaltestelle. Wie kriegt man sein Kind trotzdem aus der Bude und in Bewegung? Wie kann man das Gewohnte wieder aufregend machen? Mit ein bisschen Dramatik und Spannung, dachten wir uns. Seither war er der superkluge Mönkel und wir Eltern seine Assistenten. Vorm Losspazieren dachten wir uns einen Fall aus, den es zu lösen galt. Die imaginäre Zentrale in London gab die Aufträge vor. Wir erfanden regelmäßig einen merkwürdigen Namen für eine gesuchte Person, eine besondere Fähigkeit und eventuell noch den Ort, an dem sie stecken könnte.

Ein paar meiner Lieblingsheldinnen und -helden dieser Zeit:

  • die Hungerbandnuss, in die sich Mr. Hungerband verwandeln kann und die am geheimnisvollen Turm zu finden sein soll
  • der Trillfox, der Zeitreisen möglich macht und irgendwo in einem Moor steckt
  • der Vogelwurm, der aus irgendeinem Grund alle dazu bewegen will, immer genau zu tun, was er möchte und vom dem wir nicht sicher wissen, ob er auf eine Anhöhe fliegen kann oder flugunfähig ist
  • die Ölebrös, die Müll auf den Straßen verteilen, der explodiert, wenn jemand rülpst

Mit der Story im Gepäck ging es los: Wir ließen uns treiben. Der Mönkel durfte an jeder Ecke aussuchen, ob es links- oder rechtsherum weitergeht, und alles, was uns unterwegs begegnete, hatte mit dem Fall zu tun: Die immer wieder auftauchende Katze war eine feindliche Spionin, die uns zufällig begegnenden Handwerker boykottierten unsere Pläne, das Baustellenloch in der Straße war der Zugang zu einem wichtigen Geheimtunnel. Bis zum Ende unserer Spazierrunde wurde der Fall jedes Mal geklärt.

Das Mönkeln schenkte uns gute Zeit mit allen unseren Kindern, außerhalb der eigenen vier Wände, die uns an die unaufgeräumte Küche und die nicht gemachte Sachkundehausaufgabe erinnerten. Es ist ein gemeinsames Spazierengehen, Naturentdecken, Spielen, Lachen und Geschichtenspinnen, das überall funktioniert. Man kann in der Stadt loslaufen, im Wald, an einem See, auch mal abends mit Taschenlampe, über fremde Wiesen im Urlaub, am Strand durch die Dünen, mit Regenjacke bei Sauwetter. Man kann beim Mönkeln neue Wege entdecken oder eben alte spannender machen.

Mönkeln stärkte unsere Kinder, weil sie planen, kreativ sein und etwas lösen durften, und es stärkte uns als Eltern-Kind-Team, denn wir schafften es gemeinsam. Meine Kinder sind inzwischen Teenager und haben das Interesse am Mönkeln verloren. Ich wollte den Mönkel aber nicht einfach "begraben". Deshalb habe ich inzwischen eine kleine Kinderbuchreihe daraus gemacht, auch mit einem Mönkel-Mitmachbuch, für alle, denen es an Ideen für eigene Fälle des Mönkels fehlt.

Mundraub

Alter: ab 2 Jahre

Wo: in eurer Umgebung

Kosten: keine

In diesem Herbst haben wir zum ersten Mal Mundraub begangen. Es war furchtbar lecker und kein bisschen verboten. Auf der Website mundraub.org sind inzwischen über 60.000 Obstbäume und Beerensträucher verzeichnet, an denen sich jeder und jede bedienen darf. Eintragen können sich dort Kommunen, Vereine, Unternehmen oder Privatpersonen. Durch den Mundraub wird ein kleiner Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung gesetzt, denn in vielen Fällen würde dieses Obst sonst verfaulen. Wir haben in unserer Umgebung einige frei zugängliche Apfelbäume gefunden. Auf einem Abendspaziergang waren wir dort und haben ein paar Äpfel für den nächsten Kuchen gesammelt.

Vier goldene Mundraubregeln

  1. Bitte pflückt Obst nur von Bäumen, die wirklich auf öffentlichem Grund stehen. Wer sich in Nachbars Garten oder auf einer privaten Streuobstwiese bedient, macht sich strafbar.
  2. Geht gut mit den Bäumen um, brecht keine Äste ab oder beschädigt sie anderweitig.
  3. Lasst euren Mitmenschen noch Obst übrig. Wenn ihr mehr mitnehmt, als ihr wirklich braucht, ist das auch Lebensmittelverschwendung.
  4. Die Macher/innen von mundraub.org wünschen sich außerdem, dass ihr den Standort der Obstbäume mit Freunden teilt. Das steigert die Bekanntheit der tollen Idee.

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"Mama, Papa, was machen wir heute?" – Auf diese Frage immer eine gute (und alle Familienmitglieder zufriedenstellende) Antwort zu haben, ist nicht einfach. Bis jetzt! 

Für sein neues Buch hat sich Papa und Autor Birk Grüling auf die Suche nach richtig guten Antworten auf diese Frage gemacht. Herausgekommen ist ein buntes Sammelsurium an Familienprojekten, die Langeweile gar nicht erst aufkommen lassen. Ob in- oder outdoor, in der Sommersonne oder an grauen Herbsttagen, bei 100 Ideen ist garantiert das Passende für euch dabei. Und das Beste: Fast alle Aktivitäten sind kostenlos oder mit Mini-Budget machbar. Dabei hat jede einzelne das Potenzial, eine wunderschöne Erinnerung zu werden: Sowohl die Minis als auch die Großen werden noch jahrelang daran zurückdenken, mit gutem Gefühl und tollen Geschichten. Versprochen! 

"Mama, Papa, was machen wir heute?" von Birk Grüling (192 Seiten, Junior Medien, 18,95 Euro).

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