4. November 2018

Expertenrat: Bettnässen

Nasse Kinderbetten

Expertenrat: Bettnässen
© Fotowerk/Fotolia.com

Die Abschlussfahrt des Kindergartens, das Wochenende mit den Fußballfreunden, die Klassenfahrt: für Kinder, die nachts ins Bett machen, oft ein Problem.

Woher kommt Bettnässen – oder Enuresis, wie es in der Fachsprache heißt? Wie können Eltern ihrem Kind helfen., nachts trocken zu werden? Antworten auf die wichtigsten Fragen von Kinderurologin Dr. Anne-Karoline Ebert.

Wann werden Kinder nachts spätestens trocken?

Das ist unterschiedlich. Manche schaffen es schon mit zweieinhalb Jahren, andere brauchen bis zum fünften Lebensjahr. „Bei mehr als drei nassen Nächten pro Woche jenseits des fünften Lebensjahres spricht man von häufigem Bettnässen“, erklärt Dr. Anne-Karoline Ebert.

Wie viele Kinder machen nachts ins Bett?

Laut einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nässen 25 Prozent der Vierjährigen, 15 Prozent der Fünfjährigen, zehn Prozent der Siebenjährigen, fünf Prozent der Zehnjährigen und ein bis zwei Prozent der Jugendlichen nachts ein – Jungen doppelt so häufig wie Mädchen.

Wird Bettnässen vererbt?

Ja, wenn ein Elternteil Bettnässer war, wird es das Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 43 Prozent auch. Waren Mutter und Vater betroffen, erhöht sich die Zahl auf bis zu 70 Prozent.

Was sind die Ursachen?

Zum einen die familiäre Veranlagung, zum anderen ein Mangel am Hormon ADH, eine zu kleine Blase, Schlafstörungen oder falsche Trinkgewohnheiten.

Wie stellt der Arzt fest, ob die Blase zu klein ist?

Manchmal hinkt die Blase in ihrer Entwicklung etwas hinterher. Der Arzt erkennt das oft schon, wenn Eltern eine Zeit lang Buch darüber führen, wie oft ihr Kind zur Toilette geht, wie viel Pipi es jedes Mal macht, wie oft es nachts einnässt, wie viel und wann es tagsüber trinkt. Ärzte nennen dieses Blasentagebuch „Miktionsprotokoll“ (Miktion = Entleerung der Harnblase). Gegebenenfalls wird nach einer Zeit zusätzlich ein Ultraschall gemacht. Aber keine Sorge: Das Problem wächst sich in der Regel aus.

Wie viel Flüssigkeit passt in eine Kinderblase?

Eine einfache Faustregel: Alter in Jahren mal 30 plus 30. Bei einem fünfjährigen Kind errechnet sich das Fassungsvermögen der Blase also so: 5 (Alter) x 30 = 150 + 30 = 180 ml.

Der Arzt spricht von einer Reifeverzögerung. Was steckt dahinter?

Unser Körper bildet ständig Urin – auch nachts. Das antidiuretische Hormon (ADH) bewirkt, dass die Urinproduktion in der Nacht herabgesetzt und die Blase nicht zu voll wird. Bei manchen Kindern ist die körpereigene Bildung dieses Hormons noch nicht richtig entwickelt. Zudem werden sie durch den Harndrang nicht wach. Und schon ist das Bett nass.

Wie sollte die Trinkmenge verteilt werden?

Drei Viertel der Flüssigkeit, die das Kind tagsüber braucht, sollte es vor 17 Uhr trinken. Fest steht nämlich: Kinder, die tagsüber wenig oder erst nach 17 Uhr viel trinken, machen nachts häufiger ins Bett.

Welche Getränke sollte das Kind meiden?

„Eiweißhaltige Getränke wie Milch und koffeinhaltige wie verschiedene Limonaden-Mischgetränke kurbeln die Urinausscheidung an“, erklärt die Expertin. „Kinder sollten sie vor allem nach 17 Uhr nicht mehr trinken.“

Was untersucht ein Kinderurologe? Und helfen Medikamente gegen Bettnässen?
Weiter Experten-Antworten auf Seite 2!

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2 Kommentare

  1. grisu66 sagt:

    He lass ihn Zeit.Er muß das verdauen.Alles schimpfen und stressen nützt nichts.Lass dein Sohn fühlen das du ihn liebst und das auch sein Papa ihn liebt(das tut er hoffentlich) und das es manchmal besser ist das Eltern sich trennen und das sie trotzallen Eltern bleiben auch wenn sie nicht zusammen leben und wohnen.Er will dich nicht ärgern.Hab Geduld und wenn du nicht sicher bist,hol dir Hilfe.Es gibt für Trennungskinder extra Therapieplätze.Sei nicht zu stolz und lass dir helfen.Ich wünsch deinen Sohn alles gute und dir viel Geduld

  2. Eli sagt:

    Habe einen Sohn von fast 6 Jahren,er macht seit Trennung am Tag und in der Nacht in die Hose.Habe schon alles versucht.Nichts hilft.Weiß nicht mehr weiter.

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