12. Juni 2018

Fußball-WM in Russland

Darf mein Kind abends Fußball schauen?

Fußball-WM in Rußland
© Wavebreakmedia/iStockphoto.com

Die Fußball-WM fasziniert Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Das stellt viele Eltern vor Herausforderungen: Wie lange und wie oft darf der Nachwuchs mitschauen – und was ist mit spät startenden Spielen?

Die WM ist ein guter Anlass, um im Kreis der ganzen Familie das sportliche Ereignis zum Familienerlebnis zu machen. „Bei einem Spielbeginn gegen 20 Uhr können Eltern einmal ein Auge zudrücken. Wichtig ist aber, dass es bei einer absoluten Ausnahme bleibt und Kinder sich dessen bewusst sind“, sagt Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN!“, dem Medienratgeber für Familien. Ein spannendes Fußball-Spiel kann Kinder außerdem so aufwühlen, dass sie schwer einschlafen. Bei der Entscheidung spielt deshalb auch eine Rolle, was am nächsten Tag in der Schule ansteht.

Gemeinsam planen

Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind zusammen planen, welche Spiele sie anschauen dürfen, die Wünsche der Kinder einbeziehen und Kompromisse suchen. So kann man vereinbaren, abendliche Spiele nur anzuschauen, wenn die Lieblings-Mannschaft dabei ist. Auch können Eltern sich mit Lehrern und anderen Eltern im Klassenverbund absprechen. Das erleichtert dann auch die persönliche Entscheidung. Spannende Spielszenen lassen sich am nächsten Morgen auch in der Mediathek nachschauen – so können die Kinder beim Schulhof-Thema Nummer 1 mitreden.

Ausgleich schaffen

Ein Fußballspiel kann sehr emotional sein. Vor allem Grundschulkinder und Jüngere können sich noch nicht so gut von der Situation distanzieren und reagieren mitunter sehr emotional. Da fließen dann auch mal Tränen. Es ist wichtig, dass man in der Familie diese Gefühle auch ausleben darf. Erwachsene sollten sich dennoch ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und etwa auf die Wortwahl achten, wenn sie ihre eigene Enttäuschung zum Ausdruck bringen. Niederlagen beziehen die kleinen Fans auf sich. Eltern bieten ihrem Kind am besten den nötigen Ausgleich dafür, indem sie es trösten, mit ihm sprechen – und vielleicht auch zusammen Fußball spielen.

Fernsehzeiten festlegen

Generell empfiehlt „SCHAU HIN!“, Fernsehzeiten für Kinder festzulegen. Als Faustregel gilt, dass Kinder bis fünf Jahre nicht länger als 30 Minuten täglich sowie bis neun Jahre nicht länger als eine Stunde fernsehen sollten. Ab zehn Jahren können sie sich ein Wochenkontingent von etwa neun Stunden zunehmend selbst einteilen. Ist dieses Budget verbraucht, sollten sie dafür in den nächsten Tagen eine Fernsehpause einlegen. Damit lernen Kinder, Medien bewusst zu nutzen.

Mehr Informationen

Aktuelle TV-Tipps, goldene Regeln und Antworten auf gängige Elternfragen zum Thema bietet „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“; eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

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