10. Januar 2017

Von der Anmeldung bis zu den Kosten

Was Eltern vor dem Kindergarten-Start wissen sollten

Von der Anmeldung bis zu den Kosten
© BananaStock

Bevor Ihr Kleines ein richtiges Kindergartenkind wird, gibt es einige Dinge zu tun und zu beachten. Martina Bentenrieder, Leiterin des Herz-Jesu-Kindergartens in Augsburg, beantwortet die wichtigsten Elternfragen – von der Anmeldung bis zu den Kosten.

Kann man sich die Kita aussuchen?

Innerhalb der Gemeindegrenzen grundsätzlich schon. Letztendlich entscheidet aber der Träger, wen er aufnimmt. Es kann sein, dass Sie auf einen freien Platz warten oder sich einen anderen Kindergarten suchen müssen.

Was kostet ein Kindergartenplatz?

Das ist je nach Region und Träger verschieden. Es macht auch einen Unterschied, ob Ihr Kind den ganzen Tag betreut wird (ca. 8 bis 9 Stunden) oder nur halbtags (ca. 4 bis 5 Stunden). Manchmal hängen die Beiträge auch vom Einkommen der Eltern ab. In Augsburg beispielsweise kostet ein Halbtagsplatz durchschnittlich 80 Euro im Monat. Wird das Kind ganztags betreut, sind etwa 90 Euro fällig. Dazu kommen Gebühren für Essen, Trinken und Spielsachen.

In einigen Bundesländern wie Hessen, Niedersachsen oder Nodrhein-Westfalen ist das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei, in Rheinland-Pfalz ist der Kindergarten für Drei- bis Sechsjährige gratis. In Hamburg zahlen Eltern für eine tägliche Betreuung bis zu fünf Stunden generell keine Beiträge mehr, in Berlin werden für die letzten drei Jahre vor der Einschulung keine Gebühren mehr erhoben..

Es ist möglich, beim Jugendamt Zuschüsse zu beantragen. Wenn die Beiträge so hoch sind, dass sie eine unzumutbare Belastung darstellen, werden die Gebühren übernommen. Auch hier gilt: Jedes Jugendamt entscheidet individuell.

Mehr Infos gibt’s unter www.kindergarten-vergleich.de

Wie finden Eltern den richtigen Kindergarten?

Sie haben die Wahl zwischen kommunalen, freien und privaten Trägern und können entscheiden, nach welchen pädagogischen Grundsätzen Sie Ihr Kind erziehen möchten. Neben kirch-lichen Einrichtungen gibt es Kindergärten mit sozialem Schwerpunkt, Montessori- und Waldorf-Kindergärten sowie viele Kitas mit eigenen Konzepten. Am besten besuchen Sie mit Ihrem Kind mehrere Einrichtungen am Tag der offenen Tür, um zu sehen, wo Sie und Ihr Kleines sich wohlfühlen.

Worauf sollten Eltern bei der Kita-Besichtigung besonders achten?

Schreiben Sie sich vorher einige Fragen auf: Sind die Räume ansprechend gestaltet? Gehen die Erzieher liebevoll mit den Kindern um? Gibt es genügend Betreuer? Durchschnittlich sind 25 Kinder in einer Gruppe mit mindestens zwei Erziehern. Bei den Öffnungszeiten sollten Sie sich auch über die Ferien informieren. Ist die Kita irgendwann komplett geschlossen? Dann brauchen Sie eine Ersatzbetreuung für die Zeit, in der Sie arbeiten.

Wie können wir uns gemeinsam auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten?

Der Kindergarteneinstieg ist für Eltern und Kind ungewohnt. Jetzt ist gegenseitiges Vertrauen besonders wichtig. Um den Start zu erleichtern ist es ratsam, mit dem Kind über die kommende Zeit zu sprechen. Erzählen Sie ihm, dass es Freunde finden wird und viel spielen kann. Bleiben Sie dabei aber bitte realistisch und erklären Sie, dass es Regeln gibt und dass die Erzieher für alle Kinder da sind. Besuchen Sie die Kita vorher bei Spaziergängen und nutzen Sie Schnuppertage, damit sich Ihr Kind an den neuen Ort gewöhnen kann. Hilfreich ist es, wenn Ihr Kind zum Beispiel auf dem Spielplatz schon Kontakt zu Kindern geschlossen hat, die diese Kita besuchen. Das Loslassen können Sie früh üben, indem Ihr Schatz mal bei den Großeltern übernachtet oder bei Freunden spielt.

Muss das Kind trocken sein oder andere Voraussetzungen erfĂĽllen?

Nicht unbedingt. Manche Einrichtungen verlangen es, andere nicht. Bitten Sie einfach um ein Gespräch mit den Erziehern.

Wann ist der richtige Zeitpunkt fĂĽr die Anmeldung?

Häufig geht die Anmeldung das ganze Jahr über. Manchmal einigen sich die Träger einer Kommune auch auf einen Zeitraum, z. B. Februar oder März. Vorher finden in vielen Einrichtungen Tage der offenen Tür statt. Der genaue Termin hängt vom jeweiligen Träger ab.

Ab welchem Alter darf mein Kind in den Kindergarten?

In der Regel kommt ein Kind mit drei Jahren in den Kindergarten. Viele Einrichtungen nehmen aber mittlerweile auch zwei- oder sogar einjährige Kinder auf.

Ist mein Kind reif fĂĽr den Kindergarten?

Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich, daher wissen Sie am besten, wie weit Ihr Sohn oder Ihre Tochter ist. „Natürliche Neugierde und Freude sind ein gutes Zeichen für den Start“, sagt Martina Bentenrieder. Tipp: Lassen Sie Ihr Kind daheim schon vieles selbstständig machen, dann ist die Umstellung nicht so groß.

3 Kommentare

  1. Christina sagt:

    Meine Schwester hat mich gefragt, ob ich einen guten Kindergarten weiß, aber ich habe kein solches Wissen, auch nicht wie man definiert, welcher Kindergarten gut ist. Ich suche nach Tipps, um meiner Schwester zu helfen, und habe diesen Artikel gefunden. Ich werde ihn meiner Schwester zeigen, als es hier viele Aspekten zu beachten gibt, z.B. Kosten, Zeitpunkt für die Anmeldung oder Alter des Kindes. Vor diesem Artikel habe ich nicht gewusst, dass in der Regel ein Kind mit drei Jahren in den Kindergarten kommt, aber viele Einrichtungen mittlerweile auch zwei- oder sogar einjährige Kinder aufnehmen.

  2. Thorsten sagt:

    Hallo,
    Mittlerweile ist ihr (schöner) Artikel ja schon etwas älter. Insofern lohnt es sich auch zu erwähnen, dass Eltern bereits seit 2013 auch einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben und dass ihnen, so kein geeigneter Platz in adäquater beziehungsweise zumutbarer Nähe zur Verfügung steht, Anspruch auf Schadenersatz gegeben sein kann. Auch erwähnenswert wäre die Möglichkeit der Kostenübernahme durch das Jugendamt.
    Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den folgenden Artikel verweisen: –> http://www.ra-knauf.de/rechtsanspruch-kindergartenplatz.php
    Viele GrĂĽĂźe,
    Thorsten

  3. Verena sagt:

    Hallo! In der aktuellen Ausgabe geht es ja ebefalls um die Suche nach dem richtigen Kindergarten. Leider ist das auf dem Land echt eine Farce… Innerhalb der Gemeindegrenzen ist die Wahl möglich – sehr witzig, wenn die Gemeinde nur einen Kindergarten hat. Da ist die Wahl dann gleich Null. Aber es wäre auch egal, hier arbeiten eh alle fast gleich, es gibt ja keinen Grund sich wirklich zu mĂĽhen und ein Konzept mit Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten. Wozu eine besondere Pädagogik vefolgen, wenn man ja doch keine Konkurrenz hat? Montessori oder Waldorf? Hier gibts trotz genĂĽgend Wald nicht mal einen Waldkindergarten. Da ich selber Erzieherin bin finde ich es auch in Bezug auf die Jobsuche sehr deprimierend: Ist ja doch alles das gleiche… BiĂźchen mehr Religion hier, etwas mehr offene Arbeit da. Und daran wollen die meisten Kindergärten auch gar nichts ändern. Ich hoffe, die Eltern, die die „Qual der Wahl“ haben, wissen zu schätzen, dass sie einen Kindergarten suchen können, der ihrem Kind entgegenkommt was die Pädagogik und Lebensanschauung angeht.

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