22. November 2015

Kindergarten

Wie schüchterne Kinder Freunde finden

Kindergarten
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Viele Jungen und Mädchen finden im Kindergarten sofort Spielkameraden, schüchterne Kinder tun sich oft schwer, auf Gleichaltrige zuzugehen. Dann können Eltern ihnen helfen, etwas forscher zu werden und Kontakte zu knüpfen.

Wie schnell ein Kind Freundschaften schließt und wie viele Freunde es hat, hängt von seiner Persönlichkeit ab. Das ist weniger eine Frage des Alters.

Auch schüchterne Kinder loslassen

„Es gibt Dreijährige, die kommen am ersten Tag in den Kindergarten und sagen: Hier bin ich! Dagegen brauchen manche Fünfjährige noch unsere Unterstützung“, erzählt Martina Bentenrieder, Leiterin des Herz-Jesu-Kindergarten in Augsburg.
Der Start im Kindergarten bedeutet für die Kleinen einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Hier lernen sie, neue Kontakte zu knüpfen und mit Spielkameraden umzugehen. Sich mit den anderen Kindern auseinanderzusetzen heißt auch: sich zu vergleichen, nachzugeben und zu teilen. Streit ist dabei völlig normal – und immer mal wieder geht es auch handgreiflich zu. Gewähren lassen, rät die Erzieherin. Denn nur so entwickeln Kinder die Fähigkeit zu verhandeln, zu verzichten und Lösungen zu finden.


Martina Bentenrieder appelliert auch an Mütter und Väter, die manchmal zum Überbehüten neigen: „Eltern müssen ihre Kinder loslassen können, sie selber machen lassen und ihnen nicht zu viel abnehmen. Das geht schon beim Anziehen los“, sagt sie. Ebenso wichtig ist es, Mädchen und Jungen schon früh mit anderen Kindern zusammenzubringen, zum Beispiel in der Krabbelgruppe.

Kontakt zu Gleichaltrigen fördern

Natürlich sind auch die Eltern willkommene Spielkameraden. Doch nur mit Gleichaltrigen können sich Kinder auf gleicher Ebene messen. So entwickeln sie einen gewissen Abstand zur Erwachsenenwelt und ein „Gemeinsam sind wir stark“-Gefühl.
Kinder haben unterschiedliche Strategien, nach denen sie ihre Freunde auswählen. Mädchen und Jungen, die offen, gesellig und kreativ sind, scharen schnell andere um sich. Außerdem gilt schon bei Drei- und Vierjährigen: Gleich und gleich gesellt sich gern. Da spielen Alter, Temperament und Interessen eine Rolle.
„Starke Kinder brauchen manchmal genauso starke Kinder, um einen ebenbürtigen Partner zu haben und sich weiterzuentwickeln“, sagt Martina Bentenrieder. Bei Dreijährigen können schon die gleichen Schuhe oder die gleiche Tasche Begeisterung füreinander auslösen. Oft wird dann die Ähnlichkeit noch betont: Anna und Lisa wollen beide rosa Glitzer-Haarspangen tragen, Max und Timo brauchen unbedingt das gleiche rote Feuerwehr-Auto.
Bei anderen Kindern gilt eher: Gegensätze ziehen sich an. „Wir beobachten, dass schwächere Kinder sich zum Teil stärkere Freunde aussuchen und umgekehrt. Auch solche Paare verstehen sich sehr gut“, so die Erzieherin. Da kann es natürlich passieren, dass die Freunde nicht den Vorstellungen der Familie entsprechen. „Dann müssen Eltern über ihren eigenen Schatten springen“, sagt Bentenrieder. Eingreifen sollten sie nur, wenn sie sehen, dass ihr Kind sich durch den Freund negativ entwickelt. Doch in den allermeisten Fällen gilt: Spielkameradem, ob sehr ähnlich oder verschieden, lernen voneinander und ergänzen sich gegenseitig.

Tipps, wie Sie Ihr schüchternes Kind unterstützen können, finden Sie auf der nächsten Seite!

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Ein Kommentar

  1. Andrea sagt:

    Viel wichtiger als die Beziehung zu den anderen Kindern ist doch die Beziehung zu den erwachsenen Betreuungspersonen. Es ist eine relativ neue Erscheinung, dass wir Gleichaltrige den halben Tag sich selbst überlassen. Im Kindergarten sollten die Kinder um die Erzieher kreisen und nicht um sich selbst. Und dann ist es die Aufgabe der Erzieher, alle Kinder einzubeziehen…Scheu/Schüchternheit sind ganz natürliche Bindungsinstinkte und verfolgen einen Zweck

    https://mit-kindern-reifen.de/kinder-brauchen-kinder-ist-das-so/

    https://mit-kindern-reifen.de/mein-kind-ist-so-schuechtern-was-steckt-dahinter-und-wieso-ist-das-gut-so/

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