2. März 2018

5 Konflikte, 5 Lösungen

Wann Eltern Grenzen setzen müssen

10 Konflikte, 10 Lösungen
© Joshhh/Fotolia.com

Mädchen und Jungen entwickeln früh ihren eigenen Kopf – und stimmen in ihrem Willen nicht immer mit den Eltern überein. Fünf typische Konfliktsituationen und konkrete Lösungen zum Grenzensetzen.

Die folgenden Beispiele sind typisch für Konflikte zwischen Eltern und Kind. Es sind Situationen, die alle Mütter und Väter von Kindern zwischen ein und zwei Jahren kennen. Wir schlagen Ihnen konkrete Lösungen vor.

Grenzen setzen: 5 Konflikte und 5 Lösungen

Alleine laufen

Auf dem Weg zur Spielgruppe möchte Natalie allein laufen. Doch wenn die Mutter sie aus dem Buggy nimmt, reißt das Kind sich von ihrer Hand los und läuft auf die Straße. Hier wird es gefährlich. Deshalb sollten Sie in Situationen wie dieser konsequent bleiben. Nehmen Sie Ihr Kind fest an die Hand. Erklären Sie ihm: Es ist zu gefährlich, über die Straße zu laufen. Deshalb bleibst du an der Hand. Wenn Ihr Kind sich auf den Boden wirft und zu schreien beginnt, können Sie es in den Buggy setzen und es anschnallen. Oder sich neben den kleinen Zornbolzen setzen und versuche, ihn zu beruhigen. Gut ist es, wenn Eltern sich von dem Geschrei nicht beeindrucken lassen, sondern ruhig und gelassen bleiben.

Trödeln am Morgen

Johannes trödelt jeden Morgen, wenn die Mama ihn zur Tagesmutter bringen will. Die Mutter gerät jedes Mal unter Druck. Denn sie muss pünktlich im Büro sein. Das Trödeln am Morgen kennen alle Eltern. Und auch in diesem Fall hilft nur Konsequenz. Stellen Sie zum Beispeil einen großen, bunten Wecker und sagen Sie Ihrem Kind: Wenn der Wecker klingelt, ist es Zeit loszufahren. Falls es trotzdem trödelt, geht es zur Not im Schlafanzug raus – mit der Erklärung: Der Wecker hat geklingelt. Nun haben wir keine Zeit mehr. Zudem sollten Eltern sich gerade wenn sie es eilig haben, Zeit für ihr Kind nehmen. Denn es spürt die Nervosität der Großen, wird unsicher und trödelt dann erst recht. Es hilft auch, schon abends das Wichtigste bereitzulegen – HIER noch mehr Tipps gegen Zoff beim Anziehen.

Nur ohne Mütze

Patrick möchte keine Mütze anziehen, obwohl draußen Minustemperaturen herrschen. Er hat gerade eine Mittelohrentzündung überstanden und seine Mutter hat Angst, dass er wieder krank wird. Da Sie Ihr Kind vor Krankheiten schützen müssen, dürfen Sie ihm die Mütze ruhig aufsetzen. Wenn es sie immer wieder vom Kopf reißt, versuchen Sie es vielleicht mit der Kapuze des Anoraks oder binden aus ihrem Schal einen lustigen Turban? Manchmal hilft auch eine kurze Pause (in einer windgeschützen Ecke), damit sich die Situation beruhigt.

Mamas Sachen

Lena ist eine kleine Entdeckerin. Besonders verbotene Dinge haben es ihr angetan, etwa Mamas Schreibtisch. Kinder sollten Schränke oder Schubladen haben, in denen sie nach Herzenslust kramen dürfen. Doch Ihr Kind muss auch lernen, dass es Dinge gibt, mit denen es auf keinen Fall spielen darf. Wenn es an Ihrem Computer hantiert oder Papiere von unten nach oben kramt, sollten Sie hier Grenzen setzen: „Stopp! Das ist mein Arbeitsplatz und ich möchte nicht, dass du hier spielst.“ Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind aus dem Zimmer, wenn es auf die Ermahnung nicht reagiert.

Ständig unterbrechen

Bekommen Ninas Eltern Besuch, ist eine normale Unterhaltung kaum möglich. Das Mädchen plappert ständig dazwischen. Alles dreht sich um die Kleine. Wenn Besuch sich angemeldet hat, zeigen Kinder sich häufig nicht gerade von ihrer besten Seite. Bei Änderungen im gewohnten Tagesablauf reagieren sie nämlich oft unsicher. Das gilt vor allem, wenn ihnen plötzlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als sonst. Beziehen Sie Ihr Kind deshalb in die Vorbereitungen auf den Besuch mit ein. Es kann beim Einkaufen, Kochen und Tischdecken helfen. Vielleicht darf es sich für den Gast eine Überraschung ausdenken – ein selbst gemaltes Bild etwa. Nach einer kurzen Phase der Begrüßung und des Kennenlernens sollte Ihr Kind wissen: Jetzt wollen sich meine Eltern in Ruhe mit dem Besuch unterhalten. Ich darf zwar dabei sein, aber nicht ständig dazwischenplappern. Die Eltern können ihr Kind auf den Schoß nehmen, ihm den Rücken kraulen, damit es merkt: Ich bekomme genügend Aufmerksamkeit. Aber Mütter und Väter sollten sich weiter in Ruhe mit dem Besuch unterhalten. Die Kleinen müssen akzeptieren lernen, dass die Eltern jetzt vorrangig für den Besuch da sind. Ab drei, vier Jahren können Kinder sich für eine Weile allein beschäftigen.

Auf Wutanfälle richtig reagieren

Wenn Minis die Wut packt, kann’s schon mal dramatisch werden. Wie bei Jonas (17 Monate): Er wirft sich zu Boden und schlägt seinen Kopf auf oder rammt ihn gegen die Tür. Wie Eltern jetzt am besten reagieren.

Schlagwörter:

Kommentar schreiben

Mit Absenden deines Kommentars erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner hier angegebenen Daten einverstanden (Datenschutzerklärung). Diese werden nur zur Verwaltung der Kommentare verwendet und keinem anderen Zweck zugefügt. Du kannst jederzeit per E-Mail an datenschutz@bayard-media.de der Speicherung deiner Daten widersprechen.

* Notwendige Angaben

Menü
nach oben
X
Cover
Leben & erziehen – das Elternmagazin. ❯ Jetzt reinblättern