21. Februar 2019

Keine Macht den Pollen!

Heuschnupfen bei kleinen Kindern

Keine Macht den Pollen!
© fotostorm/iStockphoto.com

Frühlingszeit ist Heuschnupfenzeit: Jetzt sorgen Pollen von Bäumen und Gräsern für tränende Augen und Nies­attacken. Zum Glück können Eltern ihren kleinen Schnupfnasen helfen.

Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, die von Pflanzenpollen ausgelöst wird. Besonders im Frühling leiden einige Kinder daran. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Elternfragen:

Woran erkenne ich eine Pollenallergie?

Auf den ersten Blick sieht Heuschnupfen wie eine Bindehautentzündung oder Erkältung aus. Die betroffenen Kinder niesen, ihre Nase läuft und die Augen jucken oder tränen. „Aber eine Erkältung ist nach etwa sieben Tagen wieder vorbei, Heuschnupfen nicht“, weiß Anja Schwalfenberg, Biologin des Deutschen-Allergie- und Asthmabundes. Bei einer Pollenallergie dauert es oft Wochen, manchmal Monate, bis die Symptome wieder abklingen.
Einen weiteren Hinweis gibt das Nasensekret: Bei Heuschnupfenkindern hat es eine klare, durchsichtige Farbe mit wässriger Konsistenz – während es bei einer Erkältung eher gelb-grün und zäh ist. Eine verlässliche Diagnose kann aber nur der Kinderarzt stellen.

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Was können wir Eltern tun?

Bei Verdacht auf Heuschnupfen gehen Sie mit Ihrem Kind am besten zum Arzt. Er stellt fest, ob es sich tatsächlich um eine Allergie handelt. Ab vier Jahren ist bei Kindern ein Hauttest möglich, der sogenannte Pricktest. Damit kann man klären, auf welche Pollen die Kleinen allergisch reagieren.
Gegen akute Beschwerden helfen Nasensprays, Augentropfen, Sirup und Tabletten mit antiallergischer Wirkung, sogenannte Antihistaminika. Den Einsatz sprechen Eltern vorher mit dem Arzt ab. Bei modernen Antihistaminika müssen Eltern keine Nebenwirkungen befürchten, auch wenn die Zwerge sie öfter einnehmen. „Ich empfehle außerdem eine allergenspezifische Immuntherapie zu machen“, sagt Anja Schwalfenberg. Bei der sublingualen Immuntherapie (SLIT) bekommen Kinder täglich eine Tablette oder Tropfen unter die Zunge.
„Die Hyposensibilisierung lindert Beschwerden dauerhaft und senkt das Risiko, dass die Kleinen später ein allergisches Asthma entwickeln“, erklärt die Biologin. SLIT ist aber erst für Kinder ab fünf Jahren geeignet und am wirkungsvollsten, wenn die kleinen Patienten mindestens drei Jahre lang die Therapie machen. Nicht jede Pollenallergie lässt sich mit Tabletten oder Tropfen behandeln. Manchmal ist auch eine Hyposensibilisierung mit Spritzen nötig. Dazu spritzt der Arzt über einen längeren Zeitraum ein Allergenextrakt in den Oberarm. Infos dazu hier.

Gibt es Tipps, um die Pollenbelastung zu reduzieren?

Es ist sehr wichtig, dass Kinder Pollen meiden, auf die sie allergisch reagieren – besonders in der Hauptsaison, wenn die Belastung hoch ist“, sagt Anja Schwalfenberg. Dazu waschen Eltern ihrem Nachwuchs am besten täglich vor dem Schlafengehen die Haare, bringen Schutzgitter an Fenstern und Pollenfilter im Auto an. Gut, wenn getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegt. „Natürlich dürfen Kinder mit Heuschnupfen draußen spielen. Sind die Beschwerden aber gerade sehr stark, ist es besser, sich nur dann im Freien aufzuhalten – wenn weniger Pollen fliegen“, empfiehlt Anja Schwalfenberg.

Wie oft sollen wir lüften?

„Kinder brauchen frische Luft, egal ob Allergiker oder nicht“, sagt Anja Schwalfenberg. „Am besten mehrmals täglich für kurze Zeit stoßlüften – bei starkem Heuschnupfen wenigstens einmal am Tag.“ Eltern können Pollen mit einem speziellen Schutzgitter vor dem Fenster fernhalten. Übrigens: Viele Wandfarben, Kleber und neue Möbel geben Lösungsmittel und andere chemische Stoffe ab, die das Asthma-Risiko von Kindern erhöhen. Deshalb der Tipp an alle Eltern: schon beim Einkauf von Farbe und Möbel auf schadstoffarme Qualitäten achten. Das verbessert die Luft im Kinderzimmer und schützt die Zwerge vor Atemwegserkrankungen.

Wie kann ich verhindern, dass mein Kind an Heuschnupfen erkrankt?

Verhindern kann man es nicht. Es gibt aber einige Faktoren, die eine Pollenallergie begünstigen: Das Risiko, an Heuschnupfen zu erkranken, ist bei Kindern höher, wenn Mama und/oder Papa eine Allergie haben. Auch Babys, die mit einem Kaiserschnitt zur Welt kommen, bekommen später eher Heuschnupfen als andere. Und die Ernährung spielt eine wichtige Rolle: Kinder, die mindestens vier Monate ausschließlich gestillt werden, entwickeln seltener Allergien. Das liegt daran, dass Muttermilch Spuren von Mamas Nahrung enthält – und das Baby sich daran gewöhnt. Wenn Stillen nicht möglich ist, bekommen Babys am besten eine HA-Nahrung.

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