10. April 2017

Wichtiger Schutz für kleine Augen

So finden Sie eine gute Kinder-Sonnenbrille

Wichtiger Schutz für kleine Augen
© Apollo

Kinderaugen sind empflindlich und brauchen Sonnenschutz. Wann eine Sonnenbrille sinnvoll ist und worauf Eltern beim Kauf achten sollten.

Ob Sandburgen bauen am Meer oder schaukeln im Park, im Sommer macht Spielen einfach viel mehr Spaß. Doch gerade bei strahlendem Wetter ist Vorsicht geboten. Neben der Haut benötigen die empfindlichen Kinderaugen besonderen Schutz vor den UV-Strahlen der Sonne. Worauf Eltern dabei besonders achten müssen, erklärt Nathalie Gümmer, Diplomingenieurin Fachrichtung Augenoptik und Expertin für Kinderbrillen bei Apollo. Fünf Fragen zum Sonnenschutz für Kinderaugen.

Warum und ab welchem Alter sollten Kinder eine Sonnenbrille tragen?

Kinderaugen sind besonders empfindlich, weil der Eigenschutz der Augen wie beispielsweise das häufige Blinzeln bei besonders hellem Licht noch nicht vollständig ausgebildet ist. Die schädigenden Strahlen fallen deshalb ungehindert auf die Netzhaut und können dort großen Schaden anrichten. Deswegen sollten Kinder so früh wie möglich, spätestens aber ab drei Jahren, eine Sonnenbrille tragen.

Bei welchen Gelegenheiten ist es besonders wichtig, dass die Augen der Kinder geschützt werden?

Gerade wenn die Eltern mit ihren Kindern am Meer und im Gebirge unterwegs sind, sind Sonnenbrillen unerlässlich. Wasser, Sand und Schnee reflektieren das Sonnenlicht und sorgen dafür, dass die schädigenden Strahlen verstärkt werden. Dazu kommt, dass die UV-Strahlung pro 1 000 Meter, die man an Höhe gewinnt, jeweils um 30 Prozent zunimmt. Das heißt, in den Bergen besteht erhöhte Gefahr für die Augen. Aber auch die Kraft der Sonne daheim in Deutschland dürfen Eltern nicht unterschätzen. Wenn Kinder viel draußen spielen, müssen sie an einen entsprechenden Schutz denken.
Übrigens: Die gefährlichste Zeit für die Augen ist nicht die Mittagszeit, sondern zwischen 8 Uhr bis 10 Uhr und 14 Uhr bis 16 Uhr. Zu diesen Zeiten treffen die Sonnenstrahlen aus verschiedenen Winkeln auf die Erde und können die Augen häufiger treffen.

Was macht eine gute Kindersonnenbrille aus und worauf muss man beim Kauf achten?

Wichtigstes Kriterium beim Sonnenbrillenkauf sind gesicherte Qualitätskennungen wie „UV-400“ und das CE-Zeichen. Zudem sind Fassungen und Gläser aus hochwertigem Kunststoff geeignet. Dieses Material kann sich beim „kindlichen“ Gebrauch nicht so kaputt gehen. Die Gläser sollten am besten braun oder grau getönt sein, damit die Kinder alle Signalfarben richtig wahrnehmen können. Gelb- und Grüntöne könnten dagegen die Farbwahrnehmung verfälschen. Die Brille sollte so groß wie möglich sein und zusätzlichen Seitenschutz gegen einfallende Strahlen bieten.

Welche Risiken bestehen bei einer Sonnenbrille ohne UV-Schutz?

Eine Sonnenbrille mit dunklen Gläsern suggeriert dem Auge ein Umfeld mit wenig Licht. Die Folge ist, dass sich die Pupille weitet, um möglichst viel Licht aufzunehmen und eine gute Sicht zu ermöglichen. Bei minderwertigen Gläsern ohne UV-Schutz treffen die schädlichen Strahlen wegen der vergrößerten Pupille vermehrt und völlig ungehindert auf die Netzhaut. So können dauerhafte Sehfehler entstehen, die später oft nicht mehr behoben werden können.

Warum sollte man eine Kinderbrille im Fachhandel kaufen?

Kindliche Köpfe und Gesichter, gerade die kleinen Nasen, sind noch nicht so markant ausgebildet wie die von Erwachsenen. Deswegen müssen Brillen in der Regel individuell angepasst werden. Das ist auch wichtig, damit sie nicht drücken und trotzdem auch beim Toben noch sicher sitzen. Oft müssen wir Kindern auch erst einmal die Scheu vor dem Tragen einer Brille nehmen. Schließlich kann das ungewohnte Accessoire nur dann die Augen wirkungsvoll schützen, wenn die Kinder sie im Sonnenschein auch tragen.

Kinder beim Kauf entscheiden lassen

Mit Blick auf den Alltag rät Nathalie Gümmer jedoch dazu, das Kind aktiv in die Kaufentscheidung einzubeziehen: „Damit Kinder die Sonnenbrille jederzeit gern tragen und sie nicht als Zwang empfinden, ist es wichtig, dass sie ihnen gefällt. Selbst den Jüngsten wird ihr Aussehen immer wichtiger. Eine Sonnenbrille, die nur unter elterlichem Druck getragen wird, verursacht auf Dauer nur schlechte Stimmung. Das lässt sich einfach verhindern, wenn man die Kinder nach einer Vorauswahl in die Kaufentscheidung einbezieht.“

Kommentar schreiben

Mit Absenden deines Kommentars erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner hier angegebenen Daten einverstanden (Datenschutzerklärung). Diese werden nur zur Verwaltung der Kommentare verwendet und keinem anderen Zweck zugefügt. Du kannst jederzeit per E-Mail an datenschutz@junior-medien.de der Speicherung deiner Daten widersprechen.

* Notwendige Angaben

Menü
nach oben
X
Cover
Leben & erziehen – das Elternmagazin. ❯ Jetzt reinblättern