24. Juli 2017

So schafft das auch Ihr Kind!

Mittags schlafen im Kindergarten

So schafft das auch Ihr Kind!
© BananaStock

„In einem Raum mit 15 anderen Kindern? Da schläft mein Sohn nie!“ Eltern können sich oft nicht vorstellen, wie ihr Kind im Kindergarten Ruhe finden soll. Aber in den allermeisten Fällen klappt das und unsere Expertin weiß, wie.

Dass es mit dem Schlafen im Kindergarten nicht klappt, bereitet Tanja Scholz (29)  zurzeit einige Sorge, denn sie wird in wenigen Wochen in ihren Beruf zurückkehren. Für ihren Sohn Yannis (2 ¾) steht daher die Eingewöhnung im Kindergarten an – inklusive Mittagsschlaf, den der Kleine noch braucht. Aber zu Hause klappt das meist nur, wenn Mama sich zum Einschlafen neben ihren Sohn legt.


„Das Schlafen im Kindergarten ist ein großes Eltern-Thema“, weiß die Leiterin der Kindertagesstätte St. Elisabeth in Augsburg, Maria Marberger. „Die Kinder tun sich in der Regel damit nicht so schwer.“

Nur wer mitisst, geht zum Schlafen

Allerdings versuchen die Erzieherinnen auch, den Kita-Neulingen den Einstieg zu erleichtern, indem sie den Kleinen nicht zu viel Neues auf einmal zuzumuten. „Wir beginnen mit dem Schlafen erst, wenn das Kind ohnehin bis zum Mittagessen bleibt“, erklärt Maria Marberger. So erfährt es den Mittag mit anschließender Siesta als festen Ablauf: Erst wird gemeinsam gegessen, dann gehen die Schlafenskinder zum Zähneputzen und anschließend ganz ruhig in den Schlafraum. Begleitet werden sie dabei von der Gruppen-Erzieherin, die „ihre“ Kinder noch ins Bett bringt und zudeckt.
Natürlich darf auch der Schnuller mit, das geliebte Kuschelkissen oder der Schmuseteddy. Damit der Schlafkamerad aber zu Hause nicht schmerzlich vermisst wird, weil er im Kindergarten vergessen wurde, rät Erzieherin Maria Marberger den Eltern, das Kind vor dem Kindergarten-Start an ein zweites Kuscheltier oder Schmusetuch zu gewöhnen, das dann für den Mittagschlaf in der Einrichtung bleiben kann. „So haben die Kinder auch etwas dabei, das nach Zuhause riecht“, so Maria Marberger. Dagegen ist es unnötig, die Kinder vorher auf den zeitlichen Ablauf des KiTa-Alltags vorzubereiten. Denn in der Regel ergibt sich ein ganz neuer Rhythmus, wenn die Kleinen morgens früher raus müssen oder wegen der vielen Erlebnisse am Tag abends früher müde sind.

Kleine Kita-Krisen meistern

„Ich geh‘ da nicht mehr hin!“ Irgendwann sagen die allermeisten Kinder diesen Satz einmal. Und die Eltern sind überrascht. Wie die Familie mit dieser Phase umgeht und welche Tipps Erzieherinnen haben, lesen Sie in der aktuellen Leben & erziehen – jetzt am Kiosk!

Und wenn mein Kind noch eine Windel braucht?

Mehr dazu und warum auch Kuscheltiere mit ins Kita-Bett dürfen, lesen Sie auf der zweiten Seite.

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6 Kommentare

  1. Mareike Becker sagt:

    So sollte es sein. Wir haben leider mit dem Thema Schlafen in der Kita ganz unschöne Erfahrung gemacht. Zuerst schlief unsere Tochter (damals knappe 2 1/2 Jahre alt) im Nachbarraum, wurde jeden Tag von anderen Erzieherinnen gelegt (und das nicht nur von denen unserer Gruppe); dennoch klappte es erstaunlich gut. Zur weiteren Info, in unserer Kita schlafen ca. 6 Kinder auf 2 qm in einer „Höhle“ (vielleicht auch eher Hölle). Nach den Sommerferien musste sie in einem anderen Raum schlafen. Das Konzept der wechselnden Mittagsbetreuung blieb – hinzu kam ein personeller Wechsel von zwei Erzieherinnen. Leider klappte es nicht mehr so gut mit dem Einschlafen und unsere Kleine führte Kämpchen mit den jeweiligen Erzieherinnen aus. Es kam zu weiteren zwei personellen Veränderungen und so funktionierte es mit dem Einschlafen immer weniger, weil unsere Tochter nicht die Ruhe fand aber auch andere Kinder störte. immer wieder bekam ich die Rückmeldung, sie hat gestört, lange gebraucht zum Einschlafen etc. Eines Tages kam ich am Nachmittag und bekam erzählt, dass sie mal wieder nicht geschlafen hätte und dass man sie deshalb im Bad / Toilette hat schlafen lassen. Völlig irritiert über die Auskunft verlies ich die Kita, suchte aber am nächsten Tag das Gespräch. Ich bat darum, dass meine Tochter nicht mehr auf der Toilette schlafen soll (finde ich wirklich unhygienisch und unzumutbar). Gut das kam nicht mehr vor (hoffe ich). Nun ist unsere Tochter fast 3 3/4 Jahre alt und darf nicht mehr in der Kita schlafen, da die Kita eine Altersregelung für das Schlafen hat. Jedoch ist es so, dass unsere Tochter den Schlaf noch braucht und immer wenn sie keinen Mittagsschlaf gemacht hat bereits um 17 Uhr schläft. Das ist dann ein toller Tagesablauf für uns! So sieht also der Mittagsschlaf bei uns aus.

  2. Lisa sagt:

    Hallo Simon,
    unsere Tochter ist mittlerweile fast 3 Jahre alt und sie geht seit 5 Wochen in den Kindergarten. Grundsätzlich haben wir (mein Mann und ich) gelernt, dass man sich nicht zu sehr verrückt machen soll und von anderen nicht verrückt machen lassen soll. Im Kindergarten wird in der Regel nichts an- und nichts abtrainiert. Die Kinder verhandeln sich wunderlicherweise sowieso ganz anders wie zu Hause.
    Ich habe mich so verrückt gemacht ob es klappt, ob sie schläft, ob sie sich verändert, überfordert ist weil sie erst im April 3 wird oder wir daheim Rückschritte in der Entwicklung bemerken.
    Das Gegenteil ist der Fall. Sie hat sich in den letzten 5 Wochen absolut positiv entwickelt, zieht sich alleine an, beschäftigt sich alleine in ihrer Spielecke, räumt ihre Spielsachen und Puzzles weg nachdem sie gespielt hat und Schlafen klappt im Kindergarten besser als zu Hause.
    Kleiner Tipp aus unserer Praxis: Das Kind beobachten und alles mal ohne zu viel Stress und Panik annehmen. Das meiste regelt sich von ganz alleine!

  3. Simon sagt:

    Hi Martina,
    ahh – okay. Dann bin ich voll bei dir. Zeiten sollten natürlich nach und nach antrainiert werden. Solange man sein Kind zu nichts zwingend, finde ich das eine gute Sache! 🙂

  4. Martina Dankof sagt:

    Ich denke, „Schlafen erst, wenn gegessen wurde“ bezieht sich mehr auf den Zeitpunkt als auf die „Nahrungsaufnahme“, auch im KiGa wird es so sein, dass die Kinder mal mehr mal weniger essen 😉

  5. Simon sagt:

    Hallo zusammen,
    ich bin noch recht frisch Papa eines Sohnes und mache mir aber schon jetzt Gedanken, wann mein Junior in den Kindergarten gehen wird und wie es dann wohl mit dem Schlafen sein könnte.

    Wirklich wohl ist mir Gedanke ehrlich gesagt aber eh nicht, wenn Erzieherinnen meinem Kind das Schlafen „anerziehen“ wollen. Ich hab darüber und über ähnliche Dinge mit Freuden gesprochen die auch Bedenken haben und ich hab mich dazu entschlossen eine kleine Seite dazu zu schreiben. „Kind will nicht“ 😀 Passt ganz gut wie ich finde, denn oftmals gehts ja genau darum.

    Um beim Thema zu bleiben – das was ich auf jeden Fall aus dem Artikel mitgenommen habe ist der Tipp, dass man ein Schmusetuch mitgeben sollte – oder eben einfach etwas, was bereits vertraut ist. Das mit dem „Schlafen erst wenn gegessen wurde“ sehe ich allerdings kritisch, da auch wir Erwachsene Tage dabei haben, wo man schlicht einfach mal keinen Hunger hat. Ein Kind dazu zu zwingen, was man selbst nicht machen würde, ist m.E. nicht richtig, oder?!

    • AnnaMax sagt:

      Ob die in der KiTa was „anerziehen“, glaube ich nicht.

      Die allerallermeisten Kinder brauchen den Schlaf nach dem Vormittag und Mittagessen. Selbst größere Kinder (3+), die zu Hause nicht mehr geschlafen haben, schlafen die ersten Monate im Kindergarten oft wieder, weil es einfach anstrengt.

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