Unsere Mama-REPORTERIN berichtet

Das Vogtland mit Kindern entdecken: Familienhighlights rund um Plauen

Mama-REPORTERIN Anna Volkenborn erzählt von den tollen und spannenden Erfahrungen, die sie bei ihrer Reise ins Vogtland gemeinsam mit ihrer Familie sammeln durfte. Eins steht fest: Hier ist Spaß für Groß und Klein garantiert!

"Vogtland? Wo ist das überhaupt?" Mein Mann schaut mich mit großen Augen an, als ich ihm erzähle, dass wir mit den Kindern über ein langes Wochenende nach Plauen fahren. Zugegeben: Auch ich musste erstmal nachschauen, denn die Region in Sachsen war auch mir vorher gänzlich unbekannt. Völlig zu Unrecht, wie wir nach unserem Besuch mit Überzeugung sagen können. Denn das Vogtland hat für Familien mit Kindern richtig viel zu bieten.

Nach sechsstündiger Autofahrt begrüßt uns Plauen mit strahlendem Sonnenschein. Wir checken im Hotel Alexandra ein, das mitten in der Fußgängerzone von Plauen liegt, und freuen uns über unser sehr geräumiges Familienzimmer. Viel Zeit zum Erkunden des Hotels bleibt uns am ersten Tag jedoch nicht, denn am späten Nachmittag erwartet uns bereits unser erster Programmpunkt: Gemeinsam mit einem Guide erklimmen wir die 230 Stufen des Rathausturms von Plauen und erfahren gleichzeitig viel Wissenswertes über die Stadt. Von oben haben wir einen fantastischen Blick auf die Altstadt und die imposante Lutherkirche bis in die grünen Berge des Vogtlands. Unsere Vorfreude auf die kommenden Tage steigt und beim Abendessen schmieden wir eifrig Pläne.

Tag 1: Wasserspaß und imposante Vögel

Vor Aufregung sind die Kinder am nächsten Morgen früh wach. Also frühstücken wir ausgiebig, packen anschließend unsere Sachen zusammen und machen uns auf zur Talsperre Pöhl. Die Sonne brennt bereits vom Himmel – 34 Grad lautet die Vorhersage für den Tag. Aber statt IM Wasser wollen wir uns zuerst einen Überblick AUF dem Wasser machen. Am Schiffsanleger der Talsperre wartet bereits unser Fahrgastschiff. Wir sichern uns einen Platz auf dem Oberdeck und lassen uns den Fahrtwind um die Nase wehen.

Die Einheimischen nennen die zweitgrößte Talsperre Sachsens auch liebevoll "Vogtländisches Meer" und rund um ihr Ufer erstrecken sich zahlreiche Freizeitmöglichkeiten: Baden, Tretboot fahren, Segeln, Tauchen, ein großer Kletterwald sowie zahlreiche Spielplätze bieten Abwechslung für einen ganzen Tag. Während der einstündigen Schiffrundfahrt sind wir aber besonders fasziniert von der Geschichte über das versunkene Dorf Pöhl. Zum Bau der Talsperre musste Ende der 50er-Jahre das Dorf Pöhl geräumt und anschließend geflutet werden. Bei Niedrigwasser kann man tatsächlich noch die Grundmauern sehen – irgendwie gruselig-geheimnisvoll, oder?

Nach der Rundtour haben wir Hunger. Also noch ein kurzer Sprung ins Wasser und anschließend zum Mittagessen ins Strandcafé im Freizeit- und Erlebnisgarten Pöhl. Nach dem Essen haben wir die Qual der Wahl: Matschen an der Wassermatschanlage oder eine Runde Minigolf? Die Minigolf-Anlage sieht super aus und ist brandneu. Leider liegt die Anlage in der prallen Sonne – und bei 34 Grad im Schatten ist uns das einfach zu heiß. Also lieber eine Runde Schach auf dem großen Schachfeld im Schatten.

Wir sind so ins Schachspiel vertieft, dass wir fast die Zeit vergessen hätten. Deshalb müssen wir uns ganz schön sputen, denn für 15 Uhr haben wir Tickets für die Flugvorführung der Falknerei Herrmann gebucht. Als wir dort ankommen empfängt uns der Inhaber Hans-Peter Herrmann mit der Nachricht, dass die Flugshow aufgrund der Hitze ausfällt. Schade – wir hatten uns sehr darauf gefreut. Auf der anderen Seite sind wir begeistert, dass das Tierwohl hier mehr zählt als die Einnahmen in der Kasse.

Auf das Gelände und die Vögel anschauen dürfen wir trotzdem – selbstverständlich ohne Eintritt. Auch eine kurze Einführung über die Arbeit der Falknerei bekommen wir. Hans-Peter Herrmann vertritt den Gedanken, dass man Vögeln – ähnlich wie Kindern – Freiheiten geben muss, damit sie zurückkommen. Vor jeder Flugshow werden die Tiere zwar mit einem GPS-Sender ausgestattet, es ist aber auch schon vorgekommen, dass ein Tier mehrere Tage lang weg war bevor es zur Falknerei zurückgeflogen kam.   

Völlig überraschend lässt Herr Herrmann doch noch vier seiner Adler frei – nicht ohne vorher anzukündigen, dass es keine Flugshow geben wird, die Tiere aber völlig ohne Zwang herumfliegen dürfen. So kommen wir zwar nicht in den Genuss der gesamten Freiflugvorführung, bekommen aber trotzdem einen Einblick und gehen mit einem sehr guten Gefühl nach Hause – hier wird offenbar alles zum Wohl der Tiere getan! 

Auf dem Weg zurück ins Hotel machen wir noch einen kurzen Stopp an der Elstertalbrücke. Sie ist die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt und wirklich sehr imposant. Wenn wir nicht so geschafft wären, würden wir noch ein wenig durch die grünen Wälder ringsum wandern – es ist schattig und angenehm kühl, um uns herum begegnen wir keiner Menschenseele. Aber wir sind uns einig: wir haben Hunger und freuen uns auf eine kalte Dusche im Hotel.  

Tag 2: Auf Tuchfühlung mit dem Drachen Justus

Nachdem wir am Samstag ordentlich geschwitzt haben, bringt der Sonntag ein bisschen Abkühlung. Wir steigen nämlich hinab in die Drachenhöhle Syrau, in der das ganze Jahr über konstant 10 Grad herrschen. In 16 Meter Tiefe unter der Erde erforschen wir mit einem Höhlenguide die einzige Tropfsteinhöhle Sachsens, die im Jahr 1928 nur durch Zufall entdeckt wurde.

Der Name der Höhle geht auf eine Sage zurück. Zu Zeiten der Christianisierung glaubten die Leute ein Drache triebe sein Unwesen in der Gegend – und er wohne eben in dieser Höhle. Um sich zu schützen schlossen die Einwohner Syraus mit dem Drachen einen Pakt. Sie würden ihm regelmäßig ein junges Mädchen bringen – im Gegenzug würde er die Syrauer in Ruhe lassen. Eine Tages sollte eine Müllerstochter geopfert werden. Das missfiel dem Freund der besagten Schönheit. Also zog der los um den Drachen zu töten und erstach ihn schließlich als er schlief mit einer Mistgabel mitten ins Herz.

In heutigen Zeiten bewacht der freundliche Drache Justus die Höhle – sehr zur Freude unserer Kinder. Gleich am Fuße der Treppe des Eingangs sieht man ein drachenähnliches Steingebilde, später begegnen wir Justus noch einmal als Figur und zu guter Letzt erzählt er uns als Laserdrache die sagenumwobene Legende rund um die Drachenhöhle Syrau. Während eben diese Lasershow für die Kinder das größte Highlight ist, sind wir Eltern vor allem an den spannenden Fakten und faszinierenden Tropfsteingebilden interessiert. Aber zugegeben: die Lasershow, die die Höhle in ein magisches Licht taucht ist allemal sehenswert und bildet den krönenden Abschluss unseres Besuchs.

Nach dem Besuch der Höhle erkunden wir noch ein wenig den an die Höhle anschließenden Drachenpark. Neben zwei Spielplätzen sind vor allem die Mitmachstationen zum Thema "lebendige Erde" spannend. Beim Hüpfekästchen-Quiz jedenfalls haben wir alle noch etwas dazugelernt.

Nach einem kleinen Imbiss machen wir uns auf dem Drachenrundweg auf zur Syrauer Windmühle. Der Drachenrundweg startet direkt an der Drachenhöhle und bis zur Windmühle sind es nur etwas mehr als ein Kilometer Fußweg. Die Windmühle ist vor allem deshalb so sehenswert, weil es sich um die einzige noch verbleibende historische Mühle im Vogtland handelt. Wer möchte bekommt hier einen sehr guten Eindruck davon, wie die Müller früher gearbeitet haben.

Aber wir wollen weiter. Denn als letzte Station unseres Besuchs im Vogtland wartet nochmal ein bisschen Action auf uns. Als wir an der Freizeitanlage Syratal ankommen werden die Kinder ungeduldig. Sie können es kaum erwarten mit den Minicars über den Straßenparcours zu düsen. Runde um Runde drehen sie und können gar nicht genug bekommen. Schließlich aber sind die Fahrchips aufgebraucht und wir können die Kinder zu einer Runde Minigolf herausfordern. Die kleine Minigolfanlage eignet sich perfekt für Anfänger, denn die Bahnen sind nicht allzu anspruchsvoll und so haben sogar unsere fünfjährigen Zwillinge einen Riesenspaß beim Einlochen.

Der Tag neigt sich langsam dem Ende. Für uns heißt es bald Abschied nehmen. Natürlich nicht ohne eine Fahrt mit der Parkeisenbahn über das große Gelände. Seit 60 Jahren kutschiert die Eisenbahn ihre Besucher durch das Syratal – ein besonders großer Spaß natürlich für die Kinder.

Eine letzte Nacht dürfen wir noch im Hotel Alexandra verbringen. Genießen ein letztes Abendessen im Restaurant des Hotels und lassen unsere Erlebnisse Revue passieren. Schade, dass unsere Zeit im Vogtland so schnell vorbeiging. Wir hätten gern noch den nahegelegenen Freizeitpark Plohn, die Schaustickerei Plauener Spitze oder die größte Ziegelsteinbrücke der Welt – die Göltzschtalbrücke -besucht. Na ja, zumindest haben wir dann einen guten Grund nochmal wiederzukommen!

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