9. Februar 2018

Mama als Spaßbremse

„Bring mich doch nicht ständig dazu, Nein zu sagen!“

Antonia in der Frage-Phase
© jaclynwr/iStockphoto.com

Dass Kinder fragen, ob sie etwas bekommen oder tun dürfen, haben wir Eltern ihnen beigebracht. Unsere Antworten zu akzeptieren, müssen die Kleinen erst lernen. Und das scheint ein langer Prozess zu sein.

„Darf ich noch ein Stück Schokolade haben?“ (Direkt nach dem Nachtisch)
„Darf ich fernsehen?“ (Nach einer halben Stunde am Tablet)
„Können wir eine Schnitzeljagd machen?“ (Kurz vorm Zähneputzen am Abend)

Dass ich als Mutter ständig dazu gezwungen bin, Entscheidungen zu treffen, von denen mindestens die Hälfte auf der Stelle einen Zorn- oder Trotzanfall auslöst, finde ich… sagen wir: suboptimal. Eltern sind einfach in der Rolle der Spaßbremsen und Kinder bringen uns durch ihr beharrliches Nachfragen immer wieder in die Situation, Nein sagen zu müssen.
Aber warum ist uns das eigentlich unangenehm? Warum tun wir uns so schwer mit einer schnellen Entscheidung?

Oft treffen mich die Fragen unvorbereitet. Nach dem Mittagessen bin ich beim Abwasch und gedanklich bei den nächsten Terminen, vor dem abendlichen Zähneputzen freue ich mich schon aufs Sofa. Oder ich bin mitten in einer Beschäftigung und möchte diese einfach mal in Ruhe zu Ende bringen ohne endlose Diskussionen darüber, warum der Fernseher jetzt ausbleibt oder die Freundin nicht schon wieder zum Übernachten kommen darf. Und winde mich deshalb um ein klares Nein herum.

Antworten, die keine Ruhe bringen, sind jedenfalls

  • Das weiß ich noch nicht.
  • Lass mich erstmal überlegen.
  • Vielleicht später.
  • Jetzt nicht.
  • Warte bitte mal fünf Minuten.
  • Eigentlich nicht…

Aktion – Reaktion – Aktion

Was ebenso nervt: Fast jede Entscheidung zieht irgendeine Aktion nach sich und muss zumindest im Geiste dokumentiert werden. Erlaube ich noch zusätzliches Fernsehen, muss ich die Dauer regeln und auf die Einhaltung der Zeit achten. Und mir für den Rest des Tages merken: „Kind hatte genügend Medienkonsum für heute“.

Es kommt auf die Frage an

Ich bin aber überzeugt davon: Wir Eltern müssten so viel weniger Nein sagen, wenn die Kinder endlich lernen würden, gescheite Fragen zu stellen 😉

  • Darf ich noch einen Apfel haben?
  • Darf ich mir noch ein Buch ausleihen?
  • Darf ich heute mal früher ins Bett?
  • Bekomme ich noch einen zweiten Teller Suppe?

„Natürlich, mein Schatz, gerne doch! Wie schön, dass du fragst.“

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