31. Oktober 2018

Da ist was dran!

…große Kinder, große Sorgen.

Da ist was dran!
© YanLe/Shutterstock.com

Diesen Spruch hat jede Mutter, jeder Vater sicher schon einmal gehört. Was das wirklich bedeutet, dämmert Martina Dankof, Mama von Benni (14) und Anna (11) jetzt so langsam.

„Ach ja, kleine Kinder, kleine Sorgen…“ Natürlich habe auch ich ihn damals gehasst, diesen Spruch. Der oft von älteren Mütter kam, wenn ich mich mal wieder ausheulen musste: zu wenig Schlaf, zu viele Trotzanfälle oder ein Magen-Darm-Virus, der unsere Wochenend-Pläne durcheinander brachte.
Aber mit viel Geduld, Schokolade, noch mehr Liebe, Singen und Kuscheln wurden die allermeisten Sachen besser. Dazu hin und wieder ein Kinderarzt-Besuch… Haken dran!

Jetzt geht’s ans Eingemachte

Deshalb vertraue ich einigermaßen auf das, was wir unseren Kindern in dieser Zeit mitgeben konnten. Ich bin im Grunde meines Herzens zuversichtlich, dass sie für das Leben „da draußen“ gerüstet sind. Und oft merke ich, dass die Zuversicht gerechtfertigt ist.
Trotzdem: Wir reden jetzt nicht mehr von „Im Kindergarten schmeckt’s mir nicht“ und Einschlafschwierigkeiten.

Jetzt geht’s um Themen wie Alkohol, Sex, Mobbing, Pädophile in sozialen Netzwerken, Selbstmordgedanken. Darum, dass das Leben kein Ponyhof ist. Schon gar nicht in WhatsApp-Gruppen von Sechstklässlern und Instagram-Kommentarspalten.

Was die Mädels jetzt an Selbstvertrauen zu wenig haben („Meine Haare sehen einfach IMMER Scheiße aus…“), haben die Jungs an Testosteron zu viel („Schau mal, Mama, was für ’ne krasse Challenge…“). Und auch, wenn der neue Lieblingskumpel total nett zu sein scheint – hat die Nachbarin den nicht neulich an der Bushaltestellte rauchen sehen? Und angeblich hat die Klassenstreberin damit angegeben, im Drogeriemarkt Lippgloss zu klauen.
Puh…

Vertrauen statt Wissen

Wir können unsere Teenager nicht mehr rund um die Uhr begleiten und das will ich auch nicht. Aber Loslassen bedeutet jetzt einfach auch, nicht mehr alles zu wissen.
Und auf zwei Dinge zu vertrauen:
1. Dass es meistens doch irgendwie gut ausgeht,
2. und wenn nicht, dass sie sich anvertrauen – ihren Eltern oder Geschwistern, einem Freund, einer Lehrerin…

Es bleibt trotzdem seltsam, ausgerechnet die Menschen loszulassen, die einen vor gefühlten drei Tagen noch mit ihrer Anhänglichkeit und ihrem ständigen „M-a-a-a-m-a-a-aaa“ in den Wahnsinn treiben konnten.
Und dann wünscht man sich die Zeit zurück, in der sie nachts um 2:30 Uhr nicht ohne ihren Spielzeugbagger weiterschlafen konnten.
Kleine Kinder, kleine Sorgen…

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