14. Dezember 2017

Vorfreude & Enttäuschung

„Wichteln ist doof!“

© Maglara/Shutterstock.com

Lange waren Martina und ihre Tochter unterwegs, um eine passende Kleinigkeit für das Klassen-Wichteln zu finden. Warum das Ganze dann traurig und mit einer Enttäuschung endete, lest hier:

„Nächste Woche wichteln wir in der Klasse, können wir heute nach einem Geschenk schauen?“, fragte Anna-Carolin aufgeregt, als sie am Nachmittag aus der Schule kam. Jedes Kind sollte eine Kleinigkeit besorgen und dabei überlegen, ob sich das Geschenk eher für einen Jungen oder ein Mädchen eignet oder für beide, entsprechend sollte das kleine Päckchen auch beschriftet werden. Die Lehrerin wollte die Verteilung übernehmen.

Was könnte passen?

Wir sind dann gemeinsam über den Weihnachtsmarkt gebummelt, haben kleine Kerze gesehen, Süßigkeiten, Christbaum-Anhänger und winzige Schneekugeln. Schließlich hat sich Anna-Carolin für ein dreiteiliges Set Plätzchen-Ausstecher entschieden: „Backen macht Spaß und Plätzchen mag jeder!“
Zu Hause hat sie das Geschenk verpackt und einen kleinen Anhänger gebastelt, auf den sie ein „B“ schrieb: „Dann weiß die Lehrerin, dass das ein Geschenk für beide ist, Jungs und Mädels.“
Kurzum, das Wichtelgeschenk hatte uns einen schönen und kreativen Nachmittag beschert und Anna-Carolin war zufrieden und glücklich.

Eine lieblose Idee

Als meine Tochter nach dem Wichteln nach Hause kam, war sie enttäuscht. Sie bekam ein Sparschwein mit dem Werbeaufdruck einer Bank. Außerdem fehlte der Schlüssel zum Schloss des Schweinchens, Anna kann das Geschenk deshalb eigentlich nicht benutzen. Verständlich, dass sie darüber sauer war, auch, weil sie sich selbst so viel Mühe mit der Auswahl und dem Einpacken des kleinen Präsents gegeben hatte.

Ich finde die Geschichte gleich traurig: Auch für das andere Kind muss es blöd gewesen sein, kein „schönes“ Wichtelgeschenk herzugeben sondern ein unnützes Werbepräsent.
Hatten die Eltern keine Lust oder keine Zeit, sich zu kümmern? Wurde es schlicht vergessen und das Kind hat an dem Morgen irgendetwas aus dem Regal genommen? Natürlich läppern sich gerade in der Vorweihnachtszeit die Ausgaben und bei mehreren Kindern fallen auch drei Euro irgendwann ins Gewicht. Aber dann würde eine liebevoll verpackte Tafel Schokolade den Wichtel-Zweck doch vollkommen erfüllen. Oder? Vielleicht sollte man solche Aktionen einfach abschaffen, letztlich stresst es fast mehr, als dass es Freude bringt…

Was meint ihr?

Merken

Kommentar schreiben

Mit Absenden deines Kommentars erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner hier angegebenen Daten einverstanden (Datenschutzerklärung). Diese werden nur zur Verwaltung der Kommentare verwendet und keinem anderen Zweck zugefügt. Du kannst jederzeit per E-Mail an datenschutz@bayard-media.de der Speicherung deiner Daten widersprechen.

* Notwendige Angaben

Menü
nach oben
X
Cover
Leben & erziehen – das Elternmagazin. ❯ Jetzt reinblättern