17. Februar 2016

Qualen einer Mama

10 Demütigungen, die nur Mütter erdulden

Qualen einer Mama
© serdjophoto/iStockphoto.com

Es fängt im Geburtsvorbereitungskurs mit Muhen auf allen Vieren an und hört noch lange nicht damit auf, dass die stillende Mama vergisst, sich an der Haustür wieder anzuziehen. Nadine Lucks Top 10 der schaurigsten Erlebnisse.

Als Mama erleidet Frau viele Demütigungen, die sie kinderlos nicht erleben würde. Und dabei sind gar nicht immer die lieben Kleinen daran Schuld.

Die Top 10 aus dem Alltag der vergangenen Wochen:

1. Ich hatte Läuse. Und das nicht damals, während meiner Kindheit, sondern neulich. Antonia hatte vor kurzem nicht nur Zeichnungen, Basteleien und ihre unberührte Brotzeitbox aus dem Kindergarten mitgebracht, sondern auch einen kleinen Zoo. Leider haben wir das nicht gleich bemerkt, und weil wir im Familienbett miteinander kuschelten, haben auch Valentin und ich ein paar Läuse abgekriegt. Herrje, ich empfinde es wirklich als demütigend, erstmals mit süßen 39 Jahren diese Viecher im Haar herumkrabbeln zu haben!

2. Demütigend ist auch, wenn eine Mutter als die Oma ihrer Kinder bezeichnet wird, weil sie vielleicht nicht mehr ganz blutjung ist. So geschehen im Kindergarten: „Schau, da ist eine Oma“, hieß es da. Glücklicherweise nicht mir gegenüber. Schrecklicherweise war es aber Antonia, die das zur „Mutter von Alina“ gesagt hat. Uff.

3. Überhaupt, der Kindergarten. Da fühle ich mich schnell ein bisschen ausgeschimpft, wenn wir schon wieder zwei Minuten zu spät sind und der Morgenkreis doch gleich beginnt!

4. Harry hatte neulich auch seine ganz persönliche Demütigung erlebt, im Fasching. Wir standen an der Straße, um den Faschingsumzug anzusehen – und plumps, warf ein Kerl von einem Wagen eine prall gefüllte Gummibärchentüte auf Harrys Nase herab. Das tat wohl sehr weh – und eine kleine Schramme war auch zu sehen, fast wie nach einer Schlägerei.

5. Auch in der hauseigenen Tiefgarage fühlen wir uns gedemütigt. Neuerdings schützt unsere Parkplatz-Nachbarin die eine Seite ihres Autos, die an unseren Parkplatz grenzt, mit einer dicken Decke. Es kann keine andere Erklärung dafür geben, als dass sie uns nicht zutraut, keinen Kratzer in ihren Lack zu machen, wenn wir mit den beiden Kindern in unsere Karre einsteigen. Puh. Dabei bin ich fast zwanghaft darin, die Türen nur so knapp wie nötig aufzumachen beim Ein- und Aussteigen mit den Zwergen.

@ privat

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6. Wenn Valentin beim Einkaufen freudestrahlend anderen Männern mit wenig Haupthaar zuwinkt und „Papa!“ ruft, dann ist das auch peinlich bis demütigend, für alle Beteiligten. „Ja, der Papa ist in der Arbeit“ ist dann das einzige, was ich rausbringe.

7. Der Klassiker unter den Demütigungen sind Elternabende auf winzigen Kinderstühlen. Das kennen alle Eltern, ist aber immer wieder mies. Wenigstens durften die Schwangeren neulich auf den Bürostühlen der Kindergartenleiterin sitzen. Die Papas blieben stehen. Besonders souverän kommen meine Klagen wie „Warum muss der Morgenkreis denn immer so früh beginnen?“ aus dieser Position auch nicht daher.

8. Wo auch immer sie es mitbekommen hatte: Antonia wollte unbedingt die Sendung sehen, „in der Menschen Würmer essen“. Daher haben wir ihr mal eine Sequenz des „Dschungelcamps“ aufgenommen. Am nächsten Mittag wurde ich beim Abholen aus dem Kindergarten darauf angesprochen: „Antonia hat echt Dschungelcamp geschaut – ist das Ihr Ernst?“ Ich lerne: Die größte Sicherheitslücke in einem Haushalt sind plappernde 4-Jährige im Kindergarten. Ich hoffe, sie hat nicht noch Schlimmeres erzählt.

9. Harry ruft brav jeden Sonntag bei meiner Schwiegermutter an, und auch die Kinder müssen ran. Damit keine Stille herrscht, soll sich Antonia immer vorab überlegen, was sie erzählt – und manchmal, wenn sie sonst keine Lust hätte zum Telefonieren, kriegt sie danach auch eine Belohnung. Leider sagt sie das auch der Oma: „So, jetzt habe ich dir erzählt, dass ich heute gebastelt habe. Papa, kriege ich jetzt ein Überraschungsei?“

10. Demütigend ist es auch, im Supermarkt ausgerufen zu werden, obwohl man genau weiß, wo das Kind ist. Bei Edeka gibt es in Bamberg eine Kinderspielecke. Darauf stürzt sich Antonia jedes Mal und beschäftigt sich lange. Ich habe sie vorige Woche dort abgestellt und bin nur ein Regal weitergegangen – „Ich hole schnell Nudeln, okay?“ – „Okay.“ Und 20 Sekunden später höre ich von einem Lautsprecher: „Die kleine Antonia sucht ihre Mama. Sie finden Sie in der Kinderspielecke.“ Ach ne. Antonia sagte mir, eine Dame sei zu ihr gekommen und habe gefragt, ob sie ihre Mama suche – dabei wollte sie eigentlich weiterspielen.

Ein Kommentar

  1. Daniel sagt:

    Manches davon find ich gar nicht so schlimm, bei anderen wiederum kann man sich nur an den Kopf fassen, über die anderen leute. Find den Beitrag klasse 🙂

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