25. Januar 2019

Gesellschaftsspiele

Warum „Mister Pups“ jetzt bei uns wohnt

Gesellschaftsspiele
© privat

Mama Nadine Luck wollte den Wunsch der Kinder, das Spiel „Mister Pups“ zu kaufen, zuerst nicht erfüllen. Warum sie es schließlich doch tat – und warum sich der Spieleschrank der Lucks langsam mit verwandten Titeln füllt.

„Ach du Kacke“, dachte ich, als die Kinder vor Weihnachten auf ihre Wunschzettel „Mister Pups“ geschrieben haben – und habe mich gleich zensiert: Wer so etwas denkt, braucht sich nicht über ein Spiel mit einem fäkalverwandten Titel aufzuregen. Und dennoch: So richtig gefallen hat mir der Gedanke nicht, dass ein Herr Pups im stilvollen Ambiente der Feiertage unterm Weihnachtsbaum liegen und Geräusche machen soll.

Muss das sein?

Wer denkt sich Spiele wie Mister Pups, aber auch „Kacka-Alarm“ oder „Pipi Party“ überhaupt aus? Sind es Männer mit grau melierten Haaren in grau melierten Anzügen, die von oben ziemlichem Druck ausgesetzt sind, immer Neues erfinden zu müssen? Wenn, dann tun sie das jedenfalls mit Erfolg. Laut dem Vergleichsportal Idealo ist „Mister Pups“ unter den fünf beliebtesten Spielen für 3- bis 6-Jährige.

Also habe ich nachgeforscht. Denn beim Schenken geht es ja nicht um das, was mir am meisten gefällt, sondern um das, was die Kinder wollen – solange es irgendwie vertretbar ist. Ich las Pups-Rezensionen im Internet und fand heraus, dass die meisten, die „Mister Pups“ eine Chance geben, angetan sind: ein lustiges Kartenspiel soll es sein, das durch gelegentliche Pupse der Figur noch lustiger wird.
Ich bestellte es. Die Kinder strahlten unterm Baum. Die Feiertage waren gerettet, denn der Pups bescherte uns viel Spaß, tatsächlich auch mir.

Schaden die Ausdrücke?

Die Frage bleibt, ob man durch Spiele mit solchen Titeln die Fäkalsprachen-Phase der Kinder verstärkt. Meine Antwort ist: „Möglicherweise, vielleicht aber auch nicht.“ Fest steht wiederum, dass pädagogisch wertvolle Spiele nicht immer die lustigeren sind.
Valentin hat übrigens bald Geburtstag. Was er sich wünscht? „Ach du Kacke!“. Das war jetzt kein Ausruf, sondern der Titel des Wunschspiels auf seiner Geburtstagsliste…

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