3. Dezember 2015

Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone"

Weihnachtsmann oder Nikolaus?

Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone"
© twixx/Fotolia.com

Harry Luck erklärt seinen Kindern jedes Jahr ab August, dass es Lebkuchen erst im Advent gibt. Seit Sonntag ist diese Mission für dieses Jahr erfüllt. Jetzt setzt er sich als Nächstes ein für die „weihnachtsmannfreie Zone“.

Bei uns ist „Weihnachtsmannfreie Zone“, das haben Antonia und Valentin schon gelernt. Seit Jahren unterstütze ich diese Aktion des Bonifatiuswerks und erkläre jedem, der es wissen will oder auch nicht, dass der heilige Bischof Nikolaus nichts mit der bärtigen Comicfigur im roten Bademantel zu tun hat, die uns mit „Ho-ho-ho“-Rufen in Kaufhäusern und Werbespots terrorisiert.

Nikolaus als Multikulti-Botschafter

WMFZ_Logo2013_ohneBackgroundNEU KopieDie Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“ wurde 2002 ins Leben gerufen und möchte „den heiligen Nikolaus in der Gesellschaft wieder in den Vordergrund stellen und eine Verwechslung mit der populären Kunstfigur des Weihnachtsmannes entgegenwirken“. Hier ist noch viel zu tun, denn die Aktion hat zwar über 4 000 Facebook-Anhänger, der „Weihnachtsmann (fiktiver Charakter)“ bringt es aber immer noch auf das Dreifache.
Dabei ist es nicht nur in Pegida-Zeiten wichtig zu betonen, dass der heilige Nikolaus ein Türke war. Er lebte in Myra, ganz in der Nähe der heutigen Touristenhochburg Antalya. Und er hat sich um die Armen und Notleidenden gekümmert, so wie wir es heute auch mit den Flüchtlingen tun sollen. Der Nikolaus kommt mit seinen Geschenken also zu uns als heiliger Multikulti-Botschafter. Der Nikolaus war ein guter Mann, das weiß jedes Kind. Der Weihnachtsmann hingegen ist ein Besinnungskiller wie sonst nur noch die Weihnachtslieder-CD der Gruppe „Unheilig“, Helene Fischers TV-Gala oder das Hörspiel „Conni feiert Weihnachten“.

Zum Glück gibt’s auch Schoko-Bischöfe

Bei uns landen im Stiefel nur Schoko-Nikoläuse mit Mitra und Bischofsstab, die zum Glück immer häufiger auch im säkularen Einzelhandel angeboten werden. Meinen Einsatz für den Nikolaus und gegen den Weihnachtsmann hat der Discounter Penny aber wohl falsch verstanden. Dort findet man nämlich im Regal zwischen Lebkuchenherzen und Weihnachtsstollen tatsächlich „Zipfelmännchen“ aus Schokolade. Sie sehen aus, als wären die Schoko-Weihnachtsmänner in eine alternative Aluverpackung gezwängt worden. Was bitte soll das? Ist das der nächste Schritt, nachdem man in vorauseilender Rücksicht auf Nicht-Christen Weihnachtsmärkte in Winter- oder Lichtermärkte umbenennt?

Zipfelmännchen? Ernsthaft jetzt?

Im Internet wurde das Gerücht verbreitet, ein Grünen-Politiker hätte gefordert, den Weihnachtsmann abzuschaffen und durch den Zipfelmann zu ersetzen. Auch wenn die Grünen seit dem Veggie-Day und dem Gender-Star für ihre abenteuerlichen Ideen gefürchtet sind: Dies ist eindeutig eine Falschmeldung. Inzwischen hat Penny reagiert und versucht auf Facebook zu beschwichtigen: „Das Zipfelmännchen ist eine Schokohohlfigur ohne jede politische und/oder religiöse Aussage.“ Und: „Kein Grund zur Sorge: Der Weihnachtsmann geht nicht in Rente.“ Aber Moment mal, welche religiöse oder politische Aussage macht denn der Weihnachtsmann? Im Grunde müssen wir dem Zipfelmann dankbar sein. Denn er entlarvt seinen Weihnachtsmann-Genossen als seelenlose Witzfigur. Deshalb kommt bei uns der Nikolaus. Und das ist auch gut so.

Ein Kommentar

  1. Andreas Rau sagt:

    welcher Weihnachtsmarkt, der vorher einer war, wurde denn zum Lichtermarkt umgewidmet?
    Diese Behauptung gilt es, zu belegen.
    Und schon gleich gar nicht aus vorauseilendem Gehorsam.
    Ansonsten gefällt mir der Artikel.
    Ach ja und bei LIDL gibt es immer noch Weihnachtsmänner – allerdings, was schade ist, keine Nikoläuse. Aber dafür gibt es ja nun einmal da stollt Bastelset von Bonifatius

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