14. Dezember 2018

Riesenrad und Riesenspaß

Weihnachtsmarkt in Erfurt

Riesenrad und Riesenspaß
© privat

Nadine Lucks Kinder waren in den vergangenen Jahren immer nur semibegeistert, wenn es auf den Weihnachtsmarkt ging. Zu viele Menschen, zu wenige Angebote für Kinder, bemängelten sie. Ein Besuch in Erfurt hat alles verändert.

Das Highlight früherer Weihnachtsmarktbesuche war für die Kinder eine Bratwurst. Gut verstaut in einem Brötchen und mit einem ordentlichen Schuss Ketchup versehen, hob sie für einige Minuten die Stimmung. Auf manchen Märkten gab es auch ein kleines Karussell oder einen Märchenerzähler in einem Zelt – auch das taugte für ein paar Minuten Freude. Das Fazit lautete aber in der Regel: Weihnachtsmarkt? Nein danke! Die Kinder konnten nur schwerlich nachvollziehen, wie wir Eltern in dem Gedränge Spaß haben konnten.
Und dann waren wir vergangenes Wochenende gemeinsam in Erfurt. Die Thüringische Landeshauptstadt ist nur eineinhalb Stunden von uns entfernt. Wir erlebten einen wundervollen Weihnachtsmarkt, der uns allen unglaublich viel Spaß machte.

„Was für eine Aussicht!“

Allein die Kulisse, in der der Weihnachtsmarkt in Erfurt erstrahlt, ist umwerfend. Am Platz vor dem Dom ist er angesiedelt, am Rande der Domstufen, über denen mächtig Severikirche und Dom ragen. Mitten auf den Domstufen befindet sich ein fünf Meter hoher Adventskranz. Von der anderen Seite her ist der Weihnachtsmarkt von wunderschönen Fachwerkhäusern umgeben. Wir können uns keine schönere Kulisse für einen solchen Markt vorstellen. Und was er alles zu bieten hat: verschiedene Karussells, darunter sehr nostalgische. Doch nichts geht (buchstäblich) über das Riesenrad, von dem aus wir unvergessliche Blicke auf das adventliche Geschehen und die putzigen Weihnachtsbuden hatten. Wir staunten über die 20 Meter hohe, festlich geschmückte Weihnachtstanne im Zentrum des Domplatzes, die Weihnachtskrippe mit ihren beinahe lebensgroßen Holzfiguren und die zwölf Meter hohe erzgebirgische Weihnachtspyramide.

Märchenwald, Backstube, Lichterglanz

Zauberhaft fanden die Kinder auch den Märchenwald, in dem sie (kostenlos) verschiedene Szenerien aus Aschenputtel, Rapunzel und Co. erleben durften. Mittendrin waren sogar echte Tiere aus dem Erfurter Zoo. Eine Öko-Kinderbackstube gibt es außerdem auf dem Markt. Fürs Plätzchenbacken hatten wir aber keine Geduld: Wir wollten sehen, was noch geboten war.
Zum Beispiel den Weihnachtsmann. Da wir ansonsten eher zum Team Christkind gehören, das ein bisschen diskreter als der Herr mit dem Rauschebart daherkommt, war die Begegnung mit ihm auf den Straßen der Stadt einigermaßen neu und spannend für uns. Er steckte den Kindern Bonbons zu, die ihn inzwischen ganz gut vom Nikolaus unterscheiden können.

Als es schließlich dunkel wurde in der Stadt, wurde alles noch schöner. Wir schlenderten noch ein letztes Mal über den Weihnachtsmarkt. Und jetzt, als er im Lichterglanz erstrahlte, machte er sich endgültig unvergesslich. Das Riesenrad leuchtete in Neonfarben über das gesamte Weihnachts-Ensemble, die Weihnachtspyramide drehte sich einmal mehr tanzend und leuchtend im Kreis – es war so, so schön!

Und jetzt, jetzt schwelgen wir in unserem schönen Bamberg (mit dem nur mittelschönen Weihnachtsmarkt) in Erinnerungen an das tolle Adventswochenende in Erfurt – und machen uns auf die Suche nach weiteren kinderfreundlichen Weihnachtsmärkten in der Republik. Mainz soll auch toll sein, habe ich gehört. Ihr lieben Leserinnen und Leser, welchen Weihnachtsmarkt findet Ihr familienfreundlich?

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