21. Dezember 2018

Glaube ans Christkind

Wer den Wunschzettel holt

Glaube ans Christkind
© ulkas/iStockphoto.com

Nadine Luck freut sich darüber, dass ihre Kinder noch ans Christkind glauben. Dass die Heilige Nacht dadurch noch ein bisschen magischer und heiliger wird – davon geht sie aus.

Ich bin mir fast sicher, dass meine 7-jährige Tochter in diesem Jahr noch ans Christkind glaubt – immerhin hat sie ihren Wunschzettel am Boden vor dem Terrassenfenster platziert in der Hoffnung darauf, dass er abgeholt und die Wünsche darauf erfüllt werden. Das freut mich und ich hatte schon große Sorge, dass ein Mitschüler sie „aufklären“ könnte, oder sogar die Lehrerin. Denn in der Tat habe ich auf Facebook in einer Elterngruppe gelesen, dass manche Erstklass-Lehrerinnen sich berufen fühlen, Christkind oder Weihnachtsmann zu outen. Eine böse Vorstellung, finde ich.

Eine magische Zeit

Ich würde meine Tochter auch nicht anlügen, wenn sie mich direkt fragte, ob es das Christkind gibt. Provozieren werde ich die Frage aber nicht. Ich glaube nicht, dass sie dadurch, dass sie das Christkind noch für real hält, zum unmündigen Menschen wird. Um ehrlich zu sein: Ich würde mich sogar freuen, wenn ich selber ein bisschen dran glauben könnte. Vielleicht tue ich das auch, denn magisch und geheimnisvoll, das ist Weihnachten allemal. Wenn an Heiligabend Ruhe in der ganzen Stadt einkehrt, wenn sich die Straßen leeren und alle Menschen sich gemeinsam mit ihren Lieben zu Hause versammeln, sich gegenseitig Freude bereiten, zusammen kochen und essen. Das ist schon eine besondere Stimmung.

Neugierig auf das christliche Fest

Weil ich davon ausgehe, dass es auch für die Kinder magischer ist, wenn sie ans Christkind glauben, freue ich mich so darüber, dass sie es noch tun. Klar besteht das Restrisiko, dass Antonia noch auf dem Schulhof angesprochen wird. Da an ihrer Schule allerdings ein hoher Migrationsanteil ist und viele Kinder kein Weihnachtsfest feiern, ist es kein riesiges Thema in der Pause, das hat sie schon gemerkt. Da sind es eher die Mitschüler aus Syrien und dem Kosovo, die ganz neugierig sind und von Antonia erfahren wollen, was wir da genau feiern.

Im vergangenen Jahr stand denn auch ihre muslimische Freundin samt Mutter am Nachmittag des Heiligen Abends vor unserer Tür, um ein Geschenk zu bringen und um zu erfahren, wie wir feiern werden. Wir haben sie reingebeten und zusammen Plätzchen gegessen. Was für ein schöner Auftakt des Heiligen Abends, der so noch etwas heiliger wurde – und uns alle die Magie des Christkindes spüren ließ.

Kommentar schreiben

Mit Absenden deines Kommentars erklärst du dich mit der Verarbeitung deiner hier angegebenen Daten einverstanden (Datenschutzerklärung). Diese werden nur zur Verwaltung der Kommentare verwendet und keinem anderen Zweck zugefügt. Du kannst jederzeit per E-Mail an datenschutz@bayard-media.de der Speicherung deiner Daten widersprechen.

* Notwendige Angaben

Menü
nach oben
X
Cover
Leben & erziehen – das Elternmagazin. ❯ Jetzt reinblättern