Geprüft von Stiftung Warentest

Kinderzahnpasta im Test: Nur drei sind gut

Stiftung Warentest hat Kinderzahnpasta unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überrascht: Nur drei der untersuchten Pasten sind laut den Testern empfehlenswert. Die anderen schützen nicht genügend vor Karies oder enthalten den Farbstoff Titandioxid, der ab August in Lebensmitteln verboten ist.

Nur drei der getesteten Kinderzahnpasten bekamen die Gesamtnote "gut" oder "sehr gut" ...
© Foto: iStock/FamVeld
Nur drei der getesteten Kinderzahnpasten bekamen die Gesamtnote "gut" oder "sehr gut" ...

20. Juli 2022: Für das aktuelle Heft (Ausgabe 8/22) hat Stiftung Warentest sich 21 Kinderzahnpasten – fünf davon mit Naturkosmetik-Siegel – angeschaut und sie gründlich geprüft. Grundsätzlich sollte man für Kinder neutral schmeckende Zahnpasten bevorzugen, da sie dann nicht dazu verleitet werden, zu viel zu nehmen.

Fluorid und Titandioxid in Kinderzahnpasten

Dabei legten die Tester Wert auf den laut Empfehlungen richtigen Fluoridgehalt, der die Zähne vor Karies schützen soll. Ist der Fluoridgehalt demnach mangelhaft, kann die Zahncreme auch in der Gesamtbewertung nicht besser als "mangelhaft" abschneiden. Empfohlen werden derzeit 1000 ppm Fluorid für alle Kinder bis sechs Jahren – bis zwei Jahre sollte zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta geputzt werden, von zwei bis sechs Jahren zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta (früher betrug der empfohlene Wert für kleine Kinder nur 500 ppm).

Auch der Titandioxid-Gehalt in der Zahnpasta spielte bei der Bewertung eine Rolle. Titandioxid ist ein Farbstoff, der ab August 2022 in Lebensmitteln (als E 171) verboten sein wird, da er möglicherweise erbgutschädigend und krebserregend ist. Daher habe er laut den Testern auch in Kinderzahncreme nichts zu suchen, obwohl er unter dem Code CI 77891 in Kosmetika nach wie vor erlaubt ist. Doch oft genug verschlucken (kleine) Kinder die Zahnpasta einfach. Lautet das Urteil für Titandioxid ausreichend, konnte das Gesamtergebnis für diese Zahnpasta nur eine Note besser sein.

Übrigens: Auch in einigen mineralischen Sonnencremes ist Titandioxid enthalten, was die Tester dort wiederum nicht für bedenklich halten. Denn in Nanopartikelform könne es nicht in die Haut eindringen. Mehr dazu lest ihr in diesem Artikel:

Kein Zink mehr in Kinderzahnpasten

Doch zurück zum Kinderzahnpasta-Test: Auch die Verpackung spielte eine Rolle: So prüften die Tester, ob sich die Tube vollständig entleeren lässt.

Zink ist laut Testergebnis in keiner der Zahnpasten mehr zu finden. Das bewertet Stiftung Warentest als positiv, da das Spurenelement genügend über die Nahrung aufgenommen werde. Zu viel Zink könne der Gesundheit schaden.

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