Geprüft von Öko-Test und Stiftung Warentest

Kinderzahnpasta im Test: Einige immer noch mit Titandioxid

Nach Stiftung Warentest hat nun auch Öko-Test erneut Kinderzahnpasta unter die Lupe genommen. Der leider noch immer in einigen Produkten enthaltene Farbstoff Titandioxid ist seit August in Lebensmitteln verboten, da er vermutlich erbgutschädigend ist.

Nur drei der getesteten Kinderzahnpasten bekamen die Gesamtnote "gut" oder "sehr gut" ...
© Foto: iStock/FamVeld
Sechs der 24 von Öko-Test getesteten Kinderzahnpasten fallen durch – wegen enthaltenem Titandioxid oder Blei.

26. Januar 2023: Öko-Test untersuchte für die Ausgabe 2/2023 Kinderzahnpasten, die für Kinder bis sechs Jahre ausgelobt sind. Unter den 24 getesteten Produkten waren sieben Naturkosmetikpasten und sieben ohne Fluorid. Insgesamt schnitten neun Produkte mit "sehr gut" oder "gut" ab, sechs fielen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Für Kosmetik gilt das Verbot von Titandioxid bisher nicht. Doch da Kinder auch mal Zahnpasta verschlucken, wertet Öko-Test entsprechende Produkte ab. 

Testergebnisse Kinderzahnpasten

Und das sind die Testsieger! Folgende Zahncremes schnitten bei Öko-Test mit einem Gesamturteil "sehr gut" ab (alle mit 1.000 ppm Fluorid): 

  • "Bevola Naturals Kids Zahngel, Erdbeer- Himbeer-Geschmack" (Naturkosmetik)
  • "Bevola Kids Zahngel mit Erdbeergeschmack"
  • "Putzi Zahncreme für Kinder"
  • "Tabaluga Zahngel für Kinder mit Erdbeer- Geschmack"

Fünf weitere Zahnpasten bekamen ein "gut" in der Gesamtbewertung.

Die absoluten Verlierer, die mit einem "ungenügend" durchfielen, sind diese Kinderzahnpasten:

  • "Ben & Anna Zahnpasta Strawberry Fluoride For Kids" (enthält Blei, das kann das Gehirn schädigen)
  • "Blend-A-Med Blendi Gel, Erdbeergeschmack" (enthält Titandioxid und PEG/PEG-Derivate)
  • "Odol-Med 3 Erste Zähne" (enthält Titandioxid und PEG/PEG-Derivate)
  • "Odol-Med 3 Milchzahn, Milde Minze" (enthält Titandioxid und PEG/PEG-Derivate)
  • "Putzi Kinderzahngel" (enthält Titandioxid)

Die kompletten Ergebnisse könnt ihr euch direkt bei Öko-Test bestellen.

Testergebnisse von Stiftung Warentest

20. Juli 2022: Für die Ausgabe 8/22 hat Stiftung Warentest sich 21 Kinderzahnpasten – fünf davon mit Naturkosmetik-Siegel – angeschaut und sie gründlich geprüft. Grundsätzlich sollte man für Kinder neutral schmeckende Zahnpasten bevorzugen, da sie dann nicht dazu verleitet werden, zu viel zu nehmen.

Fluorid und Titandioxid in Kinderzahnpasten

Dabei legten die Tester Wert auf den laut Empfehlungen richtigen Fluoridgehalt, der die Zähne vor Karies schützen soll. Ist der Fluoridgehalt demnach mangelhaft, kann die Zahncreme auch in der Gesamtbewertung nicht besser als "mangelhaft" abschneiden. Empfohlen werden derzeit 1.000 ppm Fluorid für alle Kinder bis sechs Jahren – bis zwei Jahre sollte zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta geputzt werden, von zwei bis sechs Jahren zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta (früher betrug der empfohlene Wert für kleine Kinder nur 500 ppm).

Auch der Titandioxid-Gehalt in der Zahnpasta spielte bei der Bewertung eine Rolle. Titandioxid ist ein Farbstoff, der ab August 2022 in Lebensmitteln (als E 171) verboten sein wird, da er möglicherweise erbgutschädigend und krebserregend ist. Daher habe er laut den Testern auch in Kinderzahncreme nichts zu suchen, obwohl er unter dem Code CI 77891 in Kosmetika nach wie vor erlaubt ist. Doch oft genug verschlucken (kleine) Kinder die Zahnpasta einfach. Lautet das Urteil für Titandioxid ausreichend, konnte das Gesamtergebnis für diese Zahnpasta nur eine Note besser sein.

Übrigens: Auch in einigen mineralischen Sonnencremes ist Titandioxid enthalten, was die Tester dort wiederum nicht für bedenklich halten. Denn in Nanopartikelform könne es nicht in die Haut eindringen. Mehr dazu lest ihr in diesem Artikel:

Kein Zink mehr in Kinderzahnpasten

Doch zurück zum Kinderzahnpasta-Test: Auch die Verpackung spielte eine Rolle: So prüften die Tester, ob sich die Tube vollständig entleeren lässt.

Zink ist laut Testergebnis in keiner der Zahnpasten mehr zu finden. Das bewertet Stiftung Warentest als positiv, da das Spurenelement genügend über die Nahrung aufgenommen werde. Zu viel Zink könne der Gesundheit schaden.

Die Testergebnisse: Sieger und Verlierer der Kinderzahnpasten

Stiftung Warentest gab den folgenden beiden Zahnpasten aufgrund der oben genannten Kriterien das Gesamturteil "sehr gut":

Ein "gut" bekam diese:

Mit "mangelhaft" bewerteten die Tester die folgenden Zahnpasten:

Hinweis der Redaktion: Die Empfehlungen von Heilpraktikern oder Naturheilkundlern hinsichtlich der Wirkung von Fluorid weichen mitunter von den schulmedizinischen Empfehlungen ab.

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