Promi-Interview

Annett Louisan: "Meine Tochter hat die ersten 18 Monate quasi auf mir gewohnt"

"Ich will doch nur spielen" – mit dieser berühmten Zeile sang sich Annett Louisan im Jahr 2004 in die Herzen ihrer Hörer. Von ihrem neusten musikalischen Projekt und dem Leben mit ihrer Tochter hat sie uns im Interview erzählt.

Annett Louisan – zur Person

Die Sängerin (geboren 1977 in Havelberg) zählt mit weit mehr als einer Million verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Musikerinnen Deutschlands. Annett Louisan ist zum zweiten Mal verheiratet und lebt mit ihrem Mann Marcus Brosch (Songschreiber und Plattenproduzent) und der gemeinsamen Tochter (geboren 2017) in Hamburg.

Frühjahr 2021

Lockdown mit Kind – wie lässt sich diese Zeit in Worte fassen?

Alles hat zwei Seiten. Zum einen muss ich dankbar sein, denn ich habe mir gezwungenermaßen mehr Zeit genommen für meine Tochter. Und sie hat in dieser Zeit auch gelernt, sich allein zu beschäftigen, das finde ich wichtig für ihre Entwicklung. Auf der anderen Seite beweisen sich in dieser Zeit aber auch Freundschaften und Ehen. Marcus und ich sind jetzt seit elf Jahren zusammen. Wir versuchen, uns so gut es geht zu unterstützen und dem anderen Freiraum zu geben.

Wie tankst du Energie in dieser Zeit?

Ich bin vom Naturell her eher introvertiert. Wenn alle immer zu Hause um mich herum sind, ist das sehr schwer für mich. Ich nehme mir deshalb immer wieder Zeit für lange Spaziergänge.

Was war dein schönster Glücksmoment, den du zuletzt mit deiner Familie hattest?

Als es endlich Schnee in Hamburg gab. Das hat bei mir wunderbare Kindheitserinnerungen ausgelöst.

Einschlafbegleitung: ja oder nein?

Ein klares Ja! Meine Tochter hat die ersten 18 Monate quasi auf mir gewohnt. 

Euer liebstes Zu-Bett-geh-Ritual?

Ich lese erst ein Buch – dann erzähle ich eine ausgedachte Geschichte. Die muss immer neu sein, zweimal die gleiche Geschichte geht gar nicht. Ich liebe das, denn in diesen Geschichten kann ich meiner Tochter bestimme Dinge näherbringen, weil sie da so gut zuhört.

Mitten drin: Die kleine Tochter von Annett Lousian war schon als Baby mit ihrer Mama im Tonstudio.

Was hättest du gerne gewusst, bevor du Mutter wurdest?

Ich hätte gern besser übers Stillen Bescheid gewusst. Da habe ich mich viel zu sehr unter Druck gesetzt. Selbst meine Hebamme konnte mir nicht mehr weiterhelfen. 

Gibt es etwas, das du bei einem zweiten Kind anders machen würdest?

Wenn ich noch ein Kind bekommen würde, würde ich automatisch weniger Druck haben. Das würde einfach anders laufen. Man möchte beim ersten Kind alles richtig machen – und dann macht man manches falsch.

Das hören Mamas viel zu selten:

Dass man wirklich drauf achten muss, dass der gesamte Fokus nicht auf dem Kind, auf dieser einen kleinen Person liegt. Es gibt nicht nur das Kind, es gibt mindestens drei Personen, die alle Bedürfnisse haben.

Was war deine größte Überraschung als Mutter?

Dass ich viel ängstlicher bin, als ich gedacht hätte. Man lernt sich als Mutter einfach selbst noch einmal neu kennen.

Wie schnell nach der Geburt standest du wieder auf der Bühne?

Ich war die ersten anderthalb Jahre zu Hause, keine Minute ohne meine Tochter. Ich hätte gedacht, dass ich viel früher "flügge" werde. Als ich wieder angefangen habe zu arbeiten, musste ich aber erst lernen loszulassen. 

Kinotipp: "Tom & Jerry" – mit Musik von Annett Louisan

Für die deutsche Version des Kinofilms "Tom & Jerry" singt Annett Louisan weltbekannte Zeilen: Sie performt den Song "Vielen Dank für die Blumen", der im Original von Udo Jürgens für die Serie genutzt wurde.

"Tom & Jerry" kommen am 12. August 2021 auf die Kino-Leinwand.

"Vielen Dank für die Blumen" hat dieses Jahr 30. Jubiläum gefeiert. Wie war es für dich, so einen ikonischen Song aufzunehmen?

Es ist eine Ehre, dass ich ausgewählt wurde, diese zweite Auflage zu machen. Jeder kennt diese Zeilen auswendig. Es ist so ein kluges Stück, mit so einer schönen Aussage: Nimm nicht alles persönlich. Und nimm eine Niederlage auch mal hin – mit einem Lächeln.

Was verbindest du mit "Tom und Jerry"?

Die Serie ist für mich ein Stück Kindheit. Genau wie die "Biene Maja".

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Unsere Autorin

Silke Schröckert

Silke Schröckert wollte Journalistin werden, seit sie im Alter von acht Jahren das erste Mal Lois Lane in "Superman" gesehen hatte. Mit 23 wurde sie Chefredakteurin eines Kinderzeitschriftenverlages.

Heute ist Silke spezialisiert auf Familienthemen und textet für Kinder- und Comic-Magazine. Das freut vor allem Sohn Tom und Tochter Mina. Auf ihrer eigenen Seite schreibt sie für die Generation Großeltern. Bei leben-und-erziehen.de nimmt sie sich aktuellen Themen aus Sicht einer Zweifach-Mama an.

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